Juni 13, 2022
Von InfoRiot
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Brandenburg/Havel – Im Prozess gegen einen mutmaßlichen frĂŒheren SS-Wachmann im Konzentrationslager Sachsenhausen wird Ende Juni das Urteil erwartet. Am 27. Juni solle der Verteidiger sein PlĂ€doyer halten und am 28. Juni das Urteil gesprochen werden, sagte die Sprecherin des Landgerichts Neuruppin, Iris le Claire, am Montag auf Anfrage. Der 101-JĂ€hrige sei nach einer Erkrankung wieder verhandlungsfĂ€hig, erklĂ€rte die Sprecherin. Der Angeklagte habe am 27. Juni nach dem PlĂ€doyer der Verteidigung noch Gelegenheit zu einem letzten Wort vor dem Urteil.

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Die Staatsanwaltschaft hatte fĂŒnf Jahre GefĂ€ngnis fĂŒr den Mann gefordert. Nebenklage-Vertreter Thomas Walther plĂ€dierte auf eine mehrjĂ€hrige Haftstrafe, die ein Mindestmaß von fĂŒnf Jahren nicht unterschreiten solle.

Dem 101 Jahre alten Angeklagten wird Beihilfe zum Mord an mindestens 3518 HĂ€ftlingen im KZ Sachsenhausen von 1942 bis 1945 vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft stĂŒtzt sich dabei unter anderem auf Dokumente zu einem SS-Wachmann mit dem Namen, dem Geburtsdatum und dem Geburtsort des Mannes. Seine Mutter und sein Vater hatten in Briefen an deutsche Behörden angegeben, dass ihr Sohn bei der SS in Oranienburg diene. Der Angeklagte hat im Prozess dagegen bislang bestritten, dass er ĂŒberhaupt in dem KZ gearbeitet hatte. (dpa)




Quelle: Inforiot.de