April 27, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
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quelle: soligruppe fĂŒr gefangene

Dokumente und Chronologie

Gefunden auf der Seite von Elephant Editions, die Übersetzung ist von uns.

Einleitung von der Soligruppe fĂŒr Gefangene

Die folgende BroschĂŒre wurde zuerst 1978 von Bratach Dubh Anarchist Pamphlets veröffentlicht, 1985 wurde sie erweitert und erschien als Taschenbuchausgabe bei Elephant Editions und wurde zuletzt 2015 erneut von Elephant Editions und Active Distribution veröffentlicht.

Da es von dieser BroschĂŒre bisher keine deutsche Übersetzung gab, zumindest nicht das wir wĂŒssten, haben wir uns entschlossen, diese ins Deutsche zu ĂŒbertragen. Denn wie wir feststellen mussten, ist die Angry Brigade mit ihren gezielten Angriffen auf die Infrastruktur der Herrschenden und auf das Kapital im deutschsprachigen Raum nur wenigen bekannt, es gibt ja auch so gut wie keine Texte zu dieser Gruppe. Im Sinne einer historischen Auseinandersetzung mit den bewaffneten KĂ€mpfen der Vergangenheit, die immer Teil der anarchistischen Praxis, aber nicht nur dieser, sein sollte, ist dies natĂŒrlich eine LĂŒcke, die wir hiermit versuchen wollen zu fĂŒllen. Man mag von den AnschlĂ€gen der Angry Brigade halten, was man möchte, das FĂ€llen von moralischen Urteilen ĂŒberlassen wir gerne anderen, die sich darauf scheinbar spezialisiert haben. Jedoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass es sich um eine Gruppe handelte, die mit den von ihnen gewĂ€hlten Mitteln bewusst und entschlossen in bestehende soziale KĂ€mpfe eingriff ohne zu versuchen diese fĂŒr sich zu vereinnahmen. Feindlich eingestellt gegenĂŒber jeglicher Form von AutoritĂ€t, ging es ihnen nicht darum eine neue Avantgarde zu bilden, sondern ihrem Wut und ihrem Zorn auf die kapitalistische Gesellschaft angemessen Ausdruck zu verleihen, gepaart mit der Aufforderung es ihnen gleichzutun. Denn jeder und jede, die ĂŒber genug Wut verfĂŒgte, konnte Teil der Angry Brigade sein. Die BeschĂ€ftigung mit dieser Gruppe ohne Kader und Hierarchien, der es, wenn auch nur ĂŒber den Zeitraum von ein paar Jahren, mit ihren Bomben gelang, die herrschende Ordnung zwar nicht zu zerstören, aber sie doch wenigstens ordentlich durchzurĂŒtteln, ist auch heute, fast vierzig Jahre nach Erscheinen des letzten KommuniquĂ©s, lohnenswert und fruchtbar fĂŒr zukĂŒnftige Diskussionen.

Aufgrund phonetischer und stilistischer GrĂŒnde, wurden einige Wörter im Text, wie im Originaltext auf Englisch gelassen, immer kursiv, genauso wie gewisse SprĂŒche und Parolen. Wir taten dies, weil ansonsten gewisse sprachliche Raffinessen verloren gegangen wĂ€ren. Wir haben alles dennoch ĂŒbersetzt und in Klammern beigefĂŒgt.

Dasselbe gilt auch fĂŒr die Verwendung gewisser Begriffe – egal ob wir mit denen einverstanden sind oder nicht – wo wir bei den originalen Begriffen geblieben sind, wie z.B., pigs (hier als Schweine, als Synonym fĂŒr Bulle, aber nicht immer) und people (Volk). Es liegt nicht an uns historische Texte, noch dazu aus anderen Kontexten, aus einer anderen Epoche, zu umschreiben damit sich Menschen besser fĂŒhlen können. Denn so was nennt man normalerweise Geschichtsrevisionismus oder Zensur. Die Rolle der Gedankenpolizei ĂŒbernehmen schon andere.

***

Einleitung

Die acht libertĂ€ren Militanten, die 1972 im Old Bailey1 vor Gericht standen und vom britischen Staat als „Verschwörer“ der Angry Brigade (WĂŒtende-Zornige Brigaden) auserkoren worden waren, sahen sich nicht nur dem Klassenfeind mit all seinen Repressionsinstrumenten gegenĂŒber, sondern auch der Ahnungslosigkeit und dem UnverstĂ€ndnis – wenn nicht gar der Verurteilung – der organisierten Linken.

Beschrieben als „verrĂŒckt“, „Terroristen“, „Abenteurer“ oder bestenfalls Autoren von „Gesten einer beunruhigenden Verzweiflung“, wurde die Angry Brigade verurteilt, ohne jeden Versuch, ihre Aktionen zu analysieren oder zu verstehen, was sie im allgemeinen Kontext des Klassenkampfes bedeuten. Die Mittel, mit denen dies gerechtfertigt wurde, waren einfach: Indem man die Aktionen der Angry Brigade als „terroristisch“ definierte und dies mit „individualistisch“ gleichsetzte, schlossen die Organisationen der Bewegung – deren Tendenz es ist, das VerhĂ€ltnis zwischen Individuum und Masse als etwas GegensĂ€tzliches zu sehen – sie quasi von ihren Anliegen aus.

Seltsamerweise beschrÀnkte sich diese Haltung nicht auf die breite Linke, sondern war auch innerhalb der anarchistischen Bewegung vorherrschend, wo es auch heute noch eine Tendenz gibt, die Rolle des Individuums innerhalb der Masse und die Rolle der spezifischen Gruppe innerhalb der Massenbewegung zu ignorieren.

Wenn die Frage aufgeworfen wird, geschieht dies meist in Form einer absoluten Verurteilung. Zum Beispiel lesen wir in einem Artikel mit dem Titel „Terrorismus“ [sic]: „Wenn ein paar Leute es auf sich nehmen, den „bewaffneten Kampf“ zu fĂŒhren, bedeutet das fĂŒr uns, neben den ĂŒblichen öffentlichen Anfeindungen, Polizeischikanen, Verhaftungen und Verteidigungskampagnen, den Verlust all unserer politischen Lektionen, Errungenschaften und StĂ€rken.“(Class War2)

Die Probleme, mit denen die GefĂ€hrten3 der Angry Brigade konfrontiert waren, Ă€hnelten denen anderer damals aktiver Gruppen, die die vom Staat gezogenen Grenzen des Kampfes – die so genannten Grenzen der LegalitĂ€t, jenseits derer der Repressionsmechanismus entfesselt wird – abgelehnt und als Bezugspunkt die Ebene des Massenkampfes genommen hatten. Diese Entscheidung war eine Missachtung der staatlichen Definition der Grenzen des Kampfes. Sie setzte sich auch ĂŒber die Grenzen hinweg, die von der offiziellen Arbeiterbewegung und den außerparlamentarischen Organisationen, einschließlich der anarchistischen Bewegung, gesetzt wurden. Die Symbionese Liberation Army4 in den USA, die RAF in Deutschland, die erste der Roten Brigaden in Italien, sie alle wurden von den „revolutionĂ€ren“ Organisationen isoliert, als Agitatoren, Provokateure, individualistische Terroristen verurteilt, die das Wachstum der Massenbewegung bedrohten.

Über die Haltung gegenĂŒber der SLA sollte Martin Sostre in Amerika schreiben: „Die Denunziation der SLA durch die Bewegungspresse ist nicht von der der herrschenden Klasse zu unterscheiden. Jede linke Organisation scheint mit den anderen um ihre LegitimitĂ€t zu konkurrieren, indem sie die SLA anprangert
 Auffallend abwesend in den Denunziationen ist jede Diskussion ĂŒber die Rolle des bewaffneten Kampfes. RevolutionĂ€re Gewalt wird als etwas Abstoßendes angesehen, das gemieden werden sollte. Die linke Bewegungspresse möchte glauben machen, dass wir, um die kriminelle herrschende Klasse zu stĂŒrzen, lediglich Massenbewegungen und Protestdemonstrationen organisieren und revolutionĂ€re Slogans wiederholen mĂŒssen.“

Eine solche Zeitung in diesem Land (Großbritannien, A.d.Ü.) – der trotzkistische Red Mole (A.d.Ü., roter Maulwurf) – zeichnete sich dadurch aus, dass er zur SolidaritĂ€t mit den im Prozess gegen die Angry Brigade angeklagten GefĂ€hrten aufrief, allerdings mit folgendem Vorbehalt: „Es nĂŒtzt der organisierten Linken nichts, die Politik der Angry Brigade zu kritisieren, wenn wir nicht auch erkennen, warum eine Menge potenziell sehr guter Genossen die verschiedenen leninistischen Organisationen ablehnen und in der Tat zum Bombenwerfen greifen – bis man erwischt wird -, was an sich eine einfache Option ist, die sich nicht mit dem Problem befasst, dazu beizutragen, das politische VerstĂ€ndnis von Millionen von Menschen zu Ă€ndern.“ VerstĂ€ndlich genug im Hinblick auf das leninistische Programm. Aber aus anarchistischer Sicht?

Auf der Titelseite einer kĂŒrzlich erschienenen Ausgabe der Freedom5 lesen wir: „Sogar die Bombenkampagne der Angry Brigade, die technisch brillant war, 
 erreichte absolut nichts, weil sie im direkten Widerspruch zu ihren verkĂŒndeten Idealen versuchten, als elitĂ€re Avantgarde zu agieren und die normalen Menschen als passive Zuschauer ihrer Aktionen zurĂŒckließen. Weit davon entfernt, zu einem „Erwachen der Massen“ zu fĂŒhren, fĂŒhrte dies zu einer Angst vor dem Anarchismus und anarchistischen Ideen, die wesentlich zu unserer gegenwĂ€rtigen Ohnmacht beigetragen hat.“

Wie wir sehen, besteht die alte Sorge fort: die, die Bewegung (besonders die anarchistische) vor den „Abenteurern“ zu schĂŒtzen.

TatsĂ€chlich ist und war die Bewegung der Ausgebeuteten nie eine monolithische Masse, die alle mit dem gleichen Bewusstseinsstand gemeinsam agieren. Der Kampf gegen das Kapital war von Anfang an durch eine Dichotomie zwischen der offiziellen Arbeiterbewegung auf der einen Seite mit ihren verschiedenen Organisationen – Parteien, Gewerkschaften usw. – gekennzeichnet, die den Dissens in eine ĂŒberschaubare Form der quantitativen Vermittlung mit den Bossen kanalisieren. Und auf der anderen Seite die oft weniger sichtbare Bewegung der „Unkontrollierbaren“, die von Zeit zu Zeit in expliziten Organisationsformen auftauchen, aber oft anonym bleiben und auf individueller Ebene durch Sabotage, Enteignung, Angriffe auf Eigentum usw. in der nicht rekuperierbaren6 Logik der Insurrektion7 reagieren. Es gibt keine klare oder feste Trennlinie zwischen den beiden Bewegungen. Sie beeinflussen sich oft gegenseitig, wobei der Ansturm von der Basis die großen offiziellen Organisationen zwingt, eine bestimmte Richtung einzuschlagen, oder umgekehrt, wo letztere die autonomen KĂ€mpfe bremsen.

Viele derjenigen, die die Masse der Gewerkschaftsmitglieder ausmachen, sind auch in außergewerkschaftlichen (und per Definition außergesetzlichen) Kampfformen Ă€ußerst aktiv. Jede Seite hat jedoch ihr eigenes Erbe: auf der einen Seite ein Erbe der Deals und des Ausverkaufs, der großen Siege, die reale Niederlagen auf dem RĂŒcken der Arbeiter sind; auf der anderen Seite ein Erbe der direkten Aktion, der Unruhen, der organisierten AufstĂ€nde oder der individuellen Aktionen, die alle zusammen Teil der zukĂŒnftigen Gesellschaft sind, die wir uns alle wĂŒnschen, und ohne die sie nichts als eine Utopie wĂ€re.

Ein kurzer Blick auf die Entwicklung des Kampfes in diesem Land zeigt diese DualitĂ€t ganz deutlich. Die organisierte antikapitalistische Bewegung, wie wir sie heute kennen, begann zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts Gestalt anzunehmen. Im Gegensatz zu den anderen europĂ€ischen kapitalistischen LĂ€ndern, die sich zur gleichen Zeit entwickelten, gab es nur einen geringen kommunistischen Einfluss sowohl auf organisatorischer als auch auf ideologischer Ebene. Traditioneller britischer Anti-Intellektualismus und „gesunder Menschenverstand“ waren vielleicht grundlegend fĂŒr eine pragmatischere Form der Organisation, die die Form von Gewerkschaften annahm. Diese Gewerkschaften waren von Anfang an reformistisch, obwohl einige von ihnen durch den Druck der Basis zeitweise aufstĂ€ndische Momente kannten. Die VerĂ€nderungen, die die Gewerkschaften vorschlugen, sollten jedoch in der Regel mit gewaltfreien Methoden innerhalb der verfassungsmĂ€ĂŸigen Grenzen zustande kommen.

Die zahlenmĂ€ĂŸig bedeutendste der frĂŒhen Arbeiterbewegungen war die der Chartisten, die um 1838 begann. Als erste moderne Massenbewegung anerkannt, zĂ€hlte die erste Chartisten-Petition eineinviertel Millionen Unterschriften. Dies ist eindeutig keine qualitative EinschĂ€tzung der aktiven AnhĂ€nger. Schon diese Bewegung war von zwei gegensĂ€tzlichen Strömungen geprĂ€gt: auf der einen Seite diejenigen, die Gewaltlosigkeit und den konstitutionellen Weg zum allgemeinen Wahlrecht als Lösung predigten; auf der anderen Seite diejenigen, die von Rebellion und bewaffneter direkter Aktion sprachen (und diese auch durchfĂŒhrten). Diese waren die so genannte „moralische Kraft“ und die „physische Kraft“. Sie waren mit der Spaltung zwischen den Handwerkern und den ungelernten Arbeitern verbunden und wurden nie versöhnt, was möglicherweise die kurze Dauer der Bewegung erklĂ€rt.

WĂ€hrend und unmittelbar vor dieser Periode gab es auch Formen der autonomen Revolte, wie die der vielen Handwerker in der Textilindustrie, die sich unter der Bedrohung, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder zu nicht spezialisierten Arbeitern degradiert zu werden, in bewaffneten Gruppen organisierten. Die bedeutendste dieser aufstĂ€ndischen Bewegungen war der so genannte Luddismus, der zwischen 1810 und 1820 stattfand. WĂ€hrend dieser Zeit wurde eine immense Menge an Eigentum zerstört, einschließlich einer großen Anzahl von Textilgestellen, die zur Herstellung minderwertiger, schĂ€biger Waren umgestaltet wurden. Die Ludditen, die den Namen von Ned Ludd annahmen, der mit einem Vorschlaghammer auf die vorhandenen Rahmen einschlug, organisierten sich lokal und sogar föderal mit großer Koordination, und trotz riesiger Aufgebote von Soldaten, vor allem in West Riding und Yorkshire, wo die Bewegung am stĂ€rksten war, kam es mehr als einmal zu einem generalisierten Aufstand. Wie John Zerzan8 hervorhebt, war dies nicht der verzweifelte Ausbruch von Arbeitern, die kein anderes Ventil hatten, da es unter den Textilarbeitern und anderen vor und wĂ€hrend der LudditenaufstĂ€nde eine lange Tradition des Gewerkschaftswesens gab.

In den frĂŒhen 1830er Jahren waren die Landarbeiter an der Reihe, Gelegenheitsarbeiter zu werden und sich in der „Armee“ von Captain Swing zu organisieren, einer mythischen Figur, die als Symbol fĂŒr die Landarbeiter ĂŒbernommen wurde, die Scheunen und StĂ€lle niederbrannten und ihren UnterdrĂŒckern – Bauern, Pfarrern und Friedensrichtern gleichermaßen – mit demselben Schicksal drohten. WĂ€hrend die Ludditen extrem organisiert waren, mangelte es den Swing-MĂ€nnern an Geheimhaltung. Neunzehn von ihnen wurden gehĂ€ngt (sechzehn wegen Brandstiftung), 644 kamen ins GefĂ€ngnis und 481 wurden nach Australien deportiert.

