April 7, 2021
Von GefangenensolidaritÀt Jena
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Wie wir berichteten, wurde einem Gefangenen der JVA Untermaßfeld ĂŒber Wochen ein notwendiger OP-Termin zur Entfernung von DrĂ€hten im Handgelenk verweigert. Mitte Februar erhielten wir einen Brief, in dem er schreibt, dass er nun doch viel zu spĂ€t eine OP hatte, seit der OP aber keine Reha bekommt. Dieser „Einzelfall“ ist nur ein weiterer Beweis fĂŒr die systematische medizinische Unterversorgung der Gefangenen. Wir fordern sofort eine angemessene medizinische Nachsorge fĂŒr den Gefangenen!

Es folgt der Bericht des Gefangenen:

„Am 9. Februar 2021 bin ich auf die Therapievorbereitungsstation umgezogen. Das heißt viel mehr LebensqualitĂ€t, Einzelunterbringung statt Drei-Mann-Bude. Am 20. Januar 2021 wurde mir nun endlich das OP-Material aus dem Handgelenk entfernt. Dem ist eine Vorstellung bei einem Unfall- bzw. Handchirurgen in Meiningen vorangegangen. Der hat sehr viel UnverstĂ€ndnis dazu geĂ€ußert, dass das OP-Material statt der angeordneten 6 Wochen vier Monate im Handgelenk war. In der Zeit hatten sich die DrĂ€hte schon gelockert und nach außen auswandernd verschoben. Ich denke, ĂŒber die Schmerzen dadurch brauche ich nichts zu sagen. Hier wird die Sache so abgetan: Das OP-Material ist entfernt und die Sache ist abgehakt. Auf eine anschießende Bewegungstherapie wurde gar nicht eingegangen. Um die Bewegung soll ich mich selber kĂŒmmern.“

Jena, 6. April 2021




Quelle: Gefangenensolijena.noblogs.org