Juli 18, 2022
Von Emrawi
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Wir, einige „Unsichtbare“ und Herausgeber:innen des Buches „HerzschlĂ€ge – GesprĂ€ch mit Ex-Militanten der RevolutionĂ€ren Zellen“, melden uns noch einmal zu Wort.

Nicht möglich war es uns, alle an dem Interview beteiligte Menschen zu diesem Beitrag anzufragen und einzubeziehen. Wir bitten dies zu berĂŒcksichtigen. Wenn wir auch in ihrem Sinne sprechen wĂŒrden, wĂŒrde uns das außerordentlich freuen.

Das Buch im „Verlag Assoziation A“ hat mittlerweile in einigen Kreisen Verbreitung gefunden. Die Resonanz darauf war bisher, wie zu erwarten, unterschiedlich. Wir gehen nicht auf alle Aspekte der uns zugetragenen Kritiken ein.

Aber soviel dazu:

Das Buch kann als historische Auseinandersetzung gelesen werden. Je nach Position und Standpunkt kann das Interview zum Beispiel Freude oder Wut entfachen. Vielleicht reißt das Buch Wunden und Verletzungen bei den Menschen auf, die den Zellen eng verbunden oder Teil davon waren und sich in Differenzen getrennt haben.

In dem einen Fall kann mensch sich freuen, wenn alte Militante noch einmal zu ihrer Geschichte, zu den Erfolgen, den Niederlagen, den IrrtĂŒmern, den StĂ€rken, den Fehlern, den QualitĂ€ten unterschiedlich Stellung beziehen und Verantwortung ĂŒbernehmen – ohne sich von ihrer Geschichte zu distanzieren. Dass die Geschichte der RZ durch die Ex-Militanten verteidigt und rĂŒckblickend reflektiert wird, kann unter solch einer Betrachtungsweise positiv gelesen werden.

In dem anderen Fall kann mensch verĂ€rgert reagieren, weil heute von MĂ€nnern ein anderes VerhĂ€ltnis und eine andere Klarheit in Bezug zum Patriarchat gewĂŒnscht wĂ€re, auch wenn es um einen RĂŒckblick geht. Vielleicht kann uns auch als „Unsichtbare“ nachgetragen werden, warum wir bestimmte Äußerungen stehen gelassen und nicht weitergehend hinterfragt haben. Das ist alles richtig und doch haben wir uns anders entschieden.

Der blinde Fleck, die historischen Schwierigkeiten der Militanten zu einer eindeutigen Position zum Patriarchat – all das war im Interview hinreichend sichtbar und benannt. Die WidersprĂŒche lagen offen. Wir hatten kein Interesse nachzutreten. Den Verweis darauf, dass die antipatriarchal bestimmte Aktion auf die SiegessĂ€ule in Berlin von den Ex-Militanten „abschĂ€tzig behandelt“ wurde, teilen wir nicht.

Der Verweis auf die „Flammenden Herzen“, die antipatriarchale Aktionen mit dem Bezugspunkt auf die antimilitaristische Bewegung machten, verbunden mit der Frage warum sich die Zellen darauf nicht bezogen, ist zwar richtig, aber wenig hilfreich. Zum einen, weil, wie aus dem Interview hervorgeht, die Zellen aus mehreren GrĂŒnden angeschlagen waren. Und zum anderen, weil wir nicht wissen ob die „Flammenden Herzen“ nicht Teil eines FlĂŒgels nah an den RZ und der Zora waren.

Wir verstehen den Unmut ĂŒber einige Äußerungen. Wir haben weder Antworten noch Fragen nennenswert geglĂ€ttet, weil wir uns mehr davon versprachen, politische WidersprĂŒche transparent zu lassen. Wir konnten einige Fragen nicht pointierter stellen weil uns aus dem vielfĂ€ltigen Innenleben der Zellen und der Zora die Informationen fehlten. Zum Beispiel, ob die Kampagne in Bezug zu den „FlĂŒchtlingen“ nicht eine gemeinsame mit der Zora hĂ€tte sein können? Wenn wir vor dem Interview gewusst hĂ€tten, dass genau darum mit der Zora gerungen wurde, die eine feministische Kampagne zu dem Thema vorschlug, dann hĂ€tten wir kritisch nachfragen können. Wobei wir heute nicht wissen, ob dies den drei Interviewten bekannt war. Denn aus dem Interview geht auch hervor, dass nicht alle Diskussionen immer fĂŒr alle in gleicher Weise innerhalb der Zellen transparent waren. Aber natĂŒrlich hĂ€tte uns die Antwort interessiert. Wir konnten nur mit den Menschen, Frauen wie MĂ€nnern, das Interview fĂŒhren, die dafĂŒr offen oder in unserer Reichweite waren!