Zusammen mit der unvermeidlichen Entwicklung der RepressionskrĂ€fte in Form von Polizei und Armee sehen wir die Entwicklung der Gewerkschaften als einen Versuch, Ordnung aus der Arbeitssituation selbst heraus zu schaffen. Durch ihre Aufteilung nach Berufen und nach spezialisierten und nicht spezialisierten Arbeitern hatten sie nicht nur den Effekt, den Kampf zu kontrollieren, sondern ihn auch zu fragmentieren und entlang dieser kĂŒnstlichen Aufteilungen zu zerstreuen. Im Jahr 1910 gab es allein in der Maschinenbauindustrie ĂŒber 50 Gewerkschaften. Die revolutionĂ€re Bewegung, die sich daraufhin entwickelte, begann teilweise als Zerstörung der alten Organisationsformen.

Es entwickelten sich drei wichtige Bewegungen. Die evolutionĂ€re syndikalistische9 Bewegung unter französischem Einfluss; die industriellen Syndikalisten (IWW10) aus Amerika und die Bewegung der Vertrauensleute der Gewerkschaft11, die besonders in der Clydeside in Schottland aktiv war. Sie kĂ€mpften fĂŒr die Kontrolle der Industrie durch die Arbeiter und gegen das Versagen der orthodoxen Gewerkschaften und des linken Parlamentarismus, irgendeine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erreichen. Aber diese Bewegungen, obwohl sie auf lokaler Ebene stark waren und in der Lage, wichtige Streiks und AufstĂ€nde zu organisieren, gingen nie ĂŒber die Grenzen der Maschinenbau- und Transportindustrie und der Bergwerke hinaus.

In den Kriegsjahren kam es zu einem Pakt zwischen den Gewerkschaften und der Regierung. Beide taten sich zusammen, um den Arbeitern gewaltsam ein GefĂŒhl von Patriotismus einzuflĂ¶ĂŸen, um sie auf das große Massaker vorzubereiten, das kommen sollte. Streiks wurden als Ergebnis dieses Deals illegal, was deutlich zeigt, wie die Grenze zwischen LegalitĂ€t und IllegalitĂ€t ein formbares Instrument in den HĂ€nden der Macht ist. Nicht alle gingen bereitwillig zur Schlachtbank, und die vielen Deserteure und Meutereien, die brutal niedergeschlagen wurden, sind immer noch Teil der ungeschriebenen Geschichte des Proletariats.

Die Kommunistische Partei, die 1920 wĂ€hrend der Nachkriegsdepression gegrĂŒndet wurde, war autoritĂ€r und zentralisiert. Obwohl die Partei nie die UnterstĂŒtzung erlangte, die ihre kontinentalen GegenstĂŒcke hatten, erfĂŒllte sie dennoch ihre Rolle, die KĂ€mpfe im Kurs zu kontrollieren. Zum Beispiel ging sie in die KĂ€mpfe der Arbeitslosen hinein, die sich in lokalen Gruppen zur Enteignung von Lebensmitteln, Hausbesetzungen usw. organisierten, und kanalisierte sie, um reformistische Forderungen an den Staat zu stellen und große Demonstrationen wie die HungermĂ€rsche von Jarrow durchzufĂŒhren.

Der Generalstreik war sinnbildlich fĂŒr den Gegensatz zwischen der Masse der Arbeiter und den Gewerkschaften und Parteien, die behaupteten, sie zu vertreten.

Mit dem Aufschwung und der Entwicklung der Schwerindustrie konzentrierten sich die Hauptenergien der Ausgebeuteten jedoch am Arbeitsplatz, dem einzigen Ort, an dem sie sich nun zusammenfanden. Die Vertrauensleutebewegung12 wurde in den fĂŒnfziger und sechziger Jahren in den sogenannten Boomjahren wiederbelebt. Aber obwohl sie nĂ€her an der Basis der Arbeiter war, zersplitterte sie den Bereich des Kampfes noch mehr als die bereits auf einzelne Gewerbe ausgerichteten Gewerkschaften. Die wachsende Arbeitsteilung verursachte eine zunehmende Spaltung des Kampfes, mit dem Ergebnis, dass die SolidaritĂ€t zwischen den verschiedenen Sektoren begrenzt war, sogar zwischen den Arbeitern in derselben Fabrik.

WÀhrend die Gewerkschaften daran arbeiteten, die Industrie zusammen mit den Bossen zu entwickeln, entwickelte die Basis andere, unkontrollierbare Kampfformen wie Go-Slows13, wilde Streiks, Sit-ins14 usw. Zum Beispiel waren von den 421 Streiks in den Docks zu Beginn der sechziger Jahre 410 inoffiziell. Dieselben Arbeiter hatten bereits zehn Jahre zuvor erlebt, wie Truppen von einer Labour-Regierung in die Docks verlegt wurden und TGWU15-FunktionÀre gegen ihre eigenen Mitglieder aussagten.

Die Beschleunigung der Automatisierung, des Arbeitstempos und der Entfremdung, besonders in der sich schnell entwickelnden Autoindustrie, fĂŒhrte zu KĂ€mpfen, die sich gegen die Arbeitsethik der Gewerkschaft und des Managements richteten. Gegen Tarifaus- und Verhandlungen fĂŒhrten vor allem die Automobilarbeiter und Hafenarbeiter Sabotageaktionen an den FließbĂ€ndern, wilde Streiks und Besetzungen durch. Zeitweise gelang es ihnen, ihre „Verteidigungs“-Organisationen in Angriffssituationen und ĂŒber die Grenzen der UnabhĂ€ngigkeitsbestrebungen16 und der Gewerkschaftsdifferenzen hinweg zu drĂ€ngen, in die sie gezwungen worden waren. Aber der Ökonomismus der Gewerkschaften war eine der stĂ€rksten Waffen des Kapitals. Zu einer Zeit, als sich Industrieunruhen und sogar AufstĂ€nde in ganz Europa ausbreiteten, die jeweils von einer Minderheit mit ihren eigenen Zielen ausgingen und sich ĂŒber Streikposten, Arbeiterkomitees, Versammlungen usw. auf andere Kategorien von Arbeitern in derselben Branche und darĂŒber hinaus ausbreiteten, waren die Gewerkschaften die einzigen Organe, die in der Lage waren, mit der GeschĂ€ftsleitung zu verhandeln und die Arbeiter dazu zu bringen, unter großen Slogans der Einheit an die Arbeit zurĂŒckzukehren.

Dieser Dualismus in der Arbeiterbewegung zwischen Elementen der Basis, die direkt und spontan innerhalb einer bestimmten ökonomischen Situation kĂ€mpfen, und den Vertretern der nationalen Politik der offiziellen Arbeiterbewegung, die immer bereit sind, KĂ€mpfe zu bremsen und zu formalisieren (z.B. Boykott, Streiks und sogar „Arbeit nach Vorschrift“) und sie zu Instrumenten der Verhandlung mit den Industrien zu machen, hat immer existiert. Aber nicht alle Aktionen der Basis können instrumentalisiert werden, und der Drang zur IllegalitĂ€t kann nie ganz erstickt werden. Zeitweise mag es so aussehen. Aber selbst wĂ€hrend der relativen „Flauten“ gibt es eine immerwĂ€hrende Bewegung von bewusst der Arbeit Fernbleibenden17, Expropriateuren und Saboteuren. Diese Bewegung von unten, die Ende der sechziger Jahre in voller StĂ€rke auftrat, zerstreute den Mythos der passiven, stabilen englischen Arbeiterklasse, so wie sich das Bild des traditionellen Arbeiters mit der Zunahme der Zahl von Frauen und eingewanderten Arbeitern in der produktiven Arbeit und den schnell expandierenden Dienstleistungsindustrien verĂ€nderte.

Zur gleichen Zeit wuchs eine neue Bewegung in den Schulen und Hochschulen. Einer der Hauptbezugspunkte fĂŒr diese Bewegung war der Vietnamkrieg. In jedem College und jeder UniversitĂ€t kĂ€mpften verschiedene Gruppen um politischen Raum. Eine Zeit lang gab es den Versuch, eine einheitliche Studentenbewegung zu bilden, die Revolutionary Students Federation (A.d.ĂŒ., RevolutionĂ€re Studentenföderation). Die bedeutendsten Gruppen hatten eine trotzkistische Tendenz, der Maoismus hatte in diesem Land wenig Einfluss. Aber die sterile Politik der geradlinigen Linken (Trotzkisten und andere Leninisten) konnte die neue antiautoritĂ€re Bewegung, die sich zu entwickeln begann, nicht eindĂ€mmen.

Die Politik des alltĂ€glichen Lebens – sich um die eigene UnterdrĂŒckung herum zu organisieren, zu versuchen, die Spaltung zwischen Arbeitern und Studenten, zwischen MĂ€nnern und Frauen zu ĂŒberwinden, Gruppen um konkrete Probleme herum zu bilden und nicht unter politischen Bannern – war in voller Entwicklung. Eine riesige Bewegung von Bittstellern18-Arbeitslosen, Hausbesetzern, Feministinnen usw. entstand, die nicht das Recht auf Arbeit, sondern die Verweigerung von Arbeit zum Ausdruck brachte, die nicht die abwartende Taktik der gewerkschaftlichen Erziehung anwandte, sondern sich hier und jetzt das nahm, was verweigert wurde, und das ablehnte, was angeboten wurde. Die Kritik an der Kernfamilie als fester Bastion der kapitalistischen Macht fĂŒhrte zu vielen Erfahrungen des gemeinschaftlichen Lebens. Diese Bewegung in ihrer ganzen KomplexitĂ€t, die nicht so sehr eine Studentenbewegung war, sondern eine weit verbreitete, die junge Arbeiter, Studenten und Arbeitslose umfasste, könnte man als die libertĂ€re Bewegung dieser Zeit bezeichnen.

Diese Bewegung bestand aus autonomen Gruppen, die außerhalb der stagnierenden AtmosphĂ€re der traditionellen anarchistischen Bewegung mit ihren eigenen mikroskopischen Machtzentren agierten, die, wie Bakunin so scharfsinnig feststellte, genauso ruchlos sind wie jede andere Machtstruktur. Es kann daher eine Parallele zwischen der Dichotomie innerhalb der Arbeiterbewegung und derjenigen, die innerhalb der anarchistischen Bewegung existiert, gezogen werden. Auf der einen Seite gibt es die GefĂ€hrten, die Machtpositionen innehaben, die keine konkrete TĂ€tigkeit ausĂŒben, um zum revolutionĂ€ren Bewusstsein der Masse beizutragen, sondern die ihre Zeit damit verbringen, Versammlungen und Konferenzen zu leiten, die darauf abzielen, jĂŒngere GefĂ€hrten durch die Beschwörung abstrakter Prinzipien zu beeinflussen. Diese Prinzipien werden als die einzig wahren Lehren des Anarchismus hochgehalten und von denjenigen befolgt, die sie entweder aus Faulheit oder SchwĂ€che kritiklos akzeptieren. Die Manifestationen dieser Inseln der Macht nehmen gewöhnlich die Form von Publikationen an, die lange bestehen und sich wiederholen. Sie haben den Ă€ußeren Anschein eines „offenen Forums“ fĂŒr den Gebrauch der Bewegung als Ganzes, aber die grundlegende Ideologie – die der Konservierung und des Stillstands – sickert hinter dem Gewusel von „Helfern“ hindurch, die die Aufgabe haben, die Publikation zu „fĂŒllen“ und physisch herzustellen. Diese Publikationen sind die ersten, die autonome Aktionen verurteilen, die ihre Bezugspunkte in der illegalen Bewegung der Ausgebeuteten haben. Sie sind die ersten, die sie anprangern und sie beschuldigen, die polizeiliche Repression auf die anarchistische Bewegung zu lenken. In ihren TrĂ€umereien haben sie vergessen, dass es Repression immer gibt, und dass sie nur in ihrer raffiniertesten Form den friedlichen Friedhof der Duldung schafft, auf dem nur Gespenster wandeln dĂŒrfen. Viele der stĂ€rksten sozialen Rebellionen der letzten Zeit wurden durch die Reaktion der Bevölkerung auf die polizeiliche Repression ausgelöst und verbreitet.

Die traditionelle anarchistische Bewegung sieht sich daher von der anderen Bewegung der Anarchisten bedroht, den autonomen Gruppen und Einzelpersonen, die ihre Aktionen auf eine kritische Bewertung vergangener Methoden und aktueller Theorie und Analyse stĂŒtzen. Auch sie benutzen die traditionellen Instrumente von FlugblĂ€ttern, Zeitungen und anderen Publikationen, aber sie benutzen sie als Werkzeuge der revolutionĂ€ren Kritik und Information und versuchen immer, auf den Massenkampf zuzugehen und persönlich und methodisch zu ihm beizutragen. Es ist durchaus kohĂ€rent – und notwendig, wenn sie aktive Teilnehmer des Kampfes sein wollen -, dass sie auch die Instrumente der direkten Aktion und des bewaffneten Kampfes anwenden. Diese Gruppen lehnen die Logik des Machtzentrums und der „freiwilligen Helfer“ ab. Jedes Individuum ist fĂŒr sein oder ihr Handeln verantwortlich, das auf Entscheidungen beruht, die durch die endlose Aufgabe des Erwerbs von Informationen und VerstĂ€ndnis erreicht werden. Einiges davon kann auch von Ă€lteren oder erfahreneren GefĂ€hrten in der Gruppe gewonnen werden, aber niemals als etwas, das verehrt und unkritisch weitergegeben werden muss. Genauso wie es keine unverrĂŒckbaren Grenzen zwischen den beiden Arbeiterbewegungen gibt, gibt es sie auch nicht innerhalb der beiden anarchistischen Bewegungen. Es gibt auch keine feste Grenze zwischen der letzteren Bewegung und der aufstĂ€ndischen Arbeiterbewegung. Wenn sich der Kampf zuspitzt, nĂ€hern sich diese Bewegungen an und vermischen sich, die Anarchisten jedoch immer mit dem Ziel, den Kampf zu einem revolutionĂ€ren Abschluss zu treiben und libertĂ€re Methoden anzubieten, um zu verhindern, dass er von autoritĂ€ren Strukturen ĂŒbernommen wird.

Die andere, traditionelle anarchistische Bewegung hat in der Vergangenheit nur allzu oft ihre Bereitschaft gezeigt, BĂŒndnisse mit Strukturen der offiziellen Arbeiterbewegung einzugehen.

In Anbetracht der Situation Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre, mit der Welle von Arbeiterunruhen von der Basis ausgehend, den KĂ€mpfen der Studenten an den UniversitĂ€ten, den KĂ€mpfen der Arbeitslosen, der Frauen und so weiter, taucht die Angry Brigade sowohl als Produkt dieser RealitĂ€t als auch als revolutionĂ€res Subjekt auf, das innerhalb dieser RealitĂ€t agiert. Sie als irgendeine Form von sozialer Abweichung abzulehnen, hieße, die Augen vor der RealitĂ€t des Kampfes zu dieser Zeit zu verschließen. Die Tatsache, dass ihre Aktionen bewusst auf dem Gebiet der IllegalitĂ€t stattfanden und sie andere dazu aufforderten, dasselbe zu tun, disqualifiziert sie in keiner Weise von dem, was in seinem eigentlichen Wesen eine illegale Bewegung war. Es ist möglich, dies sogar im Zusammenhang mit den BombenanschlĂ€gen allein zu sehen, die in diesen Jahren stattfanden (obwohl wir damit nicht beabsichtigen, die umfangreichen und vielfĂ€ltigen Instrumente der IllegalitĂ€t auf das der Bombe zu reduzieren): Major Yallop, Leiter der Laboratorien im Woolwich Arsenal, Hauptzeuge der Anklage im Prozess gegen die angebliche „Angry Brigade“, musste zugeben, dass zusĂ€tzlich zu den 25 BombenanschlĂ€gen zwischen 1968 und Mitte 1971, die ihnen zugeschrieben wurden, weitere 1.075 durch sein Labor gegangen waren.

