Oktober 1, 2021
Von Chronik
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Berlin, 2. Oktober 2021

9000 Haushalte haben seit der Nacht zu Sonnabend keinen Strom. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und prĂŒft ein politisches Motiv. Reparaturen laufen.

Nach einer Brandstiftung in Prenzlauer Berg haben 9000 Haushalte seit der Nacht keinen Strom. Unbekannte haben an einer BrĂŒcke ĂŒber die Ringbahn Feuer gelegt. Auf der BrĂŒcke liegen FernwĂ€rmeleitungen und andere Versorgungsleitungen. Das Feuer sei erheblich gewesen, vermutlich werde die Reparatur bis zum spĂ€ten Nachmittag dauern, sagte Olaf Weidner, Sprecher von Stromnetz Berlin am Vormittag. Die FußgĂ€ngerbrĂŒcke wenige Meter weiter wurde nicht beschĂ€digt. Nach Polizeiangaben mussten die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Kopenhagener Straße vorĂŒbergehend ihre Wohnungen verlassen. Gegen 3.45 Uhr sei das Feuer gelöscht gewesen.

Betroffen vom Stromausfall ist ein „zentraler Teil von Prenzlauer Berg“ – Teile der Schönhauser Allee, der Danziger Straße, die Gegend um den Jahnsportpark, die Eberswalder Straße und jeweils angrenzenden kleineren Straßen, sagte Weidner.

Die Feuerwehr wurde gegen 3 Uhr frĂŒh alarmiert. Die BrĂŒcke stand komplett in Flammen, wie die Polizei mitteilte. Das Kabel fing ebenfalls Feuer und wurde beschĂ€digt. Nach den Löscharbeiten untersuchten Brandexperten der Kriminalpolizei und des Staatsschutzes den Tatort.

Noch ist offen, ob der fĂŒr extremistische Taten zustĂ€ndige Staatsschutz im Landeskriminalamt die Ermittlungen ĂŒbernimmt. Eine unpolitische Brandstiftung oder eine fahrlĂ€ssige, also versehentliche Brandstiftung, sind ebenfalls möglich.

Die Deutsche Bahn und der S-Bahn-Verkehr sind nicht betroffen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Nur wÀhrend der Löscharbeiten musste der Verkehr kurzzeitig eingestellt werden auf den Gleisen der S-Bahn und der Fernbahn.
Mehrere BrandanschlÀge in den vergangenen Jahren

Seit 2011 hatte es mehrere BrandanschlÀge auf die technische Infrastruktur der Bahn gegeben. Zu den Taten hatten sich unterschiedliche linksextremistische Gruppen im Internet bekannt.

In den Bekennerschreiben hatten die TĂ€ter regelmĂ€ĂŸig die Namen islĂ€ndischer Vulkane genommen, wie Hekla oder Grimsvötn. Das Schreiben zum ersten Anschlag war mit „Das Grollen des Eyjafjallajökull“ unterzeichnet. Polizeiintern wurden die TĂ€ter als „Vulkanier“ bezeichnet.

Nach einer mehrjĂ€hrigen Pause hatte es 2018, 2019 und 2020 wieder AnschlĂ€ge gegeben. 2018 gab es einen Ă€hnlichen Anschlag wie am Sonnabend: An der Charlottenburger MörschbrĂŒcke wurden Stromleitungen angezĂŒndet. 6000 Haushalte hatten Stundenlang keinen Strom. Der letzte ist exakt ein Jahr her: Eine „Feministisch-RevolutionĂ€r-Anarchistische-Zelle“ wollte mit dem Anschlag auf Kabel der Bahn gegen die RĂ€umung des Hauses Liebigstraße 34 protestieren.

Eine Selbstbezichtigung zur aktuellen Tat wurde bislang nicht veröffentlicht. Am Sonnabend ruft die linksextremistische Szene zu einer Demonstration gegen die RĂ€umung des „Köpi“-Wagenplatzes auf.

Kein TĂ€ter wurde bislang gefasst. Bei den AnschlĂ€gen auf Kabel der Bahn haben der oder die TĂ€ter jeweils mit wenig Aufwand massive Auswirkungen verursacht. Teilweise fuhren tagelang keine ZĂŒge, auch das Mobilfunknetz war getroffen worden.

Die Polizei vermutet seit Jahren, dass mindestens einer der TĂ€ter Insiderkenntnisse vom Bahnbetrieb haben muss, da immer die entscheidenden Knoten getroffen wurden.

Auch am Sonnabend war der Schaden wieder erheblich. Nach Angaben des Stromnetz-Sprechers konnte mit der Reparatur erst am Vormittag begonnen werden Die Feuerwehr hatte den Brand um 9 Uhr gelöscht, anschließend suchte die Kripo lange nach Spuren.

Gewerkschaft der Polizei: „Das ist keine politische MeinungsĂ€ußerung“

Die Polizei setzte eine spezielle Aufbauorganisation ein, um die Lage in der Nacht zu beobachten, den Einsatz zu koordinieren und bei möglichen weiteren Taten schnell reagieren zu können.

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, twitterte: „Das ist keine politische MeinungsĂ€ußerung. Wer BrandanschlĂ€ge auf wichtige Bestandteile unserer Infra- und Versorgungsstruktur verĂŒbt, handelt absolut sinnfrei und greift unser demokratisches Zusammenleben an. Diese extremistischen AnschlĂ€ge fordern vielleicht keine Menschenleben, sind aber dennoch ein perfider Versuch zu destabilisieren, was man nicht kleinreden sollte.“ (mit dpa)

Quelle: Tagesspiegel

Das Feuer nahe einer Starkstromleitung in Berlin-Prenzlauer Berg, das in der Nacht zu Samstag ausgebrochen war, ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei versehentlich entstanden.

Die Kriminalpolizei gehe derzeit davon aus, dass es sich um fahrlÀssige Brandstiftung gehandelt habe, sagte eine Sprecherin am Sonntag.

FĂŒr einen gezielten Anschlag – etwa aus politischen GrĂŒnden – gab es demnach zunĂ€chst keine Hinweise.

In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es zu einem Brand auf einer BrĂŒcke an der DĂ€nenstraße ĂŒber der Ringbahn.

Auf der BrĂŒcke liegen FernwĂ€rmeleitungen und andere Versorgungsleitungen, weshalb es zu einem flĂ€chendeckenden Stromausfall kam. Gegen 3.45 Uhr war das Feuer gelöscht.

Nach den Löscharbeiten untersuchten Brandexperten der Kriminalpolizei und des Staatsschutzes den Tatort, da ein Anschlag vorerst nicht ausgeschlossen werden konnte.

Mehr als 9000 Haushalte waren zum Teil bis Samstagnachmittag ohne Strom. Erst um 15.10 Uhr wurden die letzten 2400 Haushalte wieder ans Netz genommen.

Quelle: Tagesspiegel




Quelle: Chronik.blackblogs.org