Januar 30, 2021
Von Indymedia
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Auf dem Marktplatz in TĂŒbingen werden noch die Zelte der GemĂŒsestĂ€nde vom Samstagsmarkt abgebaut, da versammeln sich etwa 150 Menschen – mit Abstand – vor einem kleinen, auffĂ€lligen Auto. Es ist mit grĂŒnen und lila Farben und linken Slogans besprĂŒht, auf dem Dach sind Lautsprecher festgeschraubt. Ein Mikrofon steht davor.

Die erste Rednerin erklĂ€rt den Namen des BĂŒndnisses und dessen Position: Die Höhlen der Wombats sollen bei WaldbrĂ€nden in Australien anderen Tieren Zuflucht geboten haben. Es geht also um SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung. Das BĂŒndnis kritisiert zwar gewisse Geschehnisse wĂ€hrend der Pandemie, jedoch distanziert es sich von den sogenannten Querdenkern oder Ă€hnlichen Gruppen. Es wird dazu aufgerufen, die AHA-Regeln einzuhalten und die Pandemie als solches wird anerkannt.

Die Kritik der RednerInnen deckt ein weites Feld ab. Es gibt Kritik an den Großunternehmen, die sich durch oder trotz der Pandemie weiter bereichern, vor allem an der RĂŒstungsindustrie und den genehmigten Waffenlieferungen in KonfliktlĂ€nder. Es wird ein Lockdown fĂŒr die Wirtschaft gefordert, denn “Menschenleben sind es durchaus wert, dafĂŒr Kapital zu opfern.”

Die Unterbezahlung und Überarbeitung der PflegerInnen werden ebenso angeprangert wie die Überforderung von Eltern, die Homeoffice mit Homeschooling und FĂŒrsorgearbeit vereinen mĂŒssen, und auch die Situation von Wohnungslosen in TĂŒbingen. FĂŒr sie und auch fĂŒr GeflĂŒchtete, so schlĂ€gt man vor, könnten leerstehende HĂ€user und Hotels geöffnet werden.

Der Demonstrationszug zieht vom Marktplatz zum Lustnauer Tor, wo wieder zwei Reden gehalten werden, und dann weiter zum Zinserdreieck, wobei der Verkehr auf der MĂŒhlstraße eine kurze Weile aufgehalten wird. Die Polizei begleitet uns.

Vor den geschlossenen TĂŒren des Kaufhauses spricht ein Vertreter des NoPolGBW (Kein Polizeigesetz Baden-WĂŒrttemberg) von polizeilichem Amtsmissbrauch. Auf die Pandemie bezieht er sich dabei, als er von weitergegebenen Daten von Kontaktdatenzetteln aus der Gastronomie berichtet. Besonders mitreißend ist die Rednerin, die ĂŒber die Notlage von GefĂŒchteten spricht. Eindringlich berichtet sie von den ZustĂ€nden in Camps und protestiert gegen den Weg der EU, die Camps aufrecht zu erhalten, anstatt die Menschen aufzunehmen. Trotz der Pandemie, die GeflĂŒchtete stĂ€rker trifft, wird weiterhin abgeschoben und Aufnahme in Kommunen verhindert. Noch einmal betont sie: SolidaritĂ€t mit ALLEN Menschen, besonders wĂ€hrend der Pandemie.

Die Audiodateien der RedebeitrÀge sind hier zu finden:

https://www.wueste-welle.de/redaktion/view/id/25/tab/weblog/article/7883…




Quelle: De.indymedia.org