Wenn wir die von der Angry Brigade beanspruchten BombenanschlĂ€ge betrachten, sehen wir, dass sie sich auf zwei Bereiche des Kampfes konzentrieren, die zu dieser Zeit hochsensibel waren. Der erste war der Kampf in der Industrie: der Bombenanschlag auf das Dept. of Employment and Productivity (A.d.Ü., Arbeitsministerium) am Tag einer großen Demonstration gegen die Industrial Relations Bill19; der Bombenanschlag auf das Haus von Carr20 am Tag einer noch grĂ¶ĂŸeren Demonstration; der Bombenanschlag auf das Haus von William Batty21 wĂ€hrend eines Streiks bei Ford in Dagenham; der Bombenanschlag auf das Haus von John Davies, Minister fĂŒr Handel und Industrie, wĂ€hrend der Upper Clyde Shipbuilders-Krise22; der Bombenanschlag auf Bryant Homes23 wĂ€hrend eines Streiks auf einer seiner Baustellen. ErgĂ€nzend zu diesen AnschlĂ€gen gab es die Bomben, die direkt auf den Repressionsapparat des Staates gerichtet waren, zu einer Zeit, als die Repression als Reaktion auf den Aufschwung in allen Bereichen des Kampfes stark zunahm. Der Bombenanschlag auf das Haus von Commissioner Waldron, dem Chef von Scotland Yard. Der Bombenanschlag auf den Polizeicomputer im Tintagel House24, auf das Haus des Generalstaatsanwalts Peter Rawlinson und schließlich auf ein Rekrutierungszentrum der Territorialarmee – Heeresreserve (Territorial Army Recruitment), kurz nachdem die Internierung25 in Nordirland eingefĂŒhrt wurde, fallen in diese Kategorie. Die BombenanschlĂ€ge auf die Boutique BibaÂŽs in der Hauptstraße und auf den BBC-Wagen in der Nacht vor dem Miss-World-Wettbewerb waren ein Versuch, weiter in die Richtung zu gehen, die Stereotypisierung und Entfremdung des Spektakels von Konsum und Rollenspiel zu zerstören: „In der Drogerie sitzen, distanziert schauen, leer, gelangweilt, irgendeinen geschmacklosen Kaffee trinken? oder vielleicht BLOW IT UP OR BURN IT DOWN (SPRENG ES IN DIE LUFT ODER BRENN ES NIEDER).“

Durch ihre Aktionen wurde auch die Angry Brigade ein Teil dieses Spektakels, aber ein Teil, der Form annahm, um zu seiner Zerstörung beizutragen. Ihre Aktionen, wie sie hier vorgestellt werden, nehmen daher ihren Platz nicht als eine alte Ware, die man herausnimmt und abstaubt, um sie dann wie ein Relikt, das der Vergangenheit angehört, wieder ins Regal zu stellen. Die Arbeit, die sie geleistet haben – und fĂŒr die fĂŒnf LibertĂ€re mit hohen GefĂ€ngnisstrafen bezahlt haben -, ist ein Beitrag zu dem andauernden Kampf, der in dem Maße, wie sich die Strategien des Kapitals Ă€ndern, seine Form verĂ€ndert, um sich zu restrukturieren und zu erhalten. Eine kritische Bewertung der Angry Brigade muss daher woanders stattfinden als auf den sterilen Seiten dieses Pamphlets. Sie muss in den aktiven Überlegungen einer Bewegung stattfinden, die eine Aufgabe zu erfĂŒllen hat und die sich nicht mit der Verurteilung und Diffamierung durch diejenigen zufrieden gibt, deren oberstes Ziel es ist, sich selbst zu schĂŒtzen.

Viele Probleme werden durch eine erneute LektĂŒre der Aktionen und Erfahrungen der Angry Brigade aufgeworfen – KlandestinitĂ€t oder nicht, symbolische Aktion oder direkter Angriff, anonyme Aktionen oder die Verwendung von KommuniquĂ©s, die durch die Medien verbreitet werden – um nur einige zu nennen. Die folgenden Seiten helfen, diese Fragen zu beleuchten, deren Lösung nur im konkreten Feld des Kampfes gefunden werden kann.

Jean Weir

Kommuniqués der Angry Brigade

Erstes Kommuniqué

BRÜDER & SCHWESTERN:

Wir erwarten, dass die Nachricht ĂŒber den Maschinengewehrangriff auf die spanische Botschaft in London26 Donnerstagnacht von der bĂŒrgerlichen Presse unterdrĂŒckt wird
 Es ist das dritte Mal innerhalb des letzten Monats, dass das System die Maske der sogenannten „Informationsfreiheit“ fallen lĂ€sst und versucht, die Tatsache seiner Verwundbarkeit zu verbergen.

„Sie“ kennen die Wahrheit hinter der BBC27 am Tag vor der Miss-World-Farce, „sie“ kennen die Wahrheit hinter der Zerstörung des Eigentums von Richtern des Obersten Gerichtshofs; „sie“ kennen die Wahrheit hinter den vier Barclays-Banken, die entweder angezĂŒndet oder schwer zerstört wurden; „sie“ wissen auch, dass sich aktive Opposition gegen ihr System ausbreitet.

Die Angry Brigade ĂŒbernimmt nicht fĂŒr alles die Verantwortung.

Wir können uns auf die eine oder andere Weise Gehör verschaffen. In SolidaritĂ€t mit unseren baskischen BrĂŒdern und Schwestern haben wir gestern Abend die spanische Botschaft mit Maschinengewehren beschossen. Wir waren vorsichtig, nicht die Schweine zu treffen, die das GebĂ€ude als Vertreter des britischen Kapitals im faschistischen Spanien bewachen. Wenn Großbritannien bei diesem „legalen“ Lynchmord mit Frankreich kooperiert, indem es die Wahrheit wegsperrt, werden wir beim nĂ€chsten Mal vorsichtiger zielen.

SOLIDARITÄT & REVOLUTION
LIEBE
Kommuniqué, Die Angry Brigade28

Kommuniqué 1

Faschismus & UnterdrĂŒckung
werden zertrĂŒmmert werden
Botschaften (Spanische Botschaft mit Maschinengewehren beschossen Donnerstag)
Hohe Schweine
Spektakel
Richter
Eigentum

Kommuniqué 1
Die Angry Brigade

Kommuniqué 2

Erfolg
Britisches Arbeitsministerium

Kommuniqué 2
Die Angry Brigade29

Kommuniqué 3

(Von KommuniquĂ© 3 sind nur AuszĂŒge aus I.T. 94 und I.T. 95 verfĂŒgbar)

Die ErklĂ€rung ĂŒbernimmt die Verantwortung fĂŒr den Bombenangriff auf das Department of Employment and Productivity Wages Council (A.d.Ü., Britisches Arbeitsministerium). Sie beschrieben es als Teil einer „geplanten Serie von Angriffen auf kapitalistisches und staatliches Eigentum“. Sie endet mit: „Wir werden ihre Gewalt mit unserer Klassengewalt beantworten“.30

Kommuniqué 4

Robert Carr bekam es heute Abend. Wir kommen nĂ€her (We‘re getting closer).31

Kommuniqué 4
Die Angry Brigade

Kommuniqué 5

Wir sind keine Söldner.

Wir greifen Eigentum an, nicht Menschen.

Carr, Rawlinson32, Waldron33, wÀren alle tot, wenn wir es gewollt hÀtten.

Faschisten und Regierungsbeamte sind die einzigen, die die Öffentlichkeit angreifen – die Brandbombe auf die westindische Party in SĂŒdlondon, die West End Kino Bombe34.

Die britische Demokratie basiert auf mehr Blut, Terror und Ausbeutung als jedes andere Imperium in der Geschichte.

Sie hat eine brutale Polizei, ĂŒber deren Verbrechen gegen Menschen die Medien nicht berichten wollen.

Jetzt hat ihre Regierung einen grausamen Klassenkrieg erklÀrt.

Carrs Industrial Relations Bill zielt darauf ab, ihn zu einem einseitigen Krieg zu machen.

Wir haben begonnen zurĂŒckzuschlagen und der Krieg wird von der organisierten Arbeiterklasse gewonnen werden, mit Bomben.

Kommuniqué 5
Die Angry Brigade

Kommuniqué 6

MITREVOLUTIONÄRE


Wir haben zu lange still gesessen und die Gewalt des Systems ertragen. Wir werden tĂ€glich angegriffen. Gewalt gibt es nicht nur in der Armee, der Polizei und den GefĂ€ngnissen. Sie existiert in der schĂ€bigen, entfremdenden Kultur, die von Fernsehen, Filmen und Zeitschriften verbreitet wird, sie existiert in der hĂ€sslichen SterilitĂ€t des stĂ€dtischen Lebens. Sie existiert in der tĂ€glichen Ausbeutung unserer Arbeit, die den großen Bossen die Macht gibt, unser Leben zu kontrollieren und das System fĂŒr ihre eigenen Zwecke zu steuern.

Wie viele Rolls Royce
 wie viele Nordirlands
 wie viele gewerkschaftsfeindliche Gesetze wird es brauchen, um zu zeigen, dass die herrschende Klasse in einer Krise des Kapitalismus nur reagieren kann, indem sie die Bevölkerung politisch angreift?

Aber das System wird niemals von selbst zusammenbrechen oder kapitulieren.

Immer mehr Arbeiter erkennen das jetzt und verwandeln gewerkschaftliches Bewusstsein in offensive politische Militanz. In einer Woche streikten eine Million Arbeiter
 Fords, Post, BEA, Ölzusteller


Unsere Aufgabe ist es, die politischen WidersprĂŒche auf allen Ebenen zu vertiefen.

Wir werden das nicht erreichen, indem wir uns auf „Themen“ konzentrieren oder verwĂ€sserte sozialistische PlattitĂŒden verwenden.

In Nordirland haben die britische Armee und ihre Schergen einen Übungsplatz gefunden: das CS-Gas und die Kugeln in Belfast werden morgen in Derby und Dagenham sein.

UNSER Angriff ist gewalttÀtig


Unsere Gewalt ist organisiert.

Die Frage ist nicht, ob die Revolution gewaltsam sein wird. Organisierter militanter Kampf und organisierter Terrorismus gehen Seite an Seite. Das sind die Taktiken der revolutionÀren Klassenbewegung. Wo zwei oder drei RevolutionÀre organisierte Gewalt anwenden, um das Klassensystem anzugreifen 
 da ist die Angry Brigade. RevolutionÀre in ganz England benutzen bereits den Namen, um ihre Angriffe auf das System bekannt zu machen.

Keine Revolution wurde jemals ohne Gewalt gewonnen.

So wie die Strukturen und Programme einer neuen revolutionĂ€ren Gesellschaft an jedem Punkt des Kampfes in jede organisierte Basis einfließen mĂŒssen, so muss organisierte Gewalt jeden Punkt des Kampfes begleiten, bis die revolutionĂ€re Arbeiterklasse bewaffnet das kapitalistische System stĂŒrzt.

Kommuniqué 6
Die Angry Brigade

Kommuniqué 7

GEFÄHRTEN!

Vor zwei Monaten haben wir das Haus von Carr in die Luft gejagt. RevolutionÀre Gewalt durch die hohen Mauern des englischen Liberalismus.

Abgesehen von einem kurzen CommuniquĂ© schwiegen wir seitdem
 Warum?
wer ist die Angry Brigade
was sind ihre politischen Ziele
eine Menge Kritik wurde in vage Richtungen gelenkt
sie nannten uns die Special Branch35, die Front, Anarcho-VerrĂŒckte, Kommis, Bomben-Mob, alles Mögliche
wir glauben, dass die Zeit fĂŒr einen ehrlichen Dialog gekommen ist
mit jedem GefĂ€hrten, der sich an uns wenden möchte
durch die Untergrundpresse
durch irgendetwas. Schaut euch um, Bruder und Schwester
schaut auf die Barrieren
atmet nicht
liebt nicht, streikt nicht, macht nicht Ärger
TUT NICHT(DON’T).

Die Politiker, die FĂŒhrer, die Reichen, die großen Bosse, haben das Kommando
SIE kontrollieren. WIR, DAS VOLK (THE PEOPLE), LEIDEN
 SIE haben versucht, uns zu bloßen Funktionen eines Produktionsprozesses zu machen. SIE haben die Welt mit chemischen AbfĂ€llen aus ihren Fabriken verschmutzt. SIE haben uns den MĂŒll ihrer Medien in die Kehle gestopft. SIE haben uns zu absurden sexuellen Karikaturen gemacht, alle von uns, MĂ€nner und Frauen. SIE haben uns getötet, napalmiert (A.d.Ü., mit Napalm einbalsamiert), zu Seife verbrannt, verstĂŒmmelt und vergewaltigt.

Das ging ĂŒber Jahrhunderte so weiter.

Langsam begannen wir den GROSSEN BETRUG zu verstehen. Wir sahen, dass sie „unsere Möglichkeiten“ definiert hatten. Sie sagten: Ihr könnt demonstrieren 
 zwischen den Polizeiabsperrungen. Ihr könnt Sex haben 
 in der normalen Position und als Ware; Waren sind gut. Ihr könnt euch zur Verteidigung des TUC36 (Trades Union Congress) versammeln 
 Die „FĂŒhrung“ ist weise.

SIE benutzten verwirrende Worte wie „Öffentlichkeit“ oder das „Nationale Interesse“. Ist die Öffentlichkeit eine Art „wĂŒrdiges Gremium“, dem wir nur solange angehören, bis wir streiken? Warum werden wir dann zu gefĂŒrchteten Schmarotzern reduziert, die die Wirtschaft des Landes ruinieren? Ist „Nationales Interesse“ etwas anderes als IHR Interesse?

In letzter Zeit haben wir begonnen, eine andere Art von Betrug zu durchschauen: es gibt eine bestimmte Art von Fachleuten, die behaupten, uns zu vertreten
 die Abgeordneten, die Kommunistische Partei, die GewerkschaftsfĂŒhrer, die Sozialarbeiter, die alte-alte Linke
 All diese Leute haben sich angemaßt, in unserem Namen zu handeln. All diese Leute haben bestimmte Dinge gemeinsam 
 SIE verkaufen uns immer 
 SIE haben alle Angst vor uns 
 SIE predigen, den Frieden zu bewahren 
 und wir sind gelangweilt 
 arm 
 und sehr mĂŒde, den Frieden zu bewahren.

DIE ANGRY BRIGADE WURDE EINE REALITÄT wir wussten, dass jeder Moment schlecht bezahlter Langeweile an einem Fließband ein Gewaltverbrechen war. Wir hatten alle senilen Hierarchien und ALLE Strukturen abgelehnt, die LĂŒgner, die ArmutszuhĂ€lter, die Carrs, die Jacksons37 die Rawlinsons, die Bob Hopes38, die Waldrons


Zu glauben, dass UNSER Kampf auf die KanĂ€le beschrĂ€nkt werden könnte, die uns von den Schweinen zur VerfĂŒgung gestellt werden, WAR DER GRÖSSTE BETRUG. Und wir fingen an, sie zu schlagen.

* * *

Der 12. Januar war wichtig
wir zerschlugen die Verdunkelungen der Yellow Press (A.d.Ü., Sensationspresse) 
hunderte von Jahren Imperialismus
Millionen von Opfern der Kolonisation brachen auf
all die unterdrĂŒckte Frustration, all das GlĂŒhen der entfesselten Energie sprengte unsere Gedanken
Carr war völlig unwichtig
er war nur ein Symbol
wir hĂ€tten den Bastard töten können
oder Powell oder Davies39
oder irgendein Schwein.

Dann bekamen wir Angst
wie jedes neugeborene Baby, das seine Augen einem gigantischen Leuchten öffnet – wir bekamen Angst
jedes Klopfen, jedes Wort wurde zu einer Bedrohung
aber gleichzeitig wurde uns klar, dass unsere Panik winzig war, verglichen mit der Panik der Mirrors und der Habershons UND ES BLITZTE AUF: WIR WAREN UNSCHLAGBAR
weil wir jeder waren.

SIE KÖNNTEN UNS NICHT VERHAFTEN, WEIL WIR NICHT EXISTIERTEN Wir fingen an, uns in die Öffentlichkeit zu trauen, sprachen mit Freunden, mit Nachbarn, mit Leuten in den Kneipen, bei Fußballspielen 
 und wir wussten, dass wir nicht allein waren 
 WIR LEBTEN UND WUCHSEN!

GEFÄHRTEN!

BrĂŒder und Schwestern, die wir kaum kennen, wurden abgeholt, reingelegt, eingeschĂŒchtert, belĂ€stigt. Die McCarthy’s40, die Prescotts, die Purdies41 sind alle UNSCHULDIG. Die Schweine brauchen SĂŒndenböcke.

Unsere Macht ist die 6 BĂŒros der Konservativen, die am 13. Januar durch Molotowcocktails zerstört wurden, der Generator in Altringham, der in die Luft gejagt wurde, sind alles Antworten der revolutionĂ€ren Bewegung auf unseren Aufruf.

