März 23, 2022
Von InfoRiot
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Putins Krieg gegen die Ukraine hat weitreichende Folgen. Im Oderbruch sollen nun künftig bei der Beisetzung von sowjetischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg fielen, keine russischen Offiziellen mehr geladen werden – was bisher üblich war.

Im Zweiten Weltkrieg gefallene russische Soldaten werden im Land Brandenburg künftig ohne Begleitung durch offizielle russische Vertreter umgebettet. Das erklärte Europaministerin Katrin Lange (SPD) am Mittwoch in der Aktuellen Stunde des Brandenburger Landtages.

“Im vergangenen Jahr haben wir noch gemeinsam in Lebus im Oderbruch gefallene sowjetische Soldaten zur letzten Ruhe gebettet”, erklärte Lange. “Das wird – meines Erachtens – jetzt nicht mehr mit offizieller russischer Beteiligung stattfinden können. Ihre Vertreter sind dort nicht mehr erwünscht. Jetzt ist Schluss. Politische Beziehungen bestehen zu Russland praktisch nicht mehr. Wir haben keinen Kontakt mehr zur Russischen Botschaft und suchen ihn auch nicht.”

Lange führte aus: “Denn es ist so: Entweder wissen die offiziellen Vertreter auch nicht, was im Kreml wirklich los ist, dann wäre das Zeitverschwendung – oder sie belügen oder betrügen uns. Das ist mittlerweile denkbar”, unterstrich Lange. Es gebe nun einen neuen Kalten Krieg, zeigte sich die Europaministerin überzeugt.

Auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Lebus (Märkisch-Oderland) haben mehr als 4.800 Gefallene ihre letzte Ruhestätte. Sie liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Frankfurt (Oder). Seit 1994 ist die Stätte der zentrale Ort, wo sterbliche Überreste von Sowjetsoldaten beigesetzt werden, die auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch in Brandenburg gefunden werden.

Nach Angaben des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge erfolgen Einbettungen alle zwei Jahre im Schnitt für jeweils 50 bis 60 Gefallene.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.03.2022, 14:30 Uhr




Quelle: Inforiot.de