Mai 12, 2022
Von End Of Road
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Auch die Aktivistin Sonja Manderbach blockierte am Montag eine Autobahnabfahrt nahe der Bremer Uni. Sie erklĂ€rt, warum sie ihre HĂ€nde auf der Straße festgeklebt hatte.

 

Die Gruppe „Die letzte Generation“ legte am Montag zeitweise den Verkehr auf der Autobahnabfahrt an die Bremer UniversitĂ€t lahm. Drei Personen hatten ihre HĂ€nde auf der Straße festgeklebt. Es laufen Ermittlungen wegen Nötigung und VerstĂ¶ĂŸen gegen das Versammlungsgesetz.

Frau Manderbach, als Gruppe „Die letzte Generation“ haben Sie in Bremen eine Autobahnabfahrt blockiert? Was wollten Sie damit erreichen?
Wir fordern einen Stopp des fossilen Wahnsinns. SĂ€mtliche Investitionen in neue fossile Infrastruktur mĂŒssen gestoppt werden. Alle Neuinvestitionen mĂŒssen in erneuerbare Energien fließen.
Aber warum blockieren Sie dafĂŒr Autobahnabfahrten?
Weil wir festgestellt haben, dass alles, was wir davor gemacht haben, nicht ausreichend war: Wir haben unter anderem Petitionen gestartet, Demonstrationen organisiert und Bildungsarbeit gemacht. Das war alles gut, wichtig und notwendig. Es hat aber nicht dazu gefĂŒhrt, dass Wirtschaft, Politik und Entscheider wirklich einen anderen Kurs einschlagen. Wir brauchen eine Form des zivilen Ungehorsams, die nicht ignoriert werden kann. Wie eine Art Feueralarm, der schrill piept, weil es brennt.
Bringen Sie damit nicht mehr Leute gegen sich auf, als dass es der Sache dient?
Wir machen keinen Wahlkampf. Wir wollen nicht persönlich gewÀhlt werden, weil wir beliebt
sind. Wir sind der Feueralarm. Niemand mag den Alarm, aber es brennt. Das ist wissenschaftlicher Fakt. Es geht darum, dass von Entscheidern verstanden wird, dass jetzt gehandelt werden muss.
Ist das nicht eine Form von Erpressung?
Erpressung ist ja, wenn jemand fĂŒr ein persönliches Ziel jemanden bedroht oder Gewalt anwendet. Wir blockieren den Alltag, weil wir mit dem ‚Weiter-so‘ aufhören mĂŒssen. Wir brauchen einen Notfall-Plan, weil wir einen Klima-Notstand haben.
Wenn ein Mensch sieht, dass mein Schuppen brennt und mich warnt, bevor das ganze Haus in Flammen steht, dann ist das ja keine Erpressung.
Bringen sich ihre Aktivisten bei den Aktionen nicht auch selbst in Gefahr?
Letztlich entscheidet das ja jeder selbst. Ja, wir gehen alle ein gewisses Risiko ein. Das ist aber kalkulierbar. Wir greifen nie in fließenden Verkehr ein, nur in stehenden. Wir gehen immer an einer FußgĂ€ngerampel bei GrĂŒn auf die Straße, sodass die Autos nicht losfahren können.
Wie wird es jetzt weitergehen?
Es gibt verschiedene Gruppen und unterschiedliche Aktionsformen. Die wird es auch weiterhin geben. Es gibt nicht nur die Straßenblockaden, aber tatsĂ€chlich sind das die effektivsten Aktionen.



Quelle: Endofroad.blackblogs.org