Wir sind sicher, dass jeder einzelne Tag, an dem diese GefÀhrten hinter Gittern bleiben, gerÀcht werden wird
Auch wenn das bedeutet, dass einige der Schweine ihr Leben verlieren werden.

* * *

Vor drei Wochen hĂ€tten wir fast Jacksons Hauptquartier in die Luft gejagt. Wir wussten, dass er sich verkaufen musste. Wir wollten ihn treffen, BEVOR er den Schaden anrichtet. Aber in uns tragen wir die Überreste des Liberalismus und der IrrationalitĂ€t
Lasten unserer Vergangenheit, die wir versucht haben abzulegen. Er kam uns zuvor
ER HAT SICH VERKAUFT
Lassen wir die arbeitenden BrĂŒder und Schwestern unsere Jury sein.

Dieses Mal wussten wir es besser: Es ist FORD HEUTE ABEND. Wir feiern das 100-jÀhrige Bestehen der Pariser Kommune. Wir feiern unsere REVOLUTION, die sich nicht kontrollieren lÀsst.

Unsere Revolution ist eine autonome Aktion der Basis – wir erschaffen sie SELBST. Wir haben jetzt Vertrauen
 wir mĂŒssen nicht darauf warten, dass sie uns etwas Verlockendes wie einen Powell, einen Gesetzesentwurf oder einen faulen Apfel vor die Nase halten, bevor wir wie die Kaninchen springen. Wir klammern uns nicht verzweifelt an die Illusion der FREIHEIT. Unsere Strategie ist klar: Wie können wir das System zerschlagen? Wie kann das Volk die Macht ĂŒbernehmen?

Wir mĂŒssen ANGREIFEN, wir können unseren Wunsch, in die Offensive zu gehen, nicht delegieren. Sabotage ist eine RealitĂ€t
 aus der Fabrik rauszukommen ist nicht der einzige Weg zu streiken
 drinnen bleiben und die Macht ĂŒbernehmen. Wir sind gegen jede externe Struktur, ob sie Carr, Jackson, IS42, KP43 oder SLL44 heißt, ist irrelevant – sie sind alle ein und dasselbe.

WIR GLAUBEN AN DIE AUTONOME ARBEITERKLASSE.

WIR SIND EIN TEIL VON IHR. UND WIR SIND BEREIT, UNSER LEBEN FÜR UNSERE BEFREIUNG ZU GEBEN.

ALLE MACHT DEM VOLK (POWER TO THE PEOPLE)

Kommuniqué 7
Die Angry Brigade45

Kommuniqué 8

„Wenn du nicht damit beschĂ€ftigt bist, geboren zu werden, bist du damit beschĂ€ftigt, zu kaufen“.

Alle VerkĂ€uferinnen in den protzigen Boutiquen werden dazu gezwungen, sich gleich zu kleiden und das gleiche Make-up zu tragen, die 1940er Jahre reprĂ€sentierend. In der Mode, wie in allem anderen, kann der Kapitalismus nur rĂŒckwĂ€rts gehen 
 sie können nirgendwo hin – sie sind tot.

Die Zukunft gehört uns.

Das Leben ist so langweilig, dass es nichts zu tun gibt, außer unseren ganzen Lohn fĂŒr den neuesten Rock oder das neueste Hemd auszugeben.

BrĂŒder und Schwestern, was sind eure wahren SehnsĂŒchte?

In der Drogerie sitzen, distanziert schauen, leer, gelangweilt, irgendeinengeschmacklosen Kaffee trinken? Oder vielleicht ES IN DIE LUFT ZU SPRENGEN ODER ES NIEDERZUBRENNEN (BLOW IT UP OR BURN IT DOWN). Das Einzige, was man mit den modernen SklavenhĂ€usern – Boutiquen genannt – machen kann, IST, SIE ZU ZERSTÖREN. Man kann Profit Kapitalismus und Unmenschlichkeit nicht reformieren. Tritt es einfach, bis es zerbricht.

Revolution.

Kommuniqué 8
Die Angry Brigade46

Kommuniqué 9

WIR kommen nÀher.

Wir zerstören langsam die langen Tentakel der unterdrĂŒckerischen Staatsmaschine


geheime Akten an den UniversitÀten
Arbeitsstudien in den Fabriken
die VolkszÀhlung zu Hause
Sozialversicherungsakten
Computer
TV
Giro
ReisepÀsse
Arbeitsgenehmigungen
Versicherungskarten.
BĂŒrokratie und Technologie, die gegen die Menschen eingesetzt werden

um unsere Arbeit zu beschleunigen
um unseren Verstand und unsere Handlungen zu verlangsamen
um die Wahrheit auszulöschen.

Polizeicomputer können nicht die Wahrheit sagen. Sie zeichnen nur unsere „Verbrechen“ auf. Die Schweinemorde bleiben unaufgezeichnet. Stephen McCarthy, Peter Savva47, David Owale48-Der Mord an diesen BrĂŒdern steht auf keiner geheimen Karte.

Wir werden unsere BrĂŒder rĂ€chen.

Wenn sie einen weiteren Bruder oder eine Schwester ermorden, wird das Blut der Schweine auf den Straßen fließen.

168 Explosionen im letzten Jahr. Hunderte von Drohanrufen an die Regierung, Bosse, AnfĂŒhrer.

Die Angry Brigade ist der Mann oder die Frau, die neben Ihnen sitzt. Sie haben Waffen in ihren Taschen und Wut in ihren Köpfen.

Wir kommen nÀher.

Raus aus dem System und seinem Besitz.

Alle Macht dem Volk (Power to the people).

Kommuniqué 9
Die Angry Brigade49

Kommuniqué 10

JOHN DILLON IST DRIN; WIR HABEN GEWONNEN
BATTY UND SEIN TRANSFORMATOR IST RAUS; WIR HABEN WIEDER GEWONNEN
DEN STREIT VOM ZAUN BRECHEN
BOGSIDE-CLYDESIDE
UNTERSTÜTZT DIE WÜTENDE SEITE (ANGRY SIDE) VERBREITET DAS WORT
ALLE MACHT DEM VOLK (POWER TO THE PEOPLE)

Kommuniqué 10
Die Angry Brigade

Kommuniqué 11

DAVIES IST EIN LÜGENDER BASTARD

Er versteckt den absichtlichen Abbau der Schwerindustrie, den Abbau von Investitionen in den traditionell schwachen Gebieten, die sowieso nie viel waren, indem er sagt, dass die Schließungen bei UCS (Upper Clyde Shipbuilders) nur das Ergebnis von schlechtem Management sind. Und das verdammte Management wird sowieso nicht leiden. Die Bedingungen, die er fĂŒr das neue Unternehmen gestellt hat, sind nur fĂŒr die Arbeiter hart, die ein fĂŒr allemal einen Vertrag unterschreiben mĂŒssen, gegen den sie laut dem Arbeitsbeziehungsgesetz nicht ankĂ€mpfen können.

Davies sagt „mutig“, dass die Regierung keine lahmen Enten unterstĂŒtzen wird. Doch vor 2 Wochen hat die Regierung eine massive Investition in Harland und Wolff50 getĂ€tigt. Ein politischer Schachzug, um den Kapitalismus um jeden Preis aufrechtzuerhalten, angesichts des Volksaufstandes.

SIEG FÜR DIE ARBEITER AN DER CLYDESIDE

Wir möchten euch sagen, dass ihr euch vor all den Geiern in Acht nehmen sollt, die nach Clydeside fliegen werden, um euch zu sagen, was ihr tun sollt. Die gleichen Leute, die die ProduktivitĂ€tsvereinbarungen unterschrieben haben, die den Entlassungsball ins Rollen brachten, versuchen nun, sich von eurem Kampf zu ernĂ€hren. Wenn es eine Besetzung geben wird, dann muss sie echt sein. Nehmt den Bossen die Höfe weg und behaltet sie. Die Labour Party, die Gewerkschaften und ihre Lakaien, die KP mit ihrem ProduktivitĂ€tswahn, dieselben Bastarde, die uns immer verraten, werden versuchen, euch mit Gesten wie eintĂ€gigen Streiks und eintĂ€gigen Besetzungen, Petitionen usw. abzuspeisen, die einen Scheißdreck erreichen werden.

IHR SEID EURE EIGENEN ANFÜHRER. HABT EURE EIGENE TAKTIK, KONTROLLIERT EUREN EIGENEN KAMPF – SOLIDARITÄT

BOGSIDE, CLYDESIDE, JOIN THE ANGRY SIDE (BOGSIDE, CLYDESIDE, SCHLIEßT EUCH DER WÜTENDEN SEITE AN)

Kommuniqué 11
Die Angry Brigade

Kommuniqué 12

Über 5.500 FlĂŒchtlinge, 2.000 Obdachlose, ĂŒber 20 Tote in 2 Tagen,

230 ohne Anklage oder Prozess inhaftiert, die sechs besetzten Grafschaften Irlands werden von den Bewaffneten in Khaki terrorisiert. Dieser Krieg des Terrors wird im Namen des britischen Volkes gefĂŒhrt. DIES IST EINE VERLEUMDERISCHE LÜGE. Der britisch-imperialistische Feldzug in Irland wird nur gefĂŒhrt, um die fetten Profite einiger reicher Schweine und machtbesessener Politiker zu sichern.

Wir warnen alle arbeitslosen BrĂŒder und Schwestern.

Lasst euch nicht von der Rekrutierungskampagne der Armee tĂ€uschen. Eine Armeekarriere ist kein Spaß in der Sonne und das Erlernen eines nĂŒtzlichen Berufes, wenn ihr beitretet, werdet ihr in Belfast, Derry und all den anderen Arbeiterghettos in Nordirland ausgebildet, um gewöhnliche Menschen der Arbeiterklasse zu ermorden und zu brutalisieren. Die Ausbildung wird sich als nĂŒtzlich erweisen, wenn die Klasse der Chefs die Truppen nach Clydeside, Merseyside, Tyneside, Birmingham, London und in alle Arbeiterviertel in ganz Großbritannien schickt. Jedem arbeitslosen Arbeiter, der daran denkt, sich zu verpflichten, stellen wir eine Frage:

-IN WELCHE RICHTUNG WIRST DU DEINE WAFFE RICHTEN, WENN DIE OFFIZIERE DICH GEGEN DIE MENSCHEN DEINER EIGENEN STADT BEFEHLEN?

Wen wirst du erschießen, wenn deine Eltern, BrĂŒder und Schwestern in Sichtweite deines Gewehrs sind?

Die britische Klasse der Chefs hat ihre Taschen mit den angehĂ€uften Profiten aus 700 Jahren Ausbeutung des irischen arbeitenden Volkes gefĂŒttert.

Jetzt morden sie, um diese Profite zu verteidigen.

DIE ANGRY BRIGADE RÄT DER BRITISCHEN HERRSCHENDEN KLASSE, AUS IRLAND ZU VERSCHWINDEN UND IHRE MARIONETTEN (LYNCH, FAULKNER, ETC.) MITZUNEHMEN.

ANGRY BRIGADE
ZELLE DER SCHWARZARBEITER (MOONLIGHTER’S CELL)
RICHTE DEINE WAFFE

Kommuniqué 13

Der Bombenanschlag der Angry Brigade auf das Haus von Chris Bryant in Birmingham hat die Aufmerksamkeit auf die AktivitÀten des Baukonzerns Bryant gelenkt.

Seit zwei Wochen streiken die Arbeiter auf einer Bryant-Baustelle und fordern einen Pauschaltarif von einem Pfund pro Stunde und das Ende des „Klumpens“ – eines Pools von selbstĂ€ndigen, nicht gewerkschaftlich organisierten MĂ€nnern, die man mieten kann.

Die Explosion beschÀdigte die Fassade von Bryants Haus mit sechs Schlafzimmern schwer, aber wie bei anderen Angry Brigade-BombenanschlÀgen wurde niemand verletzt.

Der Kapitalismus ist ein Teufelskreis.

Der Schweiß und das Blut der Menschen wird benutzt und ausgebeutet. Sie lassen uns Scheiße produzieren
sie geben uns so gut wie nichts, wĂ€hrend ihre Klasse riesige Gewinne einstreicht
die herrschende Klasse
die Bryants dieser Welt.

Dann, wenn wir die Overalls beiseite legen, sĂ€ubern wir den Dreck von unseren Gesichtern und wir nehmen den langweiligen Bus oder Zug nach Hause und sie verwandeln uns plötzlich in Konsumenten. Mit anderen Worten, wenn wir nicht arbeiten, zwingen sie uns zu kaufen 
 die gleiche Scheiße, die wir produziert haben. Das miserable Lohnpaket, das sie uns gegeben haben, lassen sie uns fĂŒr nutzloses Essen ausgeben, fĂŒr Maschinen, die speziell dafĂŒr entwickelt wurden, kaputt zu gehen und fĂŒr HĂ€user, von denen wir wissen, dass sie wie GefĂ€ngnisse aussehen und sich auch so anfĂŒhlen.

GefĂ€ngnisse, die wir mitgebaut haben. Und bezahlt haben (genauer gesagt versprochen, in den nĂ€chsten zwanzig Jahren zu bezahlen, denn wir haben nie genug Kohle, um ein Haus oder ein Auto oder sonst irgendetwas zu bezahlen – sie mĂŒssen uns sogar noch mehr ausbeuten, indem sie uns Zinsen zahlen lassen) dafĂŒr. Wir bauen die GefĂ€ngnisse und dann leben wir in ihnen. Wir produzieren Scheiße und dann essen wir sie.

Produzenten von Scheiße – Konsumenten von Scheiße.

Es sind viele unserer BrĂŒder und Schwestern drinnen. Ein alter RevolutionĂ€r nannte GefĂ€ngnisse einmal „ein Berufsrisiko“. Ein Risiko, das jeden treffen kann, der sich entscheidet, aktiv zu werden. Aber einen Finger, ein Glied, die Lunge zu verlieren – jeder Arbeitsunfall – das ist auch ein Berufsrisiko. Schaut euch die Sicherheitsvorkehrungen auf Bryants Baustellen an – es gibt ĂŒberhaupt keine. Nicht nur ein Körperteil, sondern dein Leben. Wo ist also der verdammte Unterschied?

Chris Bryant hat letztes Jahr 1.714.857 Pfund Gewinn gemacht – ein Anstieg von 25 Prozent gegenĂŒber 1969. Er macht das durch einen Cocktail aus High Society, Hochfinanz und einer Menge Korruption. Er hat seine Deals fĂŒr die Sanierung von Birmingham auf den GolfplĂ€tzen von Solihull mit Mitglieder des Stadtrates ausgehandelt. Die Mitglieder des Stadtrates verpflichten sich, indem sie hohe Mieten auf den stĂ€dtische Immobilien verlangen – wie Chelmsley Wood -, um Bryant hohe Preise fĂŒr seine VertrĂ€ge zu zahlen. Jetzt kauft er Land in der Umgebung von Solihull auf, um es an denselben Stadtrat zu verkaufen, der ihm die VertrĂ€ge gibt, um es zu entwickeln – mit unserem Geld. Es sollte auch niemandem vorgegaukelt werden, dass die Birmingham Mail etwas anderes ist als das Bryant-BroschĂŒrenblatt. Ein Mann, der in einem vorgetĂ€uschten Tudor-Dorf lebt („Windways“, Jacobean Road, Knowle), muss sich keine Sorgen um die nĂ€chste Ratenzahlung machen, muss keine Farbdose von der Arbeit klauen, um sein Haus anstĂ€ndig aussehen zu lassen, muss sich keine Sorgen um Zugluft machen. (Aber heute – sagten wir Windways?) Wir werden Million fĂŒr Million treffen 
 Wir werden ihm von Tudor Village zu Tudor Village folgen.

25 Jahre haben wir in Birmingham auf einen Baustreik gewartet. Bryant schlug uns und schikanierte uns mit dem Klumpen. Indem wir Bryant schlagen, schlagen wir auch den Klumpen. Das Woodgate Valley steht fĂŒr KlassensolidaritĂ€t und Revolution. Die Arbeiter haben ihren Standpunkt bezogen. Sabotage am Arbeitsplatz ist eine RealitĂ€t. Die Bosse beginnen, die unverwĂ€sserte Macht des Volkes zu spĂŒren. Das Volk schlĂ€gt zurĂŒck.

