Juni 16, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
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quelle: enough is enough

Griechenland. Lesbos. Die Welt, wie wir sie bisher kannten, wird derzeit durch eine Pandemie neu gestaltet. Diese anhaltende Situation wird ausgenutzt, um bestehende Ungleichheiten zu verstĂ€rken, Formen der sozialen Kontrolle durch den Staat zu erhöhen, Grenzen zu schließen und Maßnahmen durchzusetzen, die sonst auf heftigen Widerstand gestoßen wĂ€ren. Diejenigen, die schon vor der Pandemie am wenigsten hatten – Arme, Ă€ltere Menschen, Überlebende von hĂ€uslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt, Obdachlose, Menschen mit Suchtproblemen und Migrant*innen – sind jetzt noch stĂ€rker gefĂ€hrdet, da immer weniger unterstĂŒtzende Strukturen noch funktionieren.

UrsprĂŒnglich veröffentlicht von Fire Fund. Übersetzt von Riot Turtle.
Ihr könnt das Lesvos Mutual Aid and Solidarity Network hier unterstĂŒtzen.

Vieles bleibt jedoch gleich: Geopolitische Interessen provozieren zwischenstaatliche Konflikte, deren Folgen auf dem RĂŒcken der ohnehin schon am Rande stehenden Machtlosen landen.

Im Rahmen des Ausbruchs der Pandemie haben sich unsere Genoss*innen auf der ganzen Welt der Situation gestellt und gegenseitige Hilfsnetzwerke aufgebaut, um sicherzustellen, dass wir dies kollektiv ĂŒberleben und gleichzeitig den Grundstein fĂŒr eine radikal andere Zukunft legen können. Deshalb haben wir beschlossen, ein Netzwerk fĂŒr gegenseitige Hilfe zu schaffen, um diejenigen zu unterstĂŒtzen, die in Not sind, denn wir glauben an soziale Emanzipation und Selbstorganisation.

Wer wir sind

Wir sind ein Netzwerk von Genoss*innen und Freund*innen, die auf der griechischen Insel Lesbos aktiv sind, mit Verbindungen zu Kollektiven und Bewegungen, die den Globus umspannen. Wir arbeiten daran, Beziehungen zu den Menschen auf der Insel aufzubauen, dominante Normen/Hierarchien und die sozial konstruierten Grenzen zwischen unseren Gemeinschaften abzuschaffen.

Als Teil der breiteren antiautoritĂ€ren Bewegung verurteilen wir jegliches faschistisches, sexistisches und rassistisches Verhalten. Wir arbeiten ĂŒber unsere Vollversammlungen, in denen wir Themen diskutieren, kollektiv Entscheidungen treffen und Aktionen planen. Wir schaffen ein Umfeld, das auf gegenseitigem Respekt basiert, in dem sich jede(r) gleichberechtigt beteiligen kann, jede(r) nach ihren/seinen FĂ€higkeiten, jede(r) nach ihren/seinen BedĂŒrfnissen. Unsere Aktionen können variieren, je nach den BedĂŒrfnissen, die wir antreffen, und der Dynamik der Gruppe. Wir arbeiten nur mit anderen selbstorganisierten Strukturen zusammen, wie „Frauen im SolidaritĂ€tshaus“, „No Border Kitchen“, „Binio Squat“ und anderen Personen, die vor Ort aktiv sind.

Als Anarchist*innen glauben wir an SolidaritÀt, die von unten kommt und stehen Seite an Seite mit Menschen in Not, unabhÀngig davon, ob sie aus einem anderen Land kommen, ihrem Alter, ihrer Klasse, ihren FÀhigkeiten, ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihrer SexualitÀt. Hier auf Lesbos beteiligen wir uns an mehreren Initiativen vor Ort, die alle auf den Prinzipien von Antirassismus, Antiautoritarismus, Selbstorganisation und gegenseitiger Hilfe beruhen und jeweils unterschiedliche Aspekte dieses gemeinsamen Kampfes angehen.

Was wir brauchen

Wir glauben, dass es notwendig ist, Netzwerke, die auf gegenseitiger Hilfe beruhen, zu stĂ€rken. Deshalb bitten wir euch um eure UnterstĂŒtzung, damit wir das auch weiterhin tun können. Trotz der schwierigen UmstĂ€nde ist es uns seit mehr als einem Jahr gelungen, bedĂŒrftige Einzelpersonen und Familien von verfolgten GeflĂŒchteten, einheimischen Familien, Roma und Migrant*innen zu unterstĂŒtzen.

Auf diese Weise arbeiten wir nicht nur (mit) an der BekÀmpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus oder anderen Formen von Diskriminierung, die auf der Insel zu finden sind, sondern wir beteiligen uns auch an der langfristige Aufgabe, eine andere Art von Gesellschaft aufzubauen, in der das Stigma der Minderheiten beseitigt ist.

Ihr könnt das Lesvos Mutual Aid and Solidarity Network hier unterstĂŒtzen.

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Quelle: Abc-wien.net