Januar 16, 2021
Von Anarchosyndikalismus
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Eine kurze Stellungnahme der Workers‘ Solidarity Alliance (WSA):

Am 06.01.2021 fand ein Angriff auf das Kapitol statt, den Sitz des Bundeskongresses der Vereinigten Staaten. WĂ€hrend der Kongress versammelt war, um das Ergebnis der PrĂ€sidentschafts­wahlen zu bestĂ€tigen stĂŒrmte ein rechtsradikaler Mob das GebĂ€ude. Der angeschlagene autoritĂ€re und scheidende US-PrĂ€sident Donald Trump hatte die Rechten dazu ermutigt, und es ging ihm dabei hauptsĂ€chlich um seine korrupten Gaunereien und sein aufgeblasenes Ego.

Foto: Trump-Mob stĂŒrmt den US-Kongress
Obwohl dieses Ereignis absehbar und fast öffentlich angekĂŒndigt war, schien die Polizei anfangs den Mob mit Samthandschuhen anzufassen. Vor allem im Vergleich zum Vorgehen gegen die Proteste von Black Lives Matter und anderen im vergangenen Jahr, was sogar in den Mainstream-Medien kommentiert wurde.

Der Sturm auf das Kapitol war schon seit Langem vorbereitet worden: Seit der Nixon-Ära gibt es das PhĂ€nomen der weißen, rechtsradikalen und autoritĂ€r-christlichen Evangelikalen. Der Aufstieg der Rechten unter Reagan war der erste „Wink mit dem Zaunpfahl“ von Teilen des politischen Establishments an rechtsradikale Elemente – eine offensichtliche Botschaft an die sogenannten „patriotischen“ Gruppierungen. Viele davon behaupten, sie seien bloß Gruppen, die fĂŒr das Recht auf Waffentragen kĂ€mpfen, und benutzen dies zugleich als Deckmantel, um junge MĂ€nner und Frauen aus dem MilitĂ€r anzusprechen, zu bewaffnen und zu trainieren.

Am Rande der knallharten Mainstream-Rechten entwickelte sich eine langsam anwachsende Strömung von Nazi-UnterstĂŒtzer*innen und weißen Nationalist*innen. Die „Tea Party“ innerhalb des Establishments half dabei, den Autoritarismus anzuregen und die Schleusen zu öffnen. Trump und seine VerbĂŒndeten waren letztlich bloß der Ausdruck einer 40 Jahre andauernden Entwicklung dieses Strebens nach einer offen rassistischen und völkischen Persönlichkeit, Dadurch wurde eine unverhohlene Zustimmung, Duldung und Ermöglichung eines amerikanischen Autoritarismus mit hervorgebracht oder zumindest ermutigt.

Doch die Gesetze, welche heute gegen „Rechts“ angewendet werden, sind dieselben, die frĂŒher gegen die Linke und die Arbeiter*bewegung eingesetzt wurden. Die Ideen des Autoritarismus mĂŒssen daher im Alltag bekĂ€mpft werden, denn wer heute diese Gesetze begrĂŒĂŸt, kann morgen schon selbst von ihnen betroffen sein.

Logo der Workers' Solidarity Federation (WSA)
Das ZurĂŒckdrĂ€ngen autoritĂ€rer Ideen (religiös, politisch oder radikal) innerhalb der Arbeiter*klasse ist Teil des Klassenkampfes – ein Kampf gegen den Staat und gegen rechte religiöse Machthaber*innen, sowie gegen alle kleinen Chefs, welche die Arbeiter*klasse manipulieren. Der Kampf gegen Hass und Heuchelei, welche von den MĂ€chtigen und Möchtegern-MĂ€chtigen durch Überschreiten der Klassengrenzen zur Manipulation eingesetzt werden, muss letztlich innerhalb der Arbeiter*klasse gewonnen werden.

Es bedarf daher einer geduldigen Organisierung und Weiterbildung zu diesen Themen, um jene innerhalb der Klasse zurĂŒckzudrĂ€ngen, die dieser in den RĂŒcken fallen, sobald sie Geld oder Macht (oder beides) und einen Chefsessel wittern. Um den ĂŒbermĂ€chtigen Feind zu besiegen, mĂŒssen wir ihn zuerst in unseren eigenen Reihen bekĂ€mpfen, denn unser Kampf muss immer an beiden Fronten gefĂŒhrt werden.

Nicht Trump ist das Problem – es ist das System!
Organisieren, bilden und ĂŒberwinden.

Workers‘ Solidarity Alliance (WSA),
https://workersolidarity.org

Quelle: http://ideasandaction.info/2021/01/trumps-capital-chaos-short-statement-workers-solidarity-alliance-wsa/

Übersetzung:
Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk – ASN Köln, https://asnkoeln.wordpress.com (CC:BY-NC)

Mehr Infos zur Workers‘ Solidarity Alliance:
https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org/?s=WSA




Quelle: Anarchosyndikalismus.blackblogs.org