Die Brigade schlĂ€gt zurĂŒck.

Jetzt sind wir zu viele, um uns gegenseitig zu kennen.

Doch wir erkennen alle, die wegen Verbrechen gegen das Eigentum angeklagt sind, als unsere BrĂŒder und Schwestern an. Die Stoke-Newington 6, die politischen Gefangenen in Nordirland sind alle Gefangene des Klassenkrieges.

Wir sind nicht in der Position zu sagen, ob irgendeine Person ein Mitglied der Brigade ist oder nicht. Alles, was wir sagen, ist: Die Brigade ist ĂŒberall.

Ohne Zentralkomitee und ohne Hierarchie, um unsere Mitglieder zu klassifizieren, können wir fremde Gesichter nur durch ihre Aktionen als Freunde kennen.

Wir lieben sie, wir umarmen sie, wie wir wissen, dass andere es auch tun. Andere Zellen, Sektionen, Gruppen.

Lasst zehn MĂ€nner und Frauen zusammentreffen, die entschlossen ĂŒber den Blitz der Gewalt sind, anstatt die lange Agonie des Überlebens zu ertragen; von diesem Moment an endet die Verzweiflung und beginnt die Taktik.

Alle Macht dem Volk. (Power to the people)

DIE BRIGADE IST WÜTEND (THE BRIGADE IS ANGRY)

Chronologie

1967

21. AUGUST: Drei Bewaffnete in einer weißen Limousine beschießen in der vorangegangenen Nacht die konsularische Abteilung der US-Botschaft mit Maschinengewehrfeuer. Verstreute FlugblĂ€tter rufen zur SolidaritĂ€t mit den Vietnamesen auf. Zu der Aktion bekennt sich die 1. Mai Gruppe51. FĂŒnf ihrer GefĂ€hrten waren in Spanien inhaftiert worden, weil sie versucht hatten, den Chef eines amerikanischen LuftwaffenstĂŒtzpunktes in Spanien zu entfĂŒhren.

NOVEMBER: Gleichzeitige BombenanschlĂ€ge gegen die griechische, bolivianische und spanische Botschaft in Bonn und die venezolanische Botschaft in Rom. (1. Mai Gruppe in SolidaritĂ€t mit den lateinamerikanischen Guerillas und gegen die faschistischen Regime in Europa). Am gleichen Tag zerstörte eine Bombe den Eingang des spanischen TourismusbĂŒro in Mailand und die spanische, griechische und amerikanische Botschaft in Den Haag, Holland.

1968

JANUAR: Explosive Rakete die auf die griechische Botschaft in London gerichtet war, wird entdeckt.

27. FEBRUAR: Das Haus von Stuart Christie in Hornsey wird von der Polizei unter der Leitung von Kriminalkommissar Roy Cremer mit einem Sprengstofffahndungsbefehl durchsucht, der sich auf die griechische Botschaft bezieht und auf erhaltene Informationen, dass weitere AnschlÀge in London geplant sind.

3. MÄRZ: Sechs Bomben beschĂ€digen die GebĂ€ude von diplomatischen Vertretungen in London, Den Haag und Turin. Die Verantwortung fĂŒr diese Aktionen ĂŒbernimmt die 1. Mai Gruppe.

6. MÄRZ: Brandbombe mit Zeitmechanismus explodiert im Kriminalgericht Moabit, West-Berlin.

18. MÄRZ: AnschlĂ€ge mit Plastiksprengstoff beschĂ€digen drei US-GebĂ€ude in Paris: Chase Manhatten Bank, Bank of America und Transworld Airlines.

25. MÄRZ: Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Madrid.

AUGUST: Internationale Anarchistische Konferenz in Carrara, Italien.

10. SEPTEMBER: Sieben junge Anarchisten, die in Spanien verhaftet werden, werden beschuldigt, sich mit der 1. Mai Gruppe verschworen zu haben und an Aktionen in der Region Valencia teilgenommen zu haben. Informationen, die zu ihrer Verhaftung fĂŒhrten, kamen von der Special Branch von New Scotland Yard, London.

15. OKTOBER: Imperial War Museum (London) durch Brandsatz ausgebrannt.

4. NOVEMBER: Die Senatsverwaltung fĂŒr Inneres in West-Berlin wird mit Molotowcocktails angegriffen.

1969

3. FEBRUAR: Nicht explodierte Dynamitladungen werden auf dem GelÀnde der Bank von Bilbao und der Bank von Spanien in London entdeckt.

9. FEBRUAR: Bombenanschlag auf die Bank von Spanien in Liverpool.

15. MÄRZ: Zwei Anarchisten, Alan Barlow und Phil Carver, werden unmittelbar nach einer gewaltigen Explosion in der Bank von Bilbao in London verhaftet. In ihrem Besitz befand sich ein Bekennerbrief, in dem die Aktion im Namen der 1. Mai Gruppe gemacht wurde.

16. AUGUST: Das Haus von Duncan Sandys, Tory-Abgeordneter, wird mit Brandbomben angegriffen.

17. AUGUST: Ulster-BĂŒro in London mit Brandbombe angegriffen.

19. AUGUST: Bombe explodiert, nachdem sie in das RekrutierungsbĂŒro der Armee geworfen wurde, Brighton.

1970

28. JANUAR: Bombenanschlag auf BĂŒros des spanischen KulturattachĂ©s in Paris.

10. FEBRUAR: Ian Purdy ist fĂŒr 9 Monate im GefĂ€ngnis, weil er wĂ€hrend eines Marsches der Irish Civil Rights Campaign einen Molotowcocktail auf das Ulster-BĂŒro in der Saville Row geworfen hat.

20. FEBRUAR: Drei Studenten werden festgenommen, als sie einen Brandsatz in der Barclays Bank legen wollen.

28. FEBRUAR: Bombenanschlag auf die Bank von Bilbao und die Spanische Staatsbahn – RENFE in Paris.

28. MÄRZ: Zeitbombe an der Waterloo Station gefunden.

4. MAI: Amerikanische Botschaft, London, mit einer Brandbombe angegriffen.

10. MAI: Brandsatz an Bord eines Flugzeuges der spanischen Fluggesellschaft Iberia in Heathrow entdeckt. Ähnliche Vorrichtungen werden in anderen europĂ€ischen HauptstĂ€dten in Flugzeugen der Iberia gefunden.

19. MAI: Brandbombenanschlag auf die Wembley Conservative Association.

22. MAI: Ein hochexplosiver Sprengsatz wird in einer neuen Polizeistation in Paddington entdeckt. Dies wurde spĂ€ter von der Staatsanwaltschaft im Prozess gegen die Stoke Newington Eight52 als die erste Aktion der „Angry Brigade“ bezeichnet.

10. JUNI: Brandbombenanschlag auf die Brixton Conservative Association.

11. JUNI: Stuart Christies Haus wurde mit einem Hausdurchsuchungsbefehl durchsucht und es wird nach Sprengstoff gesucht.

18. JUNI: Brandbombenanschlag auf Lambeth Court.

30. JUNI: Brandbombenanschlag auf ein Armeedepot, Kimber Road, London.

30. JUNI: Ian Purdie wird aus dem Albany GefÀngnis (Isle of Wight) entlassen.

3. JULI: Gleichzeitige BombenanschlĂ€ge in Paris und London gegen staatliche spanische TourismusbĂŒros sowie gegen die spanische und griechische Botschaft.

7. JULI: Brandbombenanschlag auf das RekrutierungsbĂŒro der Armee, SĂŒd-London. Brandbombenanschlag auf das Offiziersausbildungszentrum der Armee, Holborn, London.

10. JULI: Auf das Haus eines pensionierten Polizisten in Stoke Newington wird ein Brandanschlag verĂŒbt.

18. AUGUST: Bombenanschlag auf die Londoner BĂŒros von Iberia, der staatlichen spanischen Fluggesellschaft.

30. AUGUST: Das Londoner Haus des Kommissars der Metropolitan Police, Sir John Waldron, wird durch eine Bombenexplosion beschĂ€digt. Über den Bombenanschlag wird in der nationalen Presse nicht berichtet.

8. SEPTEMBER: Auf das Londoner Haus des Generalstaatsanwalts Sir Peter Rawlinson in Chelsea wird ein Bombenanschlag verĂŒbt. Auch hierĂŒber wird nicht berichtet.

17. SEPTEMBER: Jake Prescott aus dem Albany GefÀngnis, Isle of Wight, auf BewÀhrung entlassen.

21. SEPTEMBER: Brandbombenanschlag auf die Wimbledon Conservative Association.

26. SEPTEMBER: Brandbombenanschlag auf die Hampstead Conservative Association.

26. SEPTEMBER: Eine Bombe explodiert vor der Barclays Bank, Heathrow.

26. SEPTEMBER: Gleichzeitige BombenanschlÀge gegen Iberia auf FlughÀfen in Genf, Frankfurt, Paris und London.

7. OKTOBER: Handgranaten-Sprengfalle beim Terminal der BOAC Air in Victoria, gefunden.

8. OKTOBER: Zweite Explosion am Haus von Rawlinson.

9. OKTOBER: Bombenanschlag auf das Italienische Handelszentrum, Exhibition Building, Cork Street, London. AnschlĂ€ge gleichzeitig in Manchester, Birmingham und Paris gegen GebĂ€ude des italienischen Staates. Die AnschlĂ€ge wurden im Namen von Giuseppe Pinelli53, dem 1969 von der Polizei ermordeten italienischen Anarchisten, durchgefĂŒhrt.

24. OKTOBER: WÀhrend des Streiks der stÀdtischen Angestellten explodiert eine Bombe in der Hauptverwaltung der Reinigungsabteilung in Greenford.

26. OKTOBER: Brandbombenanschlag auf das VerwaltungsgebÀude auf dem Campus der Keele UniversitÀt.

26. OKTOBER: Auf die Barclays Bank in Stoke Newington wird ein Brandanschlag verĂŒbt. Im Zeitungsbericht heißt es: „Die Polizei untersucht mehrere Ă€hnliche VorfĂ€lle in anderen Filialen.“

20. NOVEMBER: Ein Van der BBC vor der Albert Hall in London, der ĂŒber den Miss-World-Wettbewerb berichtete, wird um 2.30 Uhr in die Luft gesprengt. Die Staatsanwaltschaft behauptete, dass Jake Prescott fĂŒr diese Explosion verantwortlich war, brachte aber auch einen Zeugen, der bezeugte, dass Jake zu dieser Zeit tatsĂ€chlich in Edinburgh war. Sie waren gezwungen, diese Anklage fallen zu lassen.

3. DEZEMBER: Die spanische Botschaft in London wird nach internationalen Protesten gegen den Prozess gegen die baskischen Nationalisten, die Burgos Sechs54, mit Maschinengewehren beschossen. Dies wurde nicht berichtet.

8. DEZEMBER: Großdemonstrationen gegen den Gesetzentwurf ĂŒber Arbeitsbeziehungen der Tory-Regierung. In den frĂŒhen Morgenstunden des 9. Dezember erfolgt ein Bombenanschlag auf das Britische Arbeitsministerium am St. James Square in London. Die Polizei hatte das GebĂ€ude durchsucht und verließ es kaum, als die Bombe hochging. FĂŒr die Aktion ĂŒbernimmt die Angry Brigade die Verantwortung.

1971

12. JANUAR: Tausende von Menschen streiken und demonstrieren gegen den Gesetzentwurf ĂŒber Arbeitsbeziehungen. Auf das Haus von Robert Carr, Arbeitsminister, in der Hadley Green Road, Barnet, wird ein Bombenanschlag verĂŒbt. Die erste Explosion erfolgt um 22.05 Uhr, die zweite um 22.20 Uhr. FĂŒr die Aktion ĂŒbernimmt die Angry Brigade die Verantwortung.

„Ein Mann, den die Polizei besonders sucht
 ist ein zwanzigjĂ€hrigen Schotten, der verdĂ€chtigt wird, an dem Bombenanschlag auf das BĂŒro der Fluggesellschaft Iberia in London im letzten August beteiligt gewesen zu sein. Dieser Mann soll sich gestern in Paris aufgehalten haben.“ The Times

Die Jagd nach Stuart Christie als möglichem „ungeheuerlichen Kandidaten“ war eröffnet. Seine Geschichte als Anarchist und seine Beteiligung mit der Bewegung in Spanien machten ihn zu einem hervorragenden Kandidaten fĂŒr ein abgekartetes Spiel.

Die Durchsuchungen der Polizei erstreckten sich ĂŒber den gesamten Londoner Raum. Eine Reihe von Leuten wurden zum Verhör auf die Polizeiwache Barnet geschleppt. „Die Special Branch beobachtete Mitglieder einer Gruppe, von der man annahm, dass sie mit den Explosionen in Verbindung stand“. Alle Personen, die zu Beginn der Woche in Barnet verhört wurden, wurden wieder freigelassen, bis auf einen Mann und eine Frau, die der Polizei in anderen Teilen Londons in Zusammenhang mit anderen Straftaten ĂŒbergeben wurden.

In der Woche nach der Carr-Bombe wurde ein Polizeischutz fĂŒr Richter Melford Stevenson bereitgestellt, nachdem er einen Anruf erhalten hatte, dass eine Bombe in seinem Haus platziert werden sollte. Dieser Melford war der Henker, der Jake Prescott zu 15 Jahren verurteilen sollte.

Es wurden geheime Befehle an die Polizei und das Sicherheitspersonal ausgegeben, dass die Mitglieder der Organisation mit höchster PrioritĂ€t aufgestöbert werden mĂŒssen. Eine verdeckte Einheit von Special Branch Offizieren wurde gebildet, um Vollzeitermittlungen gegen die Gruppe zu fĂŒhren.

FĂŒr die Kabinettsminister wurden Vollzeit-Personenschutz abgestellt. Dies sind wĂŒtende Zeiten
(These are angry times
) Peter Walker (Umweltminister), Melford Stevenson, der Tory-Abgeordnete Hugh Fraser, Tory-Premierminister Heath und viele andere haben Drohanrufe erhalten. In einem KommuniquĂ©, das an die Zeitung Express geschickt wurde, heißt es: „DIE ANGRY BRIGADE IST JETZT HINTER HEATH HER. WIR KOMMEN NÄHER“.

18. JANUAR: Brandbombenanschlag auf das BĂŒro der South African Airways in Glasgow.

19. JANUAR: Jake Prescott wurde wegen eines Scheckbetrugs in Notting Hill verhaftet. Am 20. Januar erschien er im Marylebone Gericht, wo er von Habershon befragt wurde. In der Zeit, in der er in Untersuchungshaft saß, wurde er in Zellen mit den Herren A, B und C untergebracht. Habershon hatte eine Befragung mit Herrn A in Camberwell Gericht, die er am 9. Februar wieder aufnahm. Herr A machte eine Aussage, dass Jake „die BombenanschlĂ€ge im Britischen Arbeitsministerium, in Carrs Haus und beim Miss-World-Wettbewerb zugegeben hat“
 Sehr praktisch! Aber unglĂŒcklicherweise fĂŒr Habershon waren die Geschworenen in Jakes Prozess nicht bereit, dem Polizeizeugen zu glauben (vielleicht hatten sie die 10.000 Pfund Belohnung im Kopf, die der Daily Mirror fĂŒr Polizeiinformanten ausgelobt hatte) 
 Dieser Teil der polizeilichen Beweise wurde als abgekartetes Spiel zurĂŒckgewiesen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei alle Freiheiten, zu tun, was sie wollte. Inmitten der Hysterie, die durch die Vorstellung erzeugt wurde, dass die Opposition bewaffnet sein könnte, inmitten der Angst, die aufkam, nachdem einem Kabinettsminister die HaustĂŒr weggesprengt worden war, fand eine Menschenjagd statt, die „nichts unversucht ließ“. Besonders Stuart Christie war ein Opfer davon. Die Londoner Abendzeitungen trompeteten von Tag zu Tag ĂŒber den „jungen schottischen Anarchisten, der kĂŒrzlich aus Spanien zurĂŒckgekehrt war“, den sie als den wahrscheinlichsten TĂ€ter gebrandmarkt hatten
 Leute verschwanden von den Straßen, um verhört zu werden.

Die Polizei besuchte BĂŒros fĂŒhrender Zeitungen und fuhr mit Fotografen nach Barnet, um Personen auf den Fotos zu identifizieren, die in der Nacht des Bombenanschlags vom 12. Januar vor Carrs Haus aufgenommen worden waren.

