Dezember 9, 2020
Von Revolt Magazine
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Die Polizei war vorab informiert ĂŒber die Absichten der Nazis, drei bewaffnete Beamte in Zivil waren anwesend beim Überfall und beobachteten ihn, griffen aber nicht ein. Die Beamten wurden fĂŒr ihre UntĂ€tigkeit niemals belangt. Die aus faschistischer Gesinnung erfolgende Mordtat wurde vor Gericht bloß als schwere Körperverletzung mit Todesfolgen eingestuft, die politische Dimension seitens des Gerichts bagatellisiert zu einem „gruppendynamischen Prozess“. Nur wenige TĂ€ter wurden zudem mit sehr niedrigen BewĂ€hrungs- und Haftstrafen von maximal vier Jahren geradezu belohnt. Die Ermordung Amadeu Antonios steht damit nicht nur fĂŒr die seit 1990 erneut zunehmende faschistische und rassistische Gewalt in der BRD mit oft tödlichem Ausgang fĂŒr die Betroffenen dieser Gewalt, sondern auch fĂŒr die institutionelle SchĂŒtzendeckung, die dieser faschistischen Gewalt durch Relativierung, Bagatellisierung und fehlendes Eingreifen staatlicherseits zukam und weiterhin zukommt.

Seit 30 Jahren erinnert die migrantische Community und die linke Zivilgesellschaft in Eberswalde aber auch deutschlandweit an Amadeu Antonio als eines der ersten Opfer neonazistischer Gewalt seit der sogenannten Wiedervereinigung. Zum 30. Jahrestag seiner Ermordung fand ein bundesweit organisiertes Gedenken an ihn statt. Unter anderem hatte das BĂŒndniss “Niemand ist vergessen!” dazu aufgerufen.


FĂŒr weitere Informationen zu Antonio Amadeu Kinomba und seinem Gedenken:
Palanca e. V.
Light me Amadeu
Amadeu Antonio Stiftung




Quelle: Revoltmag.org