Juli 19, 2021
Von End Of Road
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kopiert aus der Kreiszeitung

Polizeieinsatz an der „Dete“

Polizeieinsatz an der besetzten „Dete“. Zuvor hatten mehrere zum Teil vermummte Menschen die Straße verbarrikadiert.

Polizeieinsatz an der besetzten „Dete“ in der Neustadt. Nachdem am Donnerstag ĂŒber soziale Medien sowohl die Gruppe „Rosarote Zora“ als auch die „Basisgruppe Antifa“ dazu aufgerufen hatten, zum ehemaligen Kulturzentrum an der Lahnstraße zu kommen und die fĂŒr heute eigentlich geplante RĂ€umung der Immobilie zu verhindern, hatte dies einen grĂ¶ĂŸeren Einsatz der Polizei zur Folge.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, hatten gegen Mittag „mehrere zum Teil vermummte Personen“ die Straße und den Gehweg vor dem GebĂ€ude mit Barrikaden blockiert. Ein Foto, das die linke „Basisgruppe Antifa“ ĂŒber ihren Twitter-Account teilte, zeigt Polizisten vor mehreren Verkehrsbaken, Holzplatten und Europaletten, die dort mutmaßlich von den Anarchisten oder UnterstĂŒtzern auf die Straße geschoben wurden. Die Polizeibeamten, die bis etwa 16.30 Uhr mit „starken KrĂ€ften“ vor Ort waren, rĂ€umten die Blockade weg.

Bis zu 18 Personen, so die Polizeisprecherin weiter, hatten sich im Außenbereich eingefunden. „KooperationsgesprĂ€che“ mit den Beamten lehnten die Gruppen ab, hieß es. EinsatzkrĂ€fte rĂ€umten daraufhin den Bereich. Die Beamten stellten Personalien fest, schrieben unter anderem Anzeigen wegen SachbeschĂ€digung und versuchter Körperverletzung. FĂŒr die Dauer der Maßnahmen wurde die Lahnstraße fĂŒr den Verkehr gesperrt.

Ein Blick zurĂŒck: Im Oktober 2020 besetzte zunĂ€chst die „Rosarote Zora“, eine anarchistische, queerfeministische „Flinta“-Gruppe (Frauen, Lesben, Inter, Non–BinĂ€re, Transgender und A-Gender), das GebĂ€ude der Bremer Immobilienfirma „MĂŒller & Bremermann“. Aus der Bremer Politik gab es von GrĂŒnen und Linken immer wieder UnterstĂŒtzung fĂŒr die Anarchistinnen. Im weiteren Verlauf wurde das leerstehende GebĂ€ude auch von anderen Gruppierungen genutzt, eine davon hat vor kurzem den Verein „Patriaciao“ gegrĂŒndet und sucht mit Hilfe der Stadt eine andere Immobilie fĂŒr ihre Klientel.

Auf Nachfrage betonte Linda Neddermann, Sprecherin des grĂŒnen Bauressorts, mit Nachdruck, dass die Aktion am Donnerstag nichts mit dem Verein „Patriaciao“ zu tun habe. Im Gegenteil: Das, was dort passiert sei, sei nicht zu tolerieren und „das werden wir nicht hinnehmen“. FĂŒr die Arbeit des neugegrĂŒndeten Vereins sei die Aktion „nicht sonderlich vorteilhaft“ gewesen. Zur Zeit sei die Stadt auf der Suche nach einem Alternativstandort fĂŒr den Verein, zwei RĂ€ume kĂ€men infrage. Dort seien aktuell noch Brandschutzfragen zu klĂ€ren. Angedacht sei eine Zwischennutzung, so Neddermann.

Wann GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marco Bremermann sein Haus erstmals nach rund neun Monaten wieder betreten kann, ist weiter offen, sagte Sprecher Daniel GĂŒnther auf Nachfrage. Eine weitere Frist zur RĂ€umung, die aufgrund einer gekĂŒndigten GebĂ€udeversicherung der „Dete“ am Donnerstag stattfinden sollte, habe man nicht gesetzt. Nun sei es an der Stadt, die GesprĂ€che mit „Patriaciao“ zu fĂŒhren. Seinen Informationen nach haben die Vereinsmitglieder zugesichert, das GebĂ€ude „nicht mehr nutzen zu wollen“.

Quelle: Kreiszeitung




Quelle: Endofroad.blackblogs.org