Am 3. Februar wurde Jake Prescott auf Kaution freigelassen. Ian Purdie war zu dieser Zeit im Gericht, wie auch schon bei Jakes vorherigen Vorladungen.

Dann, am 11. Februar, wurden Jake und ein hollĂ€ndischer Freund in einem Pub in Nordlondon aufgegriffen und nach Barnet geschleppt. Ihnen wurde zwei Tage lang jeglicher Zugang zu AnwĂ€lten verweigert. Jake wurde stundenlang von Habershon und Allard verhört. Am 12. Februar begann Jakes Verteidiger mit den Vorbereitungen fĂŒr einen Haftbefehl (habeas corpus) gegen die Polizei, der sie verpflichten wĂŒrde, Jake entweder anzuklagen oder freizulassen. Am 13. Februar wurde Jan Oudenaarden, der HollĂ€nder, nach „der schrecklichsten Erfahrung meines Lebens“ freigelassen. Jake jedoch wurde nicht freigelassen. Er wurde angeklagt, eine Explosion in Carrs Haus verursacht zu haben, sowie die Explosionen bei der Britisches Arbeitsministerium und dem Miss-World-Wettbewerb.

Jake und Jan waren 3 Tage lang „zur Befragung festgehalten“ worden. Vor dem Gericht in Barnet wird Habershon aufgefordert, „GrĂŒnde fĂŒr die Verhaftung“ vorzulegen, und es wird ihm mit rechtlichen Schritten gedroht. Es wird behauptet, dass er versucht hatte, Jake zu ĂŒberreden, seinen Anwalt zu wechseln – vermutlich zu einem, der der Polizei keinen Ärger machen wĂŒrde


25. JANUAR: Bombenanschlag auf das Haus des Lord Provosts55 von Glasgow.

27. JANUAR: Die Press Association erhielt das Kommuniqué 5.

Die Polizei war gezwungen, zuzugeben, dass frĂŒhere BombenanschlĂ€ge (die sie vertuscht hatte) stattgefunden hatten. Die Polizei verhĂ€ngte jedoch eine Nachrichtensperre ĂŒber den Verlauf der Ermittlungen. Gleichzeitig setzt der Daily Mirror eine Belohnung von 10.000 ÂŁ fĂŒr jeden aus, der Informationen liefert, die zu einer Verurteilung fĂŒhren.

29. JANUAR: The Times berichtet: „Scotland Yard und Sicherheitsbeamte bringen sich selbst in Verlegenheit und sind ĂŒber die AktivitĂ€ten der Angry Brigade verĂ€rgert, die nun nicht mehr als eine Gruppe von Spinnern abgetan werden kann. Einige hochrangige Beamte schreiben der Gruppe ein Maß an professionellem Geschick zu, wie man es selten erlebt hat“.

In den Wochen nach dem Carr-Bombenanschlag donnerte die Barnet Brigade unter der Leitung von Roy Habershon (Sprengstoffexperte), Commander Bond und Commander Dace mit Streifenwagen, Hunden und Fotografen durch ganz London und machte Razzien in HĂ€usern von „bekannten Linksextremisten“. Ihr Anliegen war es (wie aus der Anzahl der mitgenommenen AdressbĂŒcher, Zeitschriften, Briefe usw. ersichtlich war), ein Bild der außerparlamentarischen Linken zu zeichnen, deren AktivitĂ€ten sie nun ernst nehmen mussten und deren Strukturen sie mehr oder weniger nicht kannten. Es waren Razzien der politischen Polizei in Aktion.

Zu den Razzien gehörten:

13. Januar: Chris Reed, Huddleston Road, London, N7.

14. Januar: Stuart Roche, Aktivist der SchĂŒlergewerkschaft.

15. Januar: Ian Purdies Bruder Robert wird nach Barnet gebracht und verhört. Die Polizei ist auf der Suche nach Ian.

17. Januar: Das Haus von Ann Lamche (Cinema Action) wird gestĂŒrmt. Zwei Personen werden zum Verhör mitgenommen. Das Adressbuch des Agitprop-Hauses in Muswell Hill (das die Polizei eifrig durchsuchte) wird kopiert.

19. Januar: 4 bekannte Razzien, bei denen nichts gefunden wird. Joe Keith und Tony Swash werden von Habershon verhört.

20. Januar: Ian Purdie wird von Palmer-Hall in Bedford Gardens verhört.

21. Januar: Paul Lewis von der International Times wird von Habershon verhört. BĂŒro und Wohnung werden durchsucht.

22. Januar: Chris Allen wird von der Kripo (Criminal Investigation Department) Edinburgh verhört. Habershon fĂ€hrt fĂŒr drei Tage nach Edinburgh.

23. Januar: Eine weitere Razzia in Edinburgh.

24. Januar: Die Polizei macht eine Razzia in einem Haus in London und zwei MĂ€nner, Ross Flett und Phil Carver, werden zum Verhör nach Barnet gebracht. Barnet verweigert ihnen den Zugang zu einem Anwalt, der außerhalb der Wache anwesend war. In den Zeitungen ist von einem schottischen Anarchisten die Rede.

Zwei MĂ€nner werden von der Polizei in London ergriffen und zur Befragung nach Barnet gebracht. Es geht um „etwa 30 nicht veröffentlichte Angriffe auf Eigentum des Establishments“, darunter Banken, das Haus des Tory-Rassisten Duncan Sandys und verschiedene BĂŒros der Konservativen Partei.

29. JANUAR: Die Evening News berichtet, dass: „
 es im letzten Bericht des Sprengstoffinspektors ihrer MajestĂ€t (HM Inspector of Explosives) wieder einen erheblichen Anstieg der FĂ€lle mit selbstgebauten Vorrichtungen gab. Es gibt Beweise fĂŒr die zunehmende Verwendung solcher GerĂ€te bei der Förderung politischer AktivitĂ€ten“.

30. JANUAR: Brandbombenanschlag auf das konservative BĂŒro in Slough.

3. FEBRUAR: Jake Prescott wird gegen Kaution freigelassen und dennoch am 11. verhaftet. Er wird verhört, erhĂ€lt drei Tage lang keinen Zugang zu einem Anwalt und wird fĂŒr die Angriffe auf Carrs Haus und den BBC-Van verantwortlich gemacht.

9. FEBRUAR: Brandbombenanschlag auf das Haus eines lokalen GeschĂ€ftsfĂŒhrers in Jersey.

11. FEBRUAR: Das Haus in der Grosvenor Avenue, Islington, in dem sich Jake Prescott aufgehalten hatte, wird von der Polizei durchsucht. Das Haus wird nach Sprengstoff durchsucht. TagebĂŒcher, AdressbĂŒcher, Zeitungen und andere GegenstĂ€nde werden mitgenommen, trotz Protesten, dass dies nicht in den Rahmen der polizeilichen Durchsuchungsbefehle fĂ€llt. Presseberichte machen nun die Grosvenor Avenue zum Zentrum der Verschwörung. Das nĂ€chstgelegene, was sie finden können


11. FEBRUAR: FrĂŒher am Tag hatten Habershon und seine Bande den Prozess gegen die Leute gestört, die an der Demonstration bei dem Miss-World-Wettbewerb im November 1970 beteiligt waren. Sie entfernten mit Gewalt vier der Zeugen der Verteidigung, die in dem Prozess aussagen sollten. Sie wurden nach Barnet verschleppt, wo sie verhört wurden und ihnen jeder Zugang zu einem Rechtsbeistand verwehrt wurde. Habershon zeigt sich in wahrhaft demokratischem Licht, als er sagt: „Ich kĂŒmmere mich nicht um juristische Feinheiten“. Gegen Scotland Yard wird Anklage wegen Körperverletzung (der aus der Bow Street weggeschleppten Personen) und wegen unrechtmĂ€ĂŸiger Verhaftung und Inhaftierung erhoben. Die Special Branch war beim Miss-World-Prozess anwesend.

13. FEBRUAR: Durchsuchungen in den HĂ€usern von Hilary Creek, John Barker, Kate McLean, Chris Allen und anderen auf der Jagd nach Sprengstoff. Jake Prescott wird wegen Verschwörung zur HerbeifĂŒhrung von Explosionen zwischen dem 30. Juli 1970 und Dezember 1971 angeklagt, sowie wegen der konkreten BombenanschlĂ€ge auf Carrs Haus, das Arbeitsamt und den Miss-World-Wettbewerb.

15. FEBRUAR: Erneute Razzia in der Cannock Street.

19. FEBRUAR: Habershon fĂ€hrt nach Edinburgh. In zwei HĂ€usern werden Razzien durchgefĂŒhrt und Jane und Chris Allen werden verhört. Am selben Tag druckt The Times das KommuniquĂ© 6 der Angry Brigade. Es gab auch einen Telefonanruf eines Sprechers der Angry Brigade an den Havering Recorder in Essex, in dem es hieß, dass ab dem kommenden Samstag eine Gewaltkampagne gegen die Politik der Konservativen Partei in SĂŒdafrika gefĂŒhrt werden wĂŒrde.

DIE RAZZIEN GEHEN WEITER


20. FEBRUAR: Razzia im Haus von Mike Kane.

5. MÄRZ: Razzia in einem Haus in der Talbot Road, Notting Hill.

6. MÄRZ: Mitternacht, Haus in der Tyneham Road, SW11, Razzia, Ian Purdie war dort und wurde verhaftet. Habershon sagte in Barnet, dass „die Razzia dazu diente, Sprengstoff und Ian Purdie zu finden. Soweit es mich betrifft, sind sie synonym.“ Er gab vor Gericht zu, dass er die Verhaftung von Ian zur Befragung angeordnet hatte, was illegal ist.

7. MÄRZ: Ian Purdie wird zusammen mit Jake Prescott angeklagt, fĂŒr die beiden BombenanschlĂ€ge der Angry Brigade verantwortlich zu sein. Beide sitzen im Hochsicherheitstrakt des Brixton-GefĂ€ngnisses – als Gefangene der Klasse A – und werden 23 Stunden am Tag in ihren Zellen gehalten.

10. MÄRZ: The Guardian berichtet ĂŒber Exzesse der Polizei bei ihren Ermittlungen.

18. MÄRZ: WĂ€hrend eines großen Streiks der Ford-Arbeiter in England wird das HauptbĂŒro der Ford Motor Company in Gants Hill, Ilford am Stadtrand von London, durch eine starke Explosion zerstört. Ein tausend Worte umfassendes KommuniquĂ© (KommuniquĂ© Nr. 7) wird kurz darauf abgegeben.


Ein Mann betritt eine Londoner Bank und fordert 5.000 Pfund mit der Drohung einer Bombe, die er bei sich hat (eine Keksdose voller Kohle).

Die Bombe bei Fords löst eine weitere Welle von Razzien aus.

20. MÄRZ: Razzia in einem Haus in Notting Hill. Dokumente der Verteidigung werden beschlagnahmt.

23. MÄRZ: Zum zweiten Mal Razzia in der Grosvenor Avenue. Hunde und zehn Schweine.

24. MÄRZ: Razzia in zwei HĂ€usern in Ost-London. Zuerst das von Ron Bailey mit einem Durchsuchungsbefehl auf der Suche nach Sprengstoff – Abdruck von der Schreibmaschine werden genommen. Das zweite ist das von Digger Walsh, mit einem Haftbefehl (Sprengstoff), von Cremer und Bentley.

1. APRIL: Zwei HĂ€user in Notting Hill werden durchsucht. Weitere Akten der Verteidigung fĂŒr den Powis-Square-Prozess werden beschlagnahmt.

Seit ihrer Verhaftung werden Ian und Jake in Einzelhaft im Brixton-GefĂ€ngnis gehalten und dĂŒrfen nur eine Stunde pro Tag aus ihrer Zelle. Ihre Verteidiger können nur nach Verhandlungen mit Habershon Zugang zu ihnen erhalten. Als der Verteidiger darum bittet, Beweise fĂŒr die Verhaftungen vorzulegen, wird ihm gesagt, dass dies nicht ohne die Erlaubnis des Generalstaatsanwalts möglich ist. Außerdem wird eine Kaution von 10.000 Pfund fĂŒr jeden der Angeklagten vom Haftrichter in Barnet abgelehnt.

1. APRIL: Auf das Haus des Schulleiters der Roydale School wird ein Brandanschlag verĂŒbt.

5. APRIL: Brandstiftungsversuch auf den Tory Club in Gosport. (Evening Standard sagt: „Dies ist der letzte in einer Reihe von VorfĂ€llen in Verbindung mit diesem Club.“)

5. APRIL: Eine Bombe wurde auf dem Leicester Square hinterlassen.

22. APRIL: Die gerichtlichen Voruntersuchungen fĂŒr Jake und Ian beginnen am Barnet Gericht. Die Voruntersuchung soll entscheiden, ob der Richter der Meinung ist, dass es genug Beweise gegen die beiden gibt, um einen Prozess im Old Bailey anzusetzen. Es besteht kein Zweifel daran, dass er das so sehen wird, aber trotzdem fĂ€hrt das Verfahren fort 
 endlos 
 bis zum 27. Mai. Jake wurde (am 15. April) mit drei weiteren Anklagen konfrontiert: sich mit Ian verschworen zu haben, um Explosionen „mit anderen“ zwischen Juli 1970 und MĂ€rz 1971 zu verursachen und die BombenanschlĂ€ge auf den Miss World-Wettbewerb und auf das Britische Arbeitsministerium tatsĂ€chlich verursacht zu haben.

22. APRIL: Brandstiftung an der Barclays Bank in Whitechapel.

23. APRIL: Brandbriefumschlag-Sprengfallen an einen Abgeordneten im House of Commons.

24. APRIL: Zweite Polizeirazzia in Wivenhoe, Essex. Anklage: Besitz von Drogen- Fotos von Jim Greenfield und Anna Mendelson und 2 anderen werden gezeigt.

26. APRIL: Dritte Razzia in der Cannock Street. Chris wegen Scheckbetrugs verhaftet.

28. APRIL: The Times erhĂ€lt mit der Post eine FlĂŒssigbombe. Sie hatte eine Nachricht: „Von der Rachetruppe, der Angry Brigade, der Volksarmee (Vengeance Squad, the Angry Brigade, The People’s Army). Wir werden diese benutzen. Viele von ihnen im Juni und Juli. Revolution jetzt.“

29. APRIL: Sabotage im Kernkraftwerk Berkeley, Gloucester (Dritter Vorfall dieser Art innerhalb von drei Monaten).

APRIL/MAI: Der IS-Drucker hatten einen einschĂŒchternden Besuch und es wurden nach Frauenzeitungen gefragt. Razzien bei IS-Mitgliedern in London.

1. MAI: Am 1. Mai explodiert eine Bombe in der Biba-Boutique im trendigen Kensington. Es wurde mit dem Kommuniqué 8 begleitet.

4. MAI: Eine Bombe wird an der Unterseite von Lady Beaverbrooks Autos gefunden. Die Ermittlungen erstrecken sich ĂŒber Kent, Essex und Oxfordshire.

4. MAI: Vier selbstgebastelte Bomben wurden in der NĂ€he der Sidcup and Chislehurst Grammar School gefunden, in der Premierminister Heath am Freitag die SchlĂŒssel der Ortschaft von Bexley erhielt.

22. MAI: Bombenanschlag auf den Computerraum von Scotland Yard im Tintagel House, London. Der Anschlag wird von gleichzeitigen AnschlĂ€gen der Angry Brigade, der Internationalen SolidaritĂ€tsbewegung und der Gruppe Marius Jacob56 gegen die BĂŒros von British Rail, Rolls Royce und Rover in Paris begleitet.

MAI: Harris Gleckman, Alan Barlow und Smith wurden zum zweiten Mal bei Agitprop in Muswell Hill gerazzt.

1. JUNI: Ein Brief wird an die The Times geschickt: „Wenn Heath und Rippon es schaffen, der EuropĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft beizutreten, ohne die Meinung des britischen Volkes einzuholen, werden sie am empfangenden Ende einer Kugel sein. Dies ist keine leere Drohung. Gezeichnet: Die Angry Brigade.“

19. JUNI: Fabrik in Dordan wird durch mehrere BrÀnde, die durch BrandsÀtze ausgelöst wurden, beschÀdigt.

22. JUNI: WĂ€hrend eines Streits zwischen dem Ford-Management und dem militanten Vertrauensmann John Dillon im Ford-Werk Liverpool sprengt die Angry Brigade das Haus des Ford-GeschĂ€ftsfĂŒhrers William Batty in Essex. In derselben Nacht beschĂ€digt eine Bombe einen Transformator im Dagenham-Werk der Ford Motor Company.

