Mai 17, 2021
Von FAU Flensburg
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Wer einen neuen Job antritt, muss auch in Corona-Zeiten oft mit einem befristeten Arbeitsvertrag vorlieb nehmen. Besonders stark betroffen sind junge BeschÀftigte und Hochschulabsolvent:innen.

Das „Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut“ (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat untersucht, wie sich das Einstellungsverhalten in den vergangenen Monaten wĂ€hrend Pandemie und Wirtschaftskrise verĂ€ndert hat. Die Autoren beschreiben: „Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber haben ihre Neueinstellungen im Zuge der Coronakrise deutlich zurĂŒckgefahren. Die Zahl der Menschen, die eine neue BeschĂ€ftigung aufnahmen, war im zweiten Quartal 2020 etwa 29 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.“

Obwohl sich Arbeitgeber:innen bei Einstellungen also offensichtlich auf das „Nötigste“ beschrĂ€nken, ist der Anteil der Befristungen weiterhin hoch: Rund 39 Prozent der neu Eingestellten erhielten im FrĂŒhjahr 2020 einen befristeten Arbeitsvertrag. GegenĂŒber dem Vergleichszeitraum 2019 ging die Quote geringfĂŒgig um 2,5 Prozentpunkte zurĂŒck. Das zeigt eine Untersuchung des WSI, die auch Daten fĂŒr alle kreisfreien StĂ€dte und Landkreise in Deutschland liefert.

FĂŒr die Untersuchung wurden die neuesten verfĂŒgbaren Daten der Bundesagentur fĂŒr Arbeit zu Einstellungen ausgewertet, die sich auf das zweite Quartal 2020 beziehen. Sie sind deutlich aktueller als diejenigen aus anderen Quellen und lassen sich detailliert regional auswerten. Leider ist es auf dieser Basis nicht möglich, zwischen Befristungen mit Sachgrund – etwa als Elternzeitvertretung – und ohne Sachgrund zu differenzieren.

An den langjĂ€hrigen Mustern hat sich in der Corona-Pandemie also wenig geĂ€ndert, macht die Analyse der WSI-Experten Eric Seils und Helge Emmler deutlich: Überdurchschnittlich stark von Befristungen betroffen sind weiterhin junge BeschĂ€ftigte sowie solche mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit. So bekamen von den neu Eingestellten unter 25 Jahren 51 Prozent nur einen befristeten Arbeitsvertrag, wĂ€hrend das in der Altersgruppe zwischen 25 und 54 fĂŒr „nur“ 37 Prozent galt.

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Quelle: Fau-fl.org