Juli 31, 2022
Von Gefangenen Info
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Netzwerk Freiheit fĂŒr alle politischen Gefangenen Hamburg

Wir wollen uns mit den Auswirkungen der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine beschĂ€ftigen, von denen wir alle betroffen sind: Die Bevölkerung, die Gefangenen und auch die außerparlamentarische Linke.
Erschwerend ist, dass diese Ereignisse fĂŒr Viele von uns neu waren, d. h. wir mĂŒssen sie analysieren, um uns offensiv gegen diese repressiven Verordnungen der Herrschenden durchzusetzen. Als klassenkĂ€mpferische Antirepressions-Organisation werden wir dabei auch auf die Situation der Gefangenen eingehen, da diese besonders drakonisch und auch willkĂŒrlich den PandemiebeschrĂ€nkungen durch die Klassenjustiz ausgesetzt sind.
Das Arbeiten im Knast war fĂŒr die Inhaftierten teilweise nicht mehr möglich und Besuche wurden untersagt, wie z. B. in Hamburg-Billwerder wo ja auch Musa AƟoğlu, wegen § 129b seit ĂŒber 5 Jahren, weiter durch eine strenge Zensur, eingesperrt ist.
FĂŒr Gefangenen bedeutet das keine Verdienstmöglichkeiten, um BedĂŒrfnisse des alltĂ€glichen Bedarfs bei den ĂŒberhöhten Knastpreisen beziehen zu können. Sie hockten in ihren Zellen und durch die Besuchsverbote verstĂ€rkte sich ihre Isolation. Der eingesperrte Antifaschist Findus machte Folgendes bekannt: Trotz negativem Test und Impfung, befanden sich die Weggesperrten im Baden-WĂŒrttembergischen Knast Heimsheim Ende MĂ€rz 24 Stunden am Tag in ihrer Löchern. Kein Hofgang, keine Arbeit, keine Freizeitangebote, keine Besuche und Telefonate. Nicht mal Duschen durften die Gefangenen fĂŒr mindestens 5 Tage. Die Weggebunkerten dort waren 6 Tage in einem Lockdown.
Das hat fast schon Ähnlichkeit mit der Kontaktsperre, der 1977 im Herbst zirka 6 Wochen vor allem Gefangene aus der RAF ausgesetzt waren. Andreas Baader, Gudrun Enslin und Jan-Carl Raspe wurden am 18.10.1977 in Stammheim ermordet. Kurz nach dem Ende dieser totalen Isolation wurde auch Ingrid Schubert am 12.11.1977 in Stadelheim exekutiert. Zu ihr ist kĂŒrzlich ein lesenswertes Buch erschienen. (1)
Am 26.02.2022 ĂŒberfiel Russland die Ukraine. Dieser Angriffskrieg wird von allen NATO-Staaten zum Anlass genommen, auf allen Ebenen fĂŒr ihre Kriege aufzurĂŒsten: MilitĂ€risch aber auch ökonomisch, politisch, kulturell, medial, psychologisch usw. Von dieser Kriegswirtschaft sind besonders die Ärmsten betroffen, denn die Energie- und Lebensmittelpreise steigen fĂŒr sie enorm.
Parallel zum Ukrainekrieg greift das NATO-Mitglied TĂŒrkei den Irak und Syrien an, um kurdische Stellungen und die dortigen Völker zu vernichten. Israel forciert weiter den Terror gegen die palĂ€stinensische Bevölkerung und den Widerstand. All diese imperialistischen Kriege werden von der NATO gerechtfertigt und tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt.
Erst durch die Pandemie und jetzt durch die Kriege wird auch die Repression im Inneren verschĂ€rft. So waren in Hamburg 2020 alle Demonstrationen zum 1. Mai und 2021 alle klassenkĂ€mpferischen Demos verboten! In Berlin sind dieses Jahr alle antiimperialistische Aktionen um den 1. Mai fĂŒr PalĂ€stina verboten, was die UnterstĂŒtzung des zionistischen Siedlerstaat, durch die BRD, mal wieder verdeutlicht. Auch die Verfolgung der kurdischen und tĂŒrkischen Aktivist:innen wird vor dem Hintergrund der tĂŒrkischen Aggressionskriege weiter zu nehmen.
Die meisten politischen Gefangenen haben keinen deutschen Pass und sind in de BRD wegen angeblicher Mitgliedschaft der PKK oder der DHKP-C (§ 129b) inhaftiert. Dieser Fakt wird von der deutschen kommunistischen und anarchistischen Linken oft ignoriert.
Durch die umfassende UnterstĂŒtzung des ukrainischen Marionettenregime ist auch die BRD zu einer Kriegspartei geworden. Die UnterdrĂŒckung wird auch fĂŒr alle hier zunehmen, damit die BRD ihre Kriege ungestört fĂŒhren kann: DafĂŒr muss im Inneren dieser Republik Friedhofsruhe herrschen!
Enden wollen wir mit einem Zitat aus einer Wandzeitung fĂŒr den 1. Mai in Bremerhaven:
„Die Herrschenden rauben unseren Lohn, wĂ€lzen Wirtschaftskrise und Pandemie auf uns ab und jetzt sollen wir fĂŒr ihre Kriege zahlen, hungern und fĂŒr ihre Interessen sterben!“
Auch das sind alles GrĂŒnde, warum wir auch in Magdeburg und in vielen anderen StĂ€dten heute demonstrieren!
Deshalb:
Heraus zum 1.Mai 2022!
Heraus zum revolutionĂ€ren 1. Mai 2022 – Klassenkampf organisieren!
Netzwerk Freiheit fĂŒr alle politische Gefangene Hamburg

(1) Ingrid Schubert Briefe aus dem Knast 1970–1977, Edition Cimarron 2022, 254 Seiten, 12 Euro




Quelle: Gefangenen.info