Zu diesem Zeitpunk ist Scotland Yard fuchsteufelswild. Sir John Waldron hĂ€lt dort eine Konferenz ab, auf der hochrangige Polizeibeamte ĂŒber den Befehl informiert werden, der vom Premierminister ĂŒber Innenminister Maudling gekommen ist: „Die Angry Brigade muss gefunden und zerschlagen werden“
 „Wir haben den Befehl, die Angry Brigade als Staatsfeind Nr. 1 zu behandeln. Das ist eine Aufgabe von höchster PrioritĂ€t.“

Mit den Worten des Sunday Telegraph:

„YARD WIRD DIE ANGRY BRIGADE KRIEGEN 
. Ein spezielles Team von 20 handverlesenen Detektiven aus der Flying Squad und der Special Branch, die mit BombenentschĂ€rfungsexperten der Armee und Wissenschaftlern des Innenministeriums zusammenarbeiten. Ihr AnfĂŒhrer, ein Kommandant, dessen Name zu seiner eigenen Sicherheit geheim gehalten wird 
 ist als rau und bereit bekannt 
 Die Truppe fĂ€hrt eine harte Linie. Sie wird Razzien in Hippie-Kommunen durchfĂŒhren, bekennende Mitglieder des „Untergrunds“ befragen und eine vollstĂ€ndige Akte ĂŒber die Subkultur anlegen, die die gegenwĂ€rtige Gesellschaftsordnung bedroht.“

25. JULI: EinschĂŒchterung eines KlĂ€gers in Nordlondon, als die Polizei mit einem Hausdurchsuchungsbefehl wegen Sprengstoff die TĂŒr einschlĂ€gt.

26. JULI: Ian Purdie wurde von Melford Stevenson eine Kaution von 17.500 Pfund verweigert.

31. JULI: Trotz des starken Polizeischutzes im Haus des Ministers fĂŒr Handel und Industrie, John Davies, wird es durch eine starke Explosion in London schwer beschĂ€digt. Diese Aktion folgte kurz nach Davies‚ AnkĂŒndigung seiner Absicht, die Upper Clyde Shipbuilders zu schließen und damit Tausende von MĂ€nnern aus der Arbeit zu werfen. Dies wird begleitet von dem 11. KommuniquĂ© der Angry Brigade.

2. AUGUST: Zwei HĂ€user in Essex werden mit einem aufgrund eines Hausdurchsuchungsbefehls wegen Sprengstoff durchsucht.

Richter Argyll vom OZ-Prozess57 wird in seinem Haus in den Midlands bedroht. Der Prozesstermin fĂŒr Jake Prescott und Ian Purdie ist fĂŒr den 7. September angesetzt, und nun geht es der Polizei darum, alles zu tun, um jede UnterstĂŒtzungsaktion, die fĂŒr die beiden geplant sein könnte, zu zerstören und einzuschĂŒchtern. Verschiedene HĂ€user werden durchsucht und Material und Adressen, die mit der Verteidigung von Ian und Jake zu tun haben, werden beschlagnahmt. Einer der Orte, an denen Razzien durchgefĂŒhrt wurden, war das Agitprop-Kollektiv in Bethnal Green, London, wo Material beschlagnahmt wurde.

15. AUGUST: Weitere Razzien: Hungerford Road, Dave Garfinkel zum Verhör mitgenommen. Beresford Terrace, N5 – Dokumente beschlagnahmt. Crystal Palace – Sally Keiths Haus, Dielen aufgerissen.

15. AUGUST: Nach der AnkĂŒndigung der britischen Regierung, dass die Internierung in Irland eingefĂŒhrt werden sollte, gab es eine gewaltige Explosion im Rekrutierungszentrum der Armee in der Holloway Road im Norden Londons. Dies wurde von einem KommuniquĂ© begleitet, das mit „Angry Brigade Moonlighters Cell“ unterzeichnet war.

16. AUGUST: Agitprop, Bethnal Green erneut Razzia mit Sprengstofffahndung.

17. AUGUST: Wilson und Habershon durchsuchen ein Haus in der Talbot Road, Notting Hill, mit Durchsuchungsbefehl fĂŒr gestohlene Waren.

21. AUGUST: Haus in der Amhurst Road, London, Razzia durch Special Branch und Kripo. Jim Greenfield, Anna Mendelson, John Barker und Hilary Creek werden verhaftet. Die vier werden zum Hauptquartier der „Bomb Squad“ in der Albany Street, London, gebracht, wo die beiden MĂ€nner brutal zusammengeschlagen werden, um ihnen ein GestĂ€ndnis zu entlocken.

21. AUGUST: Stuart Christie wird in der Amhurst Road, London, verhaftet, als er das Haus besucht. Eine Stunde spÀter wird auch Chris Bott an der gleichen Stelle verhaftet. Beide werden zu den anderen auf die Albany Street Police Station gebracht. Belastendes Beweismaterial in Form von zwei SprengsÀtzen wird von Polizeibeamten in Christies Auto platziert. Beide MÀnner werden ebenfalls angeschwÀrzt.

23. AUGUST: Alle sind auf dem Polizeirevier Albany Street angeklagt wegen:

  • Verschwörung zur HerbeifĂŒhrung von Explosionen zwischen dem 1. Januar 1968 und dem 21. August 1971.

  • Besitz von explosiven Substanzen fĂŒr einen ungesetzlichen Zweck.

  • Besitz einer Pistole ohne Feuerwaffenschein.

  • Besitz von acht Schuss Munition ohne Feuerwaffenschein.

  • Besitz von zwei Maschinengewehren ohne die Genehmigung des StaatssekretĂ€rs.

  • Besitz von 36 Schuss Munition ohne Feuerwaffenschein.

  • Jim: Versuch, im Mai 1970 eine Explosion zu verursachen.

  • Anna und Jim: Versuch der HerbeifĂŒhrung einer Explosion in Manchester, Oktober 1970.

  • Stuart: Besitz von einem Schuss Munition ohne Waffenschein. (Dies wurde 2 Jahre zurĂŒck datiert, als eine Kugel aus seiner Wohnung entnommen wurde. Damals wurde keine Anklage gegen ihn erhoben.)

  • John, Jim und Stuart: Besitz von explosiven Substanzen.

  • Jim, John und Hilary: Entgegennahme eines gestohlenen Fahrzeugs.

  • Stuart: Besitz von explosiven Substanzen. (Die beiden Sprengkapseln wurden von der Polizei platziert). Allen wird die Kaution verweigert und sie werden in Untersuchungshaft genommen.

29. AUGUST: Bombenanschlag auf den militÀrischen Bereich von Edinburgh Castle.

10. SEPTEMBER: Bombenanschlag auf das GerichtsgebÀude in Ipswich.

16. SEPTEMBER: Bombe in der Offiziersmesse im GefÀngnis von Dartmoor entdeckt. (Nachrichten wurden zwei Wochen lang nicht veröffentlicht)

20. SEPTEMBER: Bombenanschlag auf den Pfeiler der Chelsea Bridge gegenĂŒber der Kaserne. (Explosion wurde drei Meilen entfernt gehört).

24. SEPTEMBER: Trotz der Tatsache, dass die Polizei behauptet, alle Angry Brigade Mitglieder verhaftet zu haben, wird die Albany Street Armeekaserne (in der NĂ€he des Bomb Squad HQ) von der Angry Brigade aus Protest gegen die Aktionen der britischen Armee in Nordirland mit einer Bombe angegriffen.

15. OKTOBER: Brandbombenanschlag auf das Armeehauptquartier Maryhill Barracks, Glasgow.

20. OKTOBER: Bombenanschlag auf das Haus von Bryant, einem Bauboss aus Birmingham, wÀhrend seine Arbeiter streiken. Von der Angry Brigade herausgegebenes Kommuniqué.

30. OKTOBER: Bombenanschlag auf den Post Office Tower in London durch die Angry Brigade.

30. OKTOBER: Bombenanschlag auf den Pub „The Cunning Man“ in Reading, der sich weigerte, Arbeiter von der M4-Baustelle zu bedienen.

1. NOVEMBER: Bombenanschlag auf das Panzer-Hauptquartier der Armee in Everton Street, London, durch die Angry Brigade.

6. NOVEMBER: Amsterdam: Angriff auf die Lloyds Bank; Basel: Italienisches Konsulat angegriffen; Rom: Britische Botschaft angegriffen; Barcelona: Britische Botschaft angegriffen. Alles zur UnterstĂŒtzung der „Stoke Newington Eight“ und der italienischen Anarchisten, die unter dem fingierten Vorwurf der „Verschwörung“ und Subversion inhaftiert wurden.

11. NOVEMBER: Haverstock Street, Islington, Razzia. Angie Weir wurde verhaftet, in die Albany Street gebracht und wegen Verschwörung zur HerbeifĂŒhrung von Explosionen angeklagt.

17. NOVEMBER: Razzia in der Talbot Road 89: Chris Allen wird am Ende gleichfalls angeklagt.

26. NOVEMBER: Pauline Conroy wird in ihrer Wohnung am Powis Square verhaftet und angeklagt.

29. NOVEMBER: Brandbombenanschlag auf das Broadstairs GerichtsgebÀude.

1. DEZEMBER: Der Prozess gegen Ian Purdie und Jake Prescott endet. Ian Purdie in allen Anklagepunkten fĂŒr nicht schuldig befunden. Jake Prescott wird fĂŒr die VerĂŒbung spezifischer BombenanschlĂ€ge fĂŒr nicht schuldig erklĂ€rt, aber schuldig der Verschwörung zu BombenanschlĂ€gen auf der Grundlage, drei UmschlĂ€ge geschrieben zu haben, und wurde zu fĂŒnfzehn Jahren verurteilt.

15. DEZEMBER: Der jordanische Botschafter in London wird in seinem Auto mit einem Maschinengewehr beschossen.

18. DEZEMBER: Kate McLean verhaftet und zusammen mit Angela Weir, Chris Allen und Pauline Conroy, die im Laufe des Novembers verhaftet worden waren, angeklagt, sich mit den sechs bereits wegen Verschwörung verhafteten Personen verschworen zu haben. Kurz vor der Eröffnung der gerichtlichen Voruntersuchung gegen die zehn Militanten entschied Generalstaatsanwalt Sir Peter Rawlinson, das Opfer eines der Angriffe der Angry Brigade, dass die Beweise fĂŒr eine Anklage gegen Pauline Conroy und Chris Allen nicht ausreichten, und sie wurden aus der Untersuchungshaft entlassen.

1972

22. JANUAR: Briefbombe an einen Abgeordneten im Unterhaus.

1. FEBRUAR: Brandbombenanschlag auf das Rhodesia House58 in London.

3. FEBRUAR: Kirkgate, Huddersfield, Armee-RekrutierungsbĂŒro durch Brandbomben zerstört.

17. FEBRUAR: Brandbombenanschlag auf das Bonhill Street Social Security Office, London. Bombenanschlag auf das Liverpool Armee-Hauptquartier, Edge Lane. Schwere SchÀden.

22. FEBRUAR: Bombenanschlag auf das Aldershot Paras HQ (A.d.Ü., FallschirmjĂ€ger) – 7 Tote.

10. MÄRZ: Brandbombenanschlag auf South African Airways, London.

15. MÄRZ (UngefĂ€hr): GefĂ€ngnisbeamter vor dem Wandsworth-GefĂ€ngnis erschossen.

20. MÄRZ: Zwei SchĂŒsse durchschlagen die Fassade des Armee-RekrutierungsbĂŒros, Slough, Buckinghamshire.

MÄRZ: Vier Mitglieder der Workers‘ Party of Scotland wurden zu insgesamt 81 Jahren verurteilt, weil sie im Juni 1971 eine Enteignung der Bank of Scotland durchgefĂŒhrt hatten. Die Genossen, die ihre Taten vor Gericht politisch verteidigten, erhielten die höchsten Strafen, die jemals von einem schottischen Gericht wegen Raubes verhĂ€ngt wurden: William McPherson, 26 Jahre, Matt Lygate, 25 Jahre, und Ian Doran wurden von der revolutionĂ€ren Linken praktisch ignoriert.

30. MÄRZ: Bombe mit 13 Stangen Sprenggelatine, platziert auf der Eisenbahnlinie in der NĂ€he von Stranraer, Glasgow, die von der Armee fĂŒr den Transport von MĂ€nnern und AusrĂŒstung zur FĂ€hre nach Nordirland benutzt wurde.

6. APRIL: Zweite Bombe (13 Stangen) auf Bahnstrecke bei Glasgow platziert.

24. APRIL: Selbstgebaute Bombe im Polizeihauptquartier in Sleaford, Lancashire, platziert. 15 Jahre alter Junge festgehalten.

26. APRIL: Bombenexplosion und Feuer im Tory-Hauptquartier, Billericay, Essex.

1. MAI: Explosion in CS-Gas-Fabrik.

30. MAI: Der Prozess gegen die „Stoke Newington Eight“, die der Verschwörung zur VerĂŒbung der BombenanschlĂ€ge der Angry Brigade angeklagt sind, beginnt im No. 1 Court im Old Bailey in London. Dies sollte der lĂ€ngste Prozess in der Geschichte des britischen Rechtssystems werden.

Auszug aus einem Stoke Newington Eight Verteidigungs Bulletin:

DER PROZESS BIS JETZT


Sind vier Monate der Anklage/Strafverfolgung gewesen, vier Monate, in denen sich Polizeizeuge nach Polizeizeuge gegenseitig widersprechen, ihre Geschichte Ă€ndern, LÜGEN, unterbrochen nur durch vier Wochen, als der Richter seinen Urlaub hatte


EINE VERSCHWÖRUNG DES SCHWEIGENS

Die Presse hat nichts von all dem berichtet – genauso wie sie nie ĂŒber die BombenanschlĂ€ge berichtet hat, bis es ihnen passte. Wovor haben sie Angst?

WELCHE VERSCHWÖRUNG?

Der einzige konkrete Beweis sind die von der Polizei in der Wohnung, in der vier der Angeklagten lebten, „gefundenen“ Waffen und Sprenggelatine. Zuerst sagte die Polizei, dass 2 der 4 wĂ€hrend der gesamten Razzia dort waren; dann gaben sie zu, dass sie an einem Punkt aus der Wohnung gebracht und dann zurĂŒckgebracht wurden. WARUM? Der Fingerabdruckexperte gab zu, dass es keine FingerabdrĂŒcke auf den Waffen und dem Sprengstoff gab. WARUM NICHT?

Die Geschichte der Staatsanwaltschaft Ă€nderte sich von Tag zu Tag. Es stellte sich heraus, dass die Polizei ĂŒber die Waffen und die Sprenggelatine gestolpert wĂ€re, als sie in die Wohnung kam, wenn sie dort gewesen wĂ€ren, wo sie sagte, dass sie es waren, anstatt sie zehn Minuten spĂ€ter zu „finden“; so „erinnerten“ sie sich plötzlich zum ersten Mal – ein Jahr spĂ€ter – dass sie mit Stoff bedeckt gewesen waren.

POLIZEIVERSCHWÖRUNG

Ein Kriminalbeamter musste zugeben, dass er sein Notizbuch wĂ€hrend des Prozesses verĂ€ndert hatte. Ein anderer verriet das Spiel komplett, als er sagte, dass er und ein Kollege sich in der KĂŒche hingesetzt und „entschieden“ hĂ€tten, was bei der Razzia passiert sei.

KEINE VERSCHWÖRUNG

Der Rest der Beweise gegen die Acht sind Recherchen, Briefe und Artikel, die von den Angeklagten fĂŒr verschiedene Untergrundzeitungen (Frendz, Strike) und großformatige Zeitungen geschrieben wurden. Die Staatsanwaltschaft nennt sie Beweise fĂŒr eine Verschwörung, weil sie solche politischen Ziele wie den Gesetzentwurf ĂŒber Arbeitsbeziehungen, den Gesetz fĂŒr faire Mieten, den Miss World-Wettbewerb usw. erwĂ€hnen.