Es ist natĂŒrlich leichter, den MĂ€nnern von damals Ignoranz an der Frage des Patriarchats vorzuwerfen und sich an ihrem Unvermögen zu reiben, als zu sehen, dass sich bis heute unter MĂ€nner nicht wesentlich etwas verĂ€ndert hat. Im Gegenteil sehen wir in den Auseinandersetzungen um Vergewaltigung und Sexismus zu heute viele traurige Parallelen. Und dass sich heute MĂ€nner hervortun im Kampf gegen das Patriarchat wird ja wohl auch niemand ernstlich behaupten wollen. Ein Projekt wie die „Flammenden Herzen“ wĂ€re auch heute eine Besonderheit. Die kritischen Fragen, die berechtigterweise an die Vergangenheit hinein gestellt werden, gehören auch in die Zukunft gerichtet. Wenn wir uns als RevolutionĂ€re ernst nehmen, mĂŒssen wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Dazu kann das Buch eine Möglichkeit neben vielen anderen bieten. Die Ex-Militanten abzuwatschen, die ihr Scheitern an der Patriarchatsfrage eingestehen und versuchen zu beschreiben, ist wenig zielfĂŒhrend. Wenn der Verlag eine zweite Auflage machen will, stellen wir uns nicht dagegen. Und wenn weitere ehemalige Militante ihre Sichtweisen auf die Vergangenheit der öffentlichen Auseinandersetzung zur VerfĂŒgung stellen, ist dagegen sicher nichts einzuwenden.

ZielfĂŒhrend ist es allerdings, SchlĂŒsse fĂŒr zukĂŒnftige KĂ€mpfe im Allgemeinen und der militanten und bewaffneten Praxis im Konkreten abzuleiten.

Darum haben wir es in dem Interview auch nicht fĂŒr unsere vorrangige Aufgabe gehalten, unsere Positionen und WidersprĂŒche mit den Ex-Militanten auszudiskutieren. Das war nicht Ziel des Projektes, zumal wir es nicht mehr mit aktiven Militanten der Zellen zu tun hatten, welche die Diskussionen in ihre ZusammenhĂ€nge zurĂŒck getragen hĂ€tten. Auch die Bedingungen und Zeit ließen das nicht zu.

Wir haben RĂŒckmeldungen bekommen von Menschen, die das Buch in Hinsicht auf die aktuelle gesellschaftliche Situation und Praxis lesen. Das ist und war unsere Motivation.

Wir drucken unsere gemeinsame Position der „Unsichtbaren“ noch einmal ab, auch mit der dazugehörigen und uns sehr wichtigen Widmung unseres Vorwortes, die in unserer Überarbeitung verloren gegangen ist. In dem Vorwort „Über unsere BeweggrĂŒnde“ schlugen wir eine Bresche in die heutige Zeit. Unsere Fragen, unsere Anmerkungen sind uns ernst. AufhĂ€nger muss nicht das Buch „HerzschlĂ€ge“ sein, es ist eine Angebot.

Die globalen Entwicklungen veranlassen uns, unseren Aufruf zur Diskussion zu bekrĂ€ftigen. Diese muss nicht öffentlich und sollte nicht identifizierbar gefĂŒhrt werden. Aber wir wĂŒnschen die Diskussion.

Mit revolutionĂ€ren GrĂŒĂŸen an alle die kĂ€mpfen

Unsichtbare irgendwo im Hinterland

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Gewidmet all den vielen Menschen, die in den KĂ€mpfen fĂŒr eine freie Gesellschaft ihr Leben gegeben haben.

