Oktober 9, 2021
Von La Presse
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Mehrere vom Studierendenrat organisierte Veranstaltungen wurden am 6.10. vom Rektorat der Uni Leipzig verboten. Eine der betreffenden Veranstaltungen wurde vom StuRa gemeinsam mit der Gruppe CopWatch organisiert, zum Thema diskriminierende Polzeikontrollen. Ohne sein Verbot offiziell zu begrĂŒnden, schlug das Rektorat jedes weitere GesprĂ€chsangebot der Studierenden aus. Der StuRa besitzt ein Anrecht auf RĂ€umlichkeiten der UniversitĂ€t. Am 13.10. soll die Veranstaltung nun dennoch im Innenhof der Uni abgehalten werden.

Am 7.10., einen Tag nach dem Verbot, störten mehrere Polizist_innen einen Vortag des Klima-BĂŒndnisses „Ende GelĂ€nde“ in einem Hörsaal der Uni unter dem Vorwand man wĂ€re ĂŒber eine „Versammlung“ informiert. PolizeiprĂ€senz in HörsĂ€len ist Ă€ußert unĂŒblich, der Sicherheitsdienst der Uni war an diesem Tag wie gewöhnlich verfĂŒgbar. „Das stellt ein absolutes No-Go fĂŒr Freiheit von Forschung und Lehre dar! Die Uni-Leitung sollte lieber die Unversehrtheit der Studierenden gewĂ€hrleisten, statt die Polzei in HörsĂ€le zu lassen oder kritische Veranstaltungen zu unterbinden“, so die Vortragende, Sina Reisch von Ende GelĂ€nde. Ob ein Zusammenhang zwischen Verbot und Polizeikontrolle besteht ist bislang unklar.

„Die Uni beruft sich stets auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung aber selber schrĂ€nkt sie die Meinungsfreiheit auf dem Campus ein. Die Uni-Leitung hat uns nicht vorzuschreiben, welche Themen auf dem Campus behandelt werden. Wir werden die CopWatch-Veranstaltung dennoch abhalten, auf dem Innenhof direkt vor der Nase des Rektorats!“, so Daria Bachmann vom Studierendenrat der Uni Leipzig, AG Kritische EinfĂŒhrungswochen.

Die Veranstaltungen fanden im Rahmen der Kritischen EinfĂŒhrungswochen Leipzig statt. Diese werden vom StuRa der Uni Leipzig gemeinsam mit einem sehr breiten BĂŒndnis aus politischen Hochschulgruppen veranstaltet. Die KEW stellen ein Alternativprogramm fĂŒr Neustudierende in Leipzig dar und sollen Raum zum Austausch ĂŒber gesellschaftliche Themen schaffen. Über 100 VortrĂ€ge, Workshops und StadtrundgĂ€nge von ĂŒber 40 Gruppen informieren ĂŒber Themen wie Klimagerechtigkeit, Arbeitsrechte im Nebenjob oder Todesopfer Rechter Gewalt in Leipzig. Im Jahr 2018 kam es zur Zusammenarbeit der Uni-Leitung mit dem sĂ€chsischen Verfassungsschutz, es wurden ebenfalls Veranstaltungen der Kritischen EinfĂŒhrungswochen abgesagt. Wenig spĂ€ter trat der PrĂ€sident des sĂ€chsischen Verfassungsschutz, Gordian Meyer-Plath, zurĂŒck. Die Veranstaltungen der KEW konnten dennoch stattfinden.
Die Fragen wieso und mit welchem Ziel die polizeiliche Störung der Ende GelĂ€nde Veranstaltung stattfand, ob die UniversitĂ€t informiert war und woher die Anweisung fĂŒr die Störung kam, werden wir vehement nachverfolgen. / PM kew-leipzig.de Foto: la-presse.org




Quelle: La-presse.org