Ihre wissenschaftlichen „Experten“ versuchten, 25 der BombenanschlĂ€ge, die zwischen 1968 und 1971 in England stattfanden, diesen Personen anzuhĂ€ngen, indem sie behaupteten, dass diese BombenanschlĂ€ge „miteinander verbunden“ waren – wobei sie andere Ă€hnliche BombenanschlĂ€ge außer Acht ließen und die Unterschiede zwischen den 25 BombenanschlĂ€gen vertuschten.

Aber die Verantwortung der Explosionen wurden von so unterschiedlichen Gruppen wie der 1. Mai Gruppe, der Angry Brigade, The Wild Bunch59 und Butch Cassidy and the Sundance Kid60 ĂŒbernommen. Und das „Set“ beinhaltete nicht 3, fĂŒr die die Angry Brigade die Verantwortiung ĂŒbernommen hatte, NACH der Razzia in der Amhurst Road.

Jetzt, wo die Verteidigung beginnt, kann die Wahrheit ans Licht kommen: Die einzige Verschwörung, die es gegeben hat, ist eine STAATSVERSCHWÖRUNG.

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Ein Sprengstoffexperte der Polizei sagt aus, dass es zwischen MÀrz 1968 und August 1971 123 bekannte AnschlÀge auf Immobilien gegeben hat.

24. NOVEMBER: In seinem SchlussplĂ€doyer wies Mr. Justice James die Geschworenen an, die Beteuerungen der Verteidigung zu ignorieren, dass dies ein politischer Prozess sei. Er sagte: „Das ist es nicht (ein politischer Prozess) und ich weise Sie an, nichts davon zu halten. Politische Prozesse sind Prozesse gegen Menschen wegen ihrer politischen Ansichten. Wir haben sie nicht in diesem Land.“

6. DEZEMBER: Der Prozess endet. Jim Greenfield, Anna Mendleson, Hilary Creek und John Barker werden wegen „Verschwörung zur HerbeifĂŒhrung von Explosionen“ zu 10 Jahren verurteilt. Die anderen vier Angeklagten werden freigesprochen, und die Strafe von Jake Prescott wird auf 10 Jahre reduziert.

7. DEZEMBER: Nach den Verurteilungen der Angry Brigade am Vortag nennt Scotland Yard zwei weitere Personen, die sie im Zusammenhang mit den BombenanschlÀgen suchen: Gerry Osner und Sarah Poulikakou, die beide zu der Zeit im Ausland lebten. 300 Menschen marschieren aus Protest zum Holloway-GefÀngnis.

Insgesamt wurden 12 Personen verhaftet und angeklagt – bei zwei wurden die Anklagen gegen sie zurĂŒckgezogen, fĂŒnf wurden freigesprochen, fĂŒnf wurden wegen Verschwörung verurteilt und ins GefĂ€ngnis gesteckt.

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Nach dem Prozess wurde Commander Bond zum Deputy Assistant Commissioner61 bei Scotland Yard befördert, Det. Chief Superintendent62 Habershon wurde zum Commander63 ernannt und 1973 in das Forschungs- und PlanungsbĂŒro des Innenministeriums abgeordnet. Im Juni 1974 leitete er die polizeiliche Untersuchung des Mordes an Kevin Gateley, dem Studenten der UniversitĂ€t Warwick, am Red Lion Square am 5. Juni 1974 – als Ergebnis wurde die Polizei von jeder Verantwortung freigesprochen. Im April 1975 wurde Commander Habershon zum Leiter des Bombenkommandos ernannt und löste damit Robert Huntley ab.

DER KAMPF GEHT WEITER


Die Situation heute ist ganz anders als Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre. Neue GefĂ€hrten nehmen den Kampf auf, der sich auf die Angriffe auf NATO-Einrichtungen und Atomkraftwerke sowie andere Manifestationen des zunehmenden Militarismus in Europa und den USA und Kanada ausgeweitet hat. Es gibt heute keine Strukturen mehr, die der alten RAF, der Action Directe, den Roten Brigaden, wie sie einmal waren, oder anderen Formen von einigermaßen strukturierten bewaffneten Gruppen entsprechen.

Die Signaturen und Embleme werden zwar immer noch verwendet, aber die GefĂ€hrten, die sie benutzen, haben kaum noch eine direkte Beziehung zu anderen, die das Gleiche tun. Was sich zeigt, ist der Wille, gegen die neuen und alten Formen der Repression vorzugehen und dabei auch die alten Organisationsformen zu kritisieren. In diesem Licht sehen wir die folgenden KommuniquĂ©s, die in den letzten drei Jahren (1981-1984) in diesem Land erschienen sind. Eine weitere Öffnung zum bewaffneten Kampf zeichnet sich am Horizont ab. Sie findet ihre Wurzeln in der massive IlegalitĂ€t der Gegenwart und versucht, weiter zu gehen in Bezug auf die Schaffung eines neuen spezifischen revolutionĂ€ren bewaffneten Angriffs. Es ist an der Zeit, eine Position zu beziehen und zu handeln.

1981

DIE BRIGADE WIRD WÜTEND – SCHON WIEDER! (THE BRIGADE IS GETTING ANGRY—AGAIN!)

FAST ZEHN JAHRE sind vergangen, seit die politische Situation in Großbritannien nach der Art von direkter Aktion verlangte, wie sie von der Angry Brigade praktiziert wurde. Das Rad hat sich vollstĂ€ndig gedreht und wir sind gezwungen, wieder einmal, uns darauf vorzubereiten, uns gegen die Provokationen eines virulent arbeiterfeindlichen Staates und seiner multinationalen Manipulatoren, wie dem Lenkungsausschuss der Bilderberg-Gruppe und der Trilateralen Kommission, zu verteidigen.

SEIT DIE THATCHER REGIERUNG an die Macht kam, haben wir eine rasante Zunahme der Macht der Repressionsorgane des Staates erlebt, mit einer entsprechend obsessiven und paranoiden Betonung auf der Perfektionierung seiner Maschinerie fĂŒr „Antisubversion“ und „Recht und Ordnung“, politische Euphemismen fĂŒr die Kontrolle und Eliminierung aller realen, potentiellen und imaginĂ€ren Dissidenten. Die erhöhten Ausgaben fĂŒr Polizei, GefĂ€ngnisse und Armee, die stĂ€ndige Überwachung von Gewerkschaftern, die Schikanierung von investigativen Journalisten, Whistleblowern, Umwelt-, Ökologie- und Gemeindeaktivisten, der erweiterte Einsatz der SAS64 in Nordirland mit ihren Morden an entschiedenen Sozialisten wie Miriam Daly und wahrscheinlich Noel Little und Ronnie Bunting, die offene Terrorisierung und EinschĂŒchterung von jedem, der auch nur im Entferntesten mit dem Kampf in Nordirland in Verbindung steht, die Betonung der Bevölkerungskontrolle in der Polizeiausbildung und die erhöhte Anzahl bewaffneter Polizisten, die auf den Straßen Großbritanniens patrouillieren, die neuen Streikpostengesetze, usw; all diese Dinge zeigen, dass der Konsens in der britischen Politik schnell zu einer Sache der Vergangenheit wird.

DIE ZUNAHME DER STAATLICHEN SICHERHEIT ist durch die politische und wirtschaftliche Politik der Thatcher-Regierung und ihrer UnterstĂŒtzer notwendig geworden. Sie wissen nur zu gut, dass sich die wirtschaftliche Situation ohne eine Umkehrung ihrer Politik kaum verbessern wird. Dies wiederum wird zu groß angelegten sozialen Unruhen fĂŒhren. Innerhalb der monetaristischen Ideologie, von der sie besessen sind, gibt es keine praktikablen wirtschaftlichen Abhilfen, die ihnen zur VerfĂŒgung stehen. Die Arbeitslosigkeit wird steil ansteigen, die Inflation wird sich verschlimmern, mehr Fabriken und Unternehmen werden schließen oder in Konkurs gehen, Apathie und Spannungen werden die sozialen Beziehungen durchdringen, die GewerkschaftsfĂŒhrung wird nicht in der Lage sein, die Basis im Zaum zu halten. Die Menschen werden wĂŒtender und frustrierter werden, und es werden stĂ€rkere und verzweifeltere Formen der Kontrolle auferlegt werden mĂŒssen, wenn das System zu versagen beginnt, hoffnungslos außer Kontrolle gerĂ€t und schließlich ganz zusammenbricht.

WARUM JETZT UND NICHT VORHER? In den spĂ€ten sechziger und siebziger Jahren gab es eine Ă€hnliche Periode der schrillen Anti-Arbeiterklassen-Hysterie und der Gesetzgebung, die zu dem berĂŒchtigten und erfolglosen Versuch fĂŒhrte, die Organisierung der Arbeiter durch den Gesetzentwurf ĂŒber Arbeitsbeziehungen zu kontrollieren, was zum Sturz der Heath-Regierung fĂŒhrte. Nachdem es den Tories nicht gelungen ist, die Arbeiterbewegung durch die Gerichte zu brechen, haben sie sich nun einem eher schrĂ€gen Ansatz zugewandt: einer bewussten Politik der Massenarbeitslosigkeit! Zweifellos wird die Thatcher-Clique durch die Wahl Reagans in ihrer Entschlossenheit gestĂ€rkt und beginnt, ihre Politik mit jedem ZugestĂ€ndnis an sie zu intensivieren.

WIR SIND KEINE AVANTGARDE, noch erheben wir den Anspruch, irgendjemand anderen als uns selbst in unserem Widerstand gegen die Arroganz der gegenwĂ€rtigen Regierung und das Elend, die Frustration und die Verzweiflung, die durch ihre selbstsĂŒchtige und unmenschliche Politik geschaffen werden, zu fĂŒhren oder zu vertreten. Es ist einfach so, dass wir als Individuen an die Grenzen unserer Toleranz stoßen. Wir sehen uns als Ausdruck der Wut, des Widerstands und der Hoffnung, die durch das drohende Scheitern dieser sich rapide polarisierenden Gesellschaft entstehen.

IN DEN VERGANGENEN ZEHN JAHREN haben wir vor allem in Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Nordamerika gehandelt und dabei neue FĂ€higkeiten, Fachkenntnisse, Personal und Zugang zu Informationsquellen erworben. Die jĂŒngeren Aktionen von Action Directe zeigen die Strategie und Taktik, die wir anwenden sollten. Wie bisher wird es keinen „geistlosen Terror“ geben, keine Toten, keine EntfĂŒhrungen, keine Geiselnahmen von unschuldigen Zuschauern.

Wir haben nichts gemeinsam mit den Taktiken oder der Politik der Roten Armee Fraktion, der Roten Brigaden, der PLO oder irgendeiner anderen autoritĂ€ren Gruppe, die sich einem Kampf um die Macht oder die Kontrolle des Staates auf Kosten des Mannes und der Frau auf der Straße verschrieben hat. Die soziale Revolution wird nicht auf den Leichen der alten Herrscher oder ihrer FunktionĂ€re aufgebaut werden; sie kann nur von Menschen aufgebaut werden, die die Kontrolle ĂŒber ihr eigenes Leben ĂŒbernehmen, ihre UnabhĂ€ngigkeit behaupten, ihre Ablehnung des Staates, der Machtpolitik, des autoritĂ€ren Lebensstils und der Konkurrenzwerte des Konsumismus, die uns von Geburt an bis zum Tod aufgezwungen werden.

Im Kampf gegen diese Übel haben wir auch positive Bestrebungen. Wir wĂŒnschen uns eine selbstverwaltete Gesellschaft als einzig mögliche Grundlage, auf der wir eine gerechtere, gleichberechtigte und freiheitlichere Welt fĂŒr uns und unsere Kinder aufbauen können. Die zunehmende Macht des Staates, die aggressive Konfrontationspolitik der Thatcher-Regierung, der Zusammenbruch freier kollektiver Verhandlungen und des Konsenses im tĂ€glichen Leben, die immer stĂ€rkere Entfremdung der Menschen von den Entscheidungsprozessen usw. zeigen nur einen Weg auf. Wir mĂŒssen diese unaufhaltsame Aushöhlung unserer Menschlichkeit und unserer Hoffnungen mit allen uns zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln zurĂŒckweisen und Widerstand leisten.

WIR WISSEN, WAS WIR DAGEGEN TUN WERDEN –

TUST DU ES?

DIE ANGRY BRIGADE II

(IRSM)

1983

Kommuniqué an die Konservative Partei geschickt:

WÜTENDER WERDEN! (GETTING ANGRIER!)

WIR PLATZIERTEN die kleinen Bomben in euren nördlichen Hauptquartieren in Manchester und Leeds als Erinnerung fĂŒr euch an den aktiven Widerstand, der in diesem Land existiert.

Wir haben genug davon, dass ihr unser Leben ruiniert. Ihr begeht die schlimmsten Formen von Gewalt in unserer Gesellschaft und es kĂŒmmert euch nicht. Wir werden aus der Arbeit geworfen, von dem Sozial- und Gesundheitsministerium und der Polizei misshandelt, abgeschoben und ausgebeutet – und trotzdem ist es nicht genug fĂŒr euch. Jeden Tag sind wir grĂ¶ĂŸeren Repressionen ausgesetzt; die Befugnisse der Polizei werden erweitert, weitere rassistische Gesetze werden eingefĂŒhrt, 20 Jahre Errungenschaften der Frauen werden in drei ausgehöhlt, die organisierte Arbeiterbewegung wird angegriffen, und jetzt sehen wir eine Politik der summarischen Hinrichtung.

Ihr glaubt, ihr könnt uns vernichten, aber ihr irrt euch. Wir werden angesichts dieses Ansturms nicht schweigen – wir schlagen zurĂŒck. Bis jetzt waren unsere Aktionen auf Eigentum und nicht auf Menschen gerichtet, aber unsere Geduld ist am Ende.

WIR KOMMEN NÄHER.

ANGRY BRIGADES

WIDERSTANDSBEWEGUNG (RESISTANCE MOVEMENT)

1983

„Überbelegung in den GefĂ€ngnissen, allgemeine Repression und der Mord an Barry Prosser Anfang des Jahres durch Schrauben im Winson Green GefĂ€ngnis sind einige der GrĂŒnde, die eine Gruppe, die sich selbst „Angry Brigade Resistance Movement“ nennt, fĂŒr den Bombenanschlag auf das GrundstĂŒck des Prison Officers Training College (A.d.Ü., Schule fĂŒr Schließer) in Wakefield angibt.


 Ein in London ansĂ€ssiger ATS-Offizier (A.d.Ü., Anti-Terror Einheit) soll gesagt haben, es sei unwahrscheinlich, dass sich die Angry Brigade neu formiert habe, 
 es darf nicht möglich sein, dass sich die Angry Brigade „neu formiert“. Sie war weder eine Organisation noch eine einzelne Gruppierung – sondern ein Ausdruck der Wut und Verachtung, die viele Menschen landauf, landab fĂŒr den Staat und seine Institutionen empfanden. In diesem Sinne ist die Angry Brigade die ganze Zeit bei uns (der Mann oder die Frau, die neben dir sitzt?) – sie taucht weder auf noch verschwindet sie (oder formiert sich neu), sondern ist die natĂŒrliche Manifestation der Revolte, wenn sich diese Revolte gegen das Herz all dessen richtet, was Leid verursacht: den Staat.“

Black Flag, Vol V11 No 2, Feb 1983.

1984

WÜTENDE WORTE (ANGRY WORDS)

Wir beschlossen, die SprengsÀtze am Strommast nördlich von Maltby anzubringen, um den Mast zu beschÀdigen, die Supergrid-Netz von den Midlands zum Nordosten zu unterbrechen und zu zeigen, dass das System verwundbar ist.

Wir sehen, dass der Staat hier die Techniken der UnterdrĂŒckung anwendet, die gegen die Menschen in Irland entwickelt und praktiziert wurden. Aber auch wir haben unsere Lehren aus dem irischen Kampf gezogen.

WĂ€hrend wir uns auf einen offenen KLASSENKRIEG zubewegen, werdet ihr uns nicht unvorbereitet vorfinden!

SIEG DEN SCHLAGENDEN KOMMANDOS (HIT SQUADS).

Teeside Humberside, schließt euch der WÜTENDEN SEITE an. (Teeside Humberside, join the ANGRY SIDE)

ANGRY BRIGADES

WIDERSTANDSBEWEGUNG (RESISTANCE MOVEMENT)

IRSM

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Quelle: Abc-wien.net