Über unsere BeweggrĂŒnde

Warum interessiert uns heute die Geschichte der RevolutionÀren Zellen und der Roten Zora?

Wir möchten eine ehemalige militante Gruppe wieder sichtbar machen, damit sie fĂŒr heutige und zukĂŒnftige Generationen von RevolutionĂ€r*innen neu diskutierbar wird. Dazu haben wir unsere Kenntnisse und Kontakte genutzt, weil wir denken, dass die Frage der revolutionĂ€ren Organisierung aktuell ist und bleibt.

Die drei Ex-Militanten der RZ haben wir im Rahmen unserer eigenen Auseinandersetzungen mit dem Thema befragt, und wir hoffen, viele spannende Punkte angerissen zu haben, selbst wenn dabei das ein oder andere Thema außen vor geblieben sein sollte.

Die Fragen haben wir aus dem Kontext aktueller revolutionĂ€rer Praxis und KontinuitĂ€t gestellt. Es ist uns wichtig, mit dem GesprĂ€ch das Wissen und die historischen Erfahrungen vergangener KĂ€mpfe an heutige und zukĂŒnftige Militante weiterzugeben. Was diese damit machen, welche theoretischen und praktischen SchlĂŒsse sie daraus ableiten, bleibt selbstverstĂ€ndlich ihnen ĂŒberlassen.

Wie sollte es auch anders sein? Denn schließlich hat sich der Kontext der KĂ€mpfe verschoben, die Koordinaten, die Ausgangsbedingungen sind heute andere. Der Versuch einer reinen Kopie alter militanter Konzepte wĂŒrde den heutigen Bedingungen nach unserer Meinung nicht gerecht.

Allerdings halten wir es fĂŒr vordringlich, aus der Geschichte des bewaffneten Kampfes in der BRD, SchlĂŒsse fĂŒr gegenwĂ€rtige und zukĂŒnftige KĂ€mpfe zu ziehen.

Die rassistischen Morde des NSU und nachfolgender, gut vernetzter »EinzeltĂ€ter«, die rassistische Migrationspolitik der EU, die fortdauernden Kriege und Klimakatastrophen, die weltweit zu verzeichnenden Femizide, die Corona-Pandemie als Vorwand und Schub fĂŒr weitreichende Überwachungsmaßnahmen gegen die Bevölkerungen und der damit verbundene Umbau der bisher bestehende ArbeitsverhĂ€ltnisse sowie der Angriff auf zwischenmenschliche Beziehungen – all das wirft Fragen nach revolutionĂ€ren Antworten auf.

Welche Handlungs- und Organisierungsoptionen sehen wir angesichts dieser politischen Lage? FĂŒr uns ist keine revolutionĂ€re globale Bewegung in Sicht, die die Zerstörung des Planeten und die Barbarei des Menschen ĂŒber den Menschen zu stoppen in der Lage sein könnte. Was wir sehen, sind KĂ€mpfe und revolutionĂ€re Funken, die immer wieder schnell erlöschen oder sich zu Faktoren neuer Macht transformieren – und oft genug in Blut ertrĂ€nkt werden (wie etwa der Arabische FrĂŒhling).

Gibt es einen Ausweg? Oder mehrere? Als Erwiderung auf diese ZustÀnde könnte der bewaffnete, der militante Widerstand eine Option darstellen, die wir abwÀgen wollen. So ungeheuerlich, so weit entfernt diese Frage auch scheinen mag.

Eine solche Option kann aus tausend und einem Grund verworfen werden. Aber wir halten es fĂŒr wichtig, sie zu prĂŒfen. Auch das war ein Beweggrund, ein solches GesprĂ€ch zu fĂŒhren.

Wir stellen also die Frage nach der Notwendigkeit eines bewaffneten, feministischen, antipatriarchalen Antifaschismus, der sich nicht an ĂŒberkommenen Antifa-Konzepten der 1920er oder 1980er Jahre orientiert, der den Femiziden, dem patriarchalen Rollback und dem Faschismus – als Ideologie weißer, patriarchaler Dominanz – eine revolutionĂ€re Antwort entgegenschleudert.

