Oktober 28, 2020
Von Indymedia
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Am 20.10.20 teilte uns ein Gefangener mit:

„Viele Beamte halten sich jetzt mehr an die Regeln, etwa 80 Prozent. Ich habe heute außerdem auf dem Flur einen Zettel gesehen, auf dem steht: ‚Um SIE (in rot geschrieben!) vor Ansteckung zu schĂŒtzen, trĂ€gt ab sofort jeder/jede Bedienstete eine Maske‘. Am Eingang hĂ€ngt auch ein Zettel, darauf steht: ‚in allen GebĂ€uden Mund-Nasenbedeckung tragen‘. Aber einige haben es ehrlich gesagt auch immer noch nicht verstanden. Einige Schlusen wissen wohl offensichtlich nicht, wo der Mund oder die Nase anfĂ€ngt. Manche tragen den Mund-Nasenschutz einfach unter dem Kinn oder nur am Mund. Zur Freistunde werden die Zellen mit Mund-Nasenschutz aufgeschlossen. Die Gefangenen strömen dann aus ihren Zellen und der nachfolgende Trupp schließt die Zellen mit falsch angelegten Mund-Nasenschutz oder garkeinen wieder zu. Der Trupp, der die Zellen zuvor aufgeschlossen hat, kommt am Ende des Flures wieder zurĂŒck, setzt den Mund-Nasenschutz ab und lĂ€uft durch die wartenden Gefangenen. Auf dem Pausenhof angekommen, machen es sich die Schlusen in ihrer beheizten AufsichtshĂŒtte bequem und setzen den Mund-Nasenschutz ab. Morgens zu zweit, nachmittags alleine. Heizung voll aufgedreht, Fenster geschlossen. Hier fĂŒhlt sich das Corona Virus sau wohl. Eine Schluse kann also die andere anstecken und diese somit das Virus in der JVA Moabit verteilen. Beim EinrĂŒcken mĂŒssen die Gefangenen durch dieses AufsichtshĂ€usschen. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Schlusen in diesem HĂ€usschen bleiben, ohne das Aufsetzen des Mund-Nasenschutzes. Des weiteren kann kein Gefangener oder auch die Schlusen die 1,5 Meter Abstand einhalten, wĂ€hrend wir da durchlaufen. Das ist baulich nicht möglich. Somit ist das Tragen des Mund-Nasenschutzes auf den Stationen bzw. im AnstaltsgebĂ€ude ehrlich gesagt fĂŒrn Arsch, wenn sich die Schlusen sowieso nicht ĂŒberall an die Hygieneschutzmaßnahmen halten.“

Am 25.20.20 erhielten wir dann folgende Nachricht:

„Hey, viele tragen nur Masken wenn die FĂŒhrung im Haus ist. Also Montag bis Freitag. Außerhalb dieser Zeit mehr unter der Nase oder am Kinn. Auch beim Kontakt mit den Inhaftierten fehlen teilweise die Masken.“

Offensichtlich reagiert der Knast und seine Schergen, wenn sie kritisch in der Öffentlichkeit stehen bzw. wenn Druck auf sie aufgebaut wird. Wenn sie diesen nicht spĂŒren, werden sie auch nichts an ihrem Verhalten gegenĂŒber den Gefangenen Ă€ndern.

Vor allem in Covid19 Zeiten ist es also wichtig, Druck auf die KnĂ€ste aufzubauen. DafĂŒr gibt es verschiedene Möglichkeiten: kritische Öffentlichkeitsarbeit, eine solidarische Praxis gegenĂŒber Gefangenen z.B. mittels Feuerwerken vor den KnĂ€sten, Verantwortliche der KnĂ€ste zur Rechenschaft ziehen und vieles mehr. Werdet aktiv gegen KnĂ€ste, in SolidaritĂ€t mit den Gefangenen!




Quelle: De.indymedia.org