November 25, 2020
Von Anarchistische Gruppe Freiburg
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Aufgrund der PrĂ€ventionsmaßnahmen wegen der Corona Epidemie wurde der Aktionstag auf unbestimmte Zeit verschoben

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Wohnen fĂŒr Menschen statt fĂŒr Profite! – Freiburger Aufruf zur Beteiligung am Housing Action Day am 28. MĂ€rz 2020

ab 10:30 Uhr InfostÀnde zum Thema Wohnen, Miete & Widerstand auf dem Markt in Freiburg-Weingarten (Fritz-Schieler-Platz)

ab 14:00 Uhr mietpolitischer Stadtteilspaziergang durch Freiburg-Weingarten (Start: Fritz-Schieler-Platz)

ab 16:00 Uhr Abschlusskundgebung & Konzert (GrĂŒnanlage hinter dem EKZ)

„Wohnen
fĂŒr Menschen statt fĂŒr Profite!“ – Der Slogan des europaweiten Housing
Action Days gilt auch fĂŒr Freiburg. Hier einige der GrĂŒnde warum wir am
28.03 auf die Straße gehen:

Mietpreisentwicklung

In
ganz Freiburg steigen die Mieten. Nicht zuletzt trÀgt der
Miet(erhöhungs)spiegel dazu bei, da bei seiner Berechnung nur die in den
letzten 4 Jahren erhöhten Mieten einfließen. Es zĂ€hlen nicht die
Interessen der Mieter*innen, sondern nur die Interessen der
Vermieter*innen an einer Mietsteigerung. Viele Menschen können sich die
aktuellen Mieten kaum mehr leisten und sind zum Umzug gezwungen.

VONOVIA

Deutschlands
grĂ¶ĂŸter Immobilienkonzern VONOVIA hat auch in Freiburg unzĂ€hlige
Wohnungen aufgekauft, u. a. auch in Weingarten (Auggener Weg, Krozinger
Straße). Das GeschĂ€ftsmodell des börsennotierten Unternehmens basiert
auf der Erzielung höchstmöglicher Profite auf Kosten der MieterInnen.
Die Folgen: Massive MĂ€ngel in den HĂ€usern, Betrug durch falsche
Nebenkostenabrechungen, Mietsteigerungen aufgrund energetischer
Sanierungen. In Freiburg haben sich MieterInnen zu einer Initiative
zusammengeschlossen, um sich gemeinsam gegen den Konzern zu wehren.

Marktorientierung von Freiburger Stadtbau & Genossenschaften

Nicht
nur fĂŒr die großen Immobilienkonzerne steht die Profitmaximierung an
erster Stelle. Mieterhöhungen und VerdrÀngung durch Sanierung kennen
auch Stadtbau MieterInnen oder die MieterInnen der Genossenschaften. Der
Mieterhöhungsstopp bei der FSB und der Kampf gegen den Abriss der
HĂ€user in der QuĂ€kerstraße (durch die Initiative „Wiehre fĂŒr alle“)
zeigen aber auch, dass Widerstand durch MieterInnen erfolgreich sein
kann.

Entmietung wegen „Eigenbedarf“

KĂŒndigungen
wegen angeblichem „Eigenbedarf“ werden in Freiburg immer populĂ€rer. Oft
werden die Wohnungen nach der Entmietung saniert & wesentlich
teurer weitervermietet oder an große Immobilienfirmen verkauft. Profite
fĂŒr die EigentĂŒmerInnen und Wohnungslosigkeit fĂŒr die ehemaligen
MieterInnen sind die Folge. Prominente Beispiele sind die kurzzeitig
besetzten HĂ€user in der Guntramstraße 44 und der Kronenstraße 21.

Leerstand &  Wohnungslosigkeit

Aus
unterschiedlichen GrĂŒnden (Spekulation auf den Bodenpreis,
Erbstreitereien, etc.) stehen in Freiburg rund 500 Wohnungen leer,
wÀhrend jÀhrlich durchschnittlich 1800 Menschen von Wohnungslosigkeit
betroffen sind. Anstatt den leerstehenden Raum zu nutzen, wird er dem
Verfall preisgegeben. Seit letztem Jahr versucht die Gruppe Wohraum
Gestalten (WG) mit Besetzungen auf diesen Leerstand aufmerksam zu
machen.

Abriss gewachsener Quartiere

Die
Freiburger Stadtbau will das Quartier MetzgergrĂŒn im StĂŒhlinger abreißen
und neu bebauen. Geplant sind neben einigen Sozialwohnungen, aber
auch teure Eigentums- und Mietwohnungen. Das Ziel ist es mit dem
Verkauf und der Vermietung dieser Wohnungen Profit zu erwirtschaften.
Die jetzigen MieterInnen fĂŒrchten ihre VerdrĂ€ngung und kĂ€mpfen als IG
MetzgergrĂŒn gegen den geplanten Abriss ihrer HĂ€user.

Neukonzeption der Freiburger Stadtbau

2006
konnte die Privatisierung der Stadtbau GmbH durch den Widerstand der
Zivilgesellschaft mit Hilfe eines BĂŒrgerentscheides verhindert werden.
Eine schwarz-grĂŒne Mehrheit baute daraufhin diese stĂ€dtische
Wohnbaugesellschaft zu einem Profit-Unternehmen um. Jahr fĂŒr Jahr wurden
10 Mio. € Gewinne eingefahren. Die Mieten stiegen rapide. FĂŒr die
meisten Mieter*innen ist das Maß voll. Jetzt hat das Freiburger
MietenbĂŒndnis 4.000 Unterschriften fĂŒr einen BĂŒrgerantrag auf 5 Jahre
Mietstopp gesammelt. HierĂŒber und ĂŒber eine Neuausrichtung der Stadtbau
entscheidet der Gemeinderat am 31.3.20. Damit es eine wirklich soziale
Neukonzeptionierung gibt, mĂŒssen die Mieter*innen sich Gehör verschaffen
und gegen alle MieterhöhungsplÀne Widerstand leisten.

Unsere Perspektive: Wohnen fĂŒr Menschen, nicht fĂŒr Profite!

In
Freiburg zeigt sich deutlich, dass der kapitalistisch organisierte
Wohnungsmarkt nicht in der Lage ist, die Menschen mit bezahlbarem
Wohnraum zu versorgen. Im Kapitalismus steht das abstrakte Prinzip der
Maximierung von Gewinnen ĂŒber den BedĂŒrfnissen der Einzelnen nach einer
Wohnung. Dies ist in der Struktur unseres aktuellen Wirtschaftssystems
angelegt!

Als langfristiges Ziel streben wir die Enteignung der
großen Immobilienkonzerne, sowie die  Demokratisierung ihrer Strukturen
an. Die Wohnungswirtschaft sollte nicht nach den kapitalistischen
Prinzipien der Gewinnmaximierung funktionieren, sondern sich am
Gemeinwohl orientieren.

Der Aufbau von selbstorganisierten
MieterInnen-Initiativen und deren Zusammenschluss sind in der Lage
massiven politischen Druck aufzubauen. Wir blicken gespannt auf die
MieterInnen-Bewegung in Berlin und arbeiten am Aufbau einer Àhnlichen
Bewegung auch hier in Freiburg!




Quelle: Ag-freiburg.org