Wir stellen uns die Frage, wie in einer 4.0-versmarteten-Gesellschaft eine revolutionĂ€re Antwort aussehen könnte, die Überwachung und totalitĂ€re Beherrschung unterlĂ€uft und unkontrollierte digitale und analoge revolutionĂ€re soziale FreirĂ€ume schafft.

Und wir stellen die Frage nach einem Widerstand, der globale BezĂŒge herstellt, der Unterschiede respektiert, aber keine neuen Machtkonstellationen herausbildet. Wie kann ein revolutionĂ€rer Anarchismus heute aussehen, wie seine verschiedenen Aktions- und Organisierungsformen?

Welche AnsĂ€tze können die herrschenden ökonomischen Ausbeutungsbedingungen effektiv sabotieren? Wie können wir den Widerstand der entrechteten Arbeiter*innen, die wie Sklaven auf den Feldern, in der Pflege, in den Fabriken, in den nicht nur afrikanischen Minen oder den Versandzentren eingesetzt werden, unterstĂŒtzen und militant begleiten?

Wir suchen Antworten auf die von Menschen gemachte Klimakrise und die Zerstörung der Umwelt, auf Rassismus, Patriachalismus und Kolonialismus. Dabei sind wir davon ĂŒberzeugt, dass revolutionĂ€re Antworten wieder umfassender werden und aus den politischen Teilbereichsbewegungen herauskommen mĂŒssen. Dies geht nicht ohne eine Praxis, die eine umfassende Vorstellung davon beinhaltet, wo man eigentlich hin will – nicht als Dogma, sondern als zunĂ€chst utopische Vorstellung, als Beschreitung eines breiten Weges von permanenten VerĂ€nderungen. Dabei bleibt es wichtig, all die historischen Fehler revolutionĂ€rer Bewegungen inklusive ihrer machtpolitischen AnsĂ€tze einzubeziehen.

Dass wir nicht alle Fragen einer revolutionĂ€ren Praxis öffentlich bearbeiten und diskutieren können, sondern auch klandestin und geschĂŒtzt behandeln mĂŒssen, ist klar.

Fragen inhaltlicher Art möchten wir aber sehr wohl öffentlich diskutieren:

Wie begegnen wir einem weltweiten chauvinistischen, einem religiösen Fundamentalismus auf allen Seiten, einem neuen Faschismus.

Wie begegnen wir dem Frauenhass, dem Hass auf Queerness, auf Indigene, auf Schwule, wie der GleichgĂŒltigkeit, der Abwehr und zu oft auch dem Hass gegenĂŒber Menschen, die flĂŒchten mĂŒssen, die sich zu Tode arbeiten mĂŒssen, die in der Sahara verdursten oder in Auffanglagern vergewaltigt und versklavt werden.

Wie begegnen wir einer doppelten Moral liberaler Menschen, die einerseits ihr Mitleid mit den Armen in aller Welt vor sich her tragen, aber deren Mitleid in den Metropolen nur ein Lippenbekenntnis ohne praktische Folgen bleibt?

Wie verbinden wir die notwendigen globalen KĂ€mpfe mit dem Widerstand gegen die neoliberalen Ausbeutungsbedingungen der Menschen in den Metropolen, die durch Mehrfachjobs und

entgarantierte Arbeitsbedingungen in Depression und Armut gedrÀngt werden?

Wie könnte eine militante und bewaffnete Option aussehen, angesichts einer globalen Zerstörung sĂ€mtlicher Naturbedingungen, die zu immer brutaler werdenden ÜberlebenskĂ€mpfen fĂŒhren wird?

Wie können wir die tragenden SÀulen der Macht angreifen? Wie sie jenseits symbolischer Handlungen zersetzen und sabotieren (ohne dass darin bereits der eigene Griff nach der Macht angelegt und möglich ist)?

Wie können soziale Kommunen geschĂŒtzt werden, denen es gelingt, Alternativen zum kapitalistischen Wahnsinn zu etablieren?

Und können sich mitten im ökologischen und sozialen Niedergang mutige Gruppen im kollektiven Geiste herausbilden, die in der Lage sind, tiefgreifende VerĂ€nderungen kĂ€mpfend zu verstetigen? Geht das ĂŒberhaupt noch? Wer aber können die Subjekte kĂŒnftiger Revolten, AufstĂ€nde und Revolutionen sein wenn nicht auch wir?

Wir fragen uns, ob die »Linke« nicht auf den MĂŒllhaufen der Geschichte gehört und wir nochmal bei der Kommune und den Anarchist*innen des 19. Jahrhunderts losgehen mĂŒssen.

Allerdings haben wir weder die Zeit noch die Geduld, noch existieren heute noch die materiellen Voraussetzungen noch einmal 100 Jahre abwartend zu diskutieren. Trotzdem mĂŒssen wir dies sehr prĂ€zise tun, um eine mögliche Basis fĂŒr zukĂŒnftige KĂ€mpfe zu schaffen und diese jetzt auf den Weg zu bringen.

Wir wollen nicht missverstanden werden: Der revolutionĂ€re bewaffnete Kampf an sich fĂŒhrt nicht zur Beantwortung all dieser Fragen. Denn der revolutionĂ€re Kampf ist in erster Linie ein sozialer Kampf.

Militanz und Bewaffnung sind nur immer wieder neu zu ĂŒberprĂŒfende Mittel und Taktiken, um eine soziale Revolution zu stĂ€rken, sie abzusichern und um (auch) vorwĂ€rtstreibende Impulse zu setzen. Die Mittel sind kein Selbstzweck und der Zweck heiligt nicht jedes Mittel. Eine revolutionĂ€re Bewegung, die sich militaristisch aufstellt, ist bezĂŒglich ihrer emanzipativen sozialrevolutionĂ€ren Vorstellungen wenig glaubwĂŒrdig. Sie bewegt sich im Rahmen der Herrschaftslogik. Genauso wenig glaubwĂŒrdig wie eine Bewegung, die glaubt, sie könnte die Frage von Militanz und Bewaffnung ignorieren – wie uns das ein großer Teil der Linken in Deutschland vorgaukeln möchte und die Fragen systematisch ausblendet.

Sicher ist aber: Wenn eine revolutionÀre Bewegung, die die ökonomischen Ausbeutungsbedingungen kippen will, nicht bereits im Kern antipatriarchal, antirassistisch, antikolonialistisch und antimilitaristisch ist, hat sie bereits verloren.

Stehen wir an der Schwelle eines neuen Zeitalters? Stellen wir die richtigen Fragen? Finden wir die richtigen Antworten? Wie viel sind wir alle, jede*r einzelne* von uns, bereit, in die Waagschale zu werfen fĂŒr eine freie Gesellschaft, fĂŒr eine von jeglicher Herrschaft befreiten Welt? So utopisch das auch scheinen mag? Haben wir denn eine Alternative?

Dieses GesprĂ€ch kann nur ein kleiner Teil, ein Baustein sein, um aus der Geschichte zu lernen und uns auf einen möglichen Weg zu bringen. Die drei Menschen, die wir interviewt haben, kommen aus unterschiedlichen Gruppen der RZ. Trotzdem können sie weder alle Fraktionen und Strömungen, noch alle Positionen innerhalb der historischen Organisation oder des Zusammenhangs wiedergeben. Sie beanspruchen auch nicht, fĂŒr die Gesamtheit der Zellen zu sprechen. Wer sich nicht berĂŒcksichtigt fĂŒhlt, sich wundert, warum er oder sie nicht angefragt wurde, oder sich gar darĂŒber Ă€rgert, der*die sei hiermit aufgefordert, einen öffentlichen Weg zur eigenen Positionierung, zum Diskussionsbeitrag oder zur Kritik zu suchen und dies als ErgĂ€nzung zu verschriftlichen.

Wir teilen nicht jede Position, die die drei Genossen geĂ€ußert haben. Wichtig war uns, dass sie aufrichtig und ehrlich den Standpunkt wiedergeben haben, aus dem sie ihre Geschichte rĂŒckblickend sehen und einordnen. Dass sie das getan haben, wissen wir zu wĂŒrdigen und halten es fĂŒr wertvoll. Wir wĂŒrden uns sehr freuen, wenn das Buch Auseinandersetzungen stĂ€rken und Eingang in eure Diskussionen finden wĂŒrde.

Einige Unsichtbare




Quelle: Emrawi.org