November 11, 2020
Von Fairmuenchen
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Angst, Ärger, MĂŒdigkeit, Verzweiflung, alle reagieren auf Corona, und irgendwann kann man nix mehr hören dazu – meint man. Dann wĂ€chst der Ärger 
 Wie können wir richtig und ehrlich dazu kommunizieren?corona-Gnom

Sendung 4.11. um 21 h auf www.lora924.de hier Nachzuhören

GesprÀch mit Erich Eisenstecken, Projektleitung Soziale Selbsthilfe im www.shz-muenchen.de

Virtuelle Selbsthilfegruppe fĂŒr Corona-Betroffene aller Art

– Erfahrungen austauschen und aus der Krise lernen

Die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 hat in den vergangenen Monaten nahezu auf der ganzen Welt massiv unser Leben beeintrÀchtigt. In vielen LÀndern der Welt wurden das soziale Leben und auch die wirtschaftlichen AktivitÀten phasenweise radikal heruntergefahren.

Familienmitglieder, Freund*innen und Bekannte durften sich nicht mehr sehen, alte Menschen wurden isoliert und starben mitunter einsam in Betreuungseinrichtungen. Manche erkrankten schwer und einigen konnte nicht mehr geholfen werden, vor allem dort, wo das Gesundheitssystem die außerordentlichen Belastungen nicht mehr auffangen konnte.

Kinder und SchĂŒler konnten nicht mehr in den Einrichtungen und Schulen betreut werden. Unternehmen stellten ihre Produktion ein und viele verloren ihre Arbeit oder mussten diese erheblich einschrĂ€nken. Viele SelbststĂ€ndige sahen sich existentiell bedroht oder verloren ihre Unternehmen.

Andere, die von EinschrÀnkungen kaum negativ betroffen waren, empfanden die erzwungene Entschleunigung unseres Alltags dagegen mitunter als Gewinn oder zumindest als interessante Erfahrung. Es wurde auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie unterschiedlich eine solche Krise verschiedene gesellschaftliche Gruppen trifft.

Deshalb bietet das Selbsthilfezentrum MĂŒnchen (SHZ) – neben anderen Formaten des persönlichen Austauschs, die in den RĂ€umen des SHZ wieder möglich sind – seit Ende Juni eine neue offene virtuelle Selbsthilfegruppe fĂŒr Corona-Betroffene aller Art an.

Dort können sich alle Interessierten ĂŒber die sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit der Krise und ihren Folgen austauschen und vielleicht auch die eine oder andere Lehre daraus ziehen, was wir in Zukunft anders und vielleicht auch besser machen können – individuell, in den verschiedenen Gemeinschaften und gesamtgesellschaftlich.

Der thematische Zuschnitt wurde ganz bewusst sehr breit gewĂ€hlt, damit sich möglichst viele Interessierte angesprochen fĂŒhlen können. Zur Vertiefung verschiedener Themenbereiche können thematische Untergruppen eingerichtet werden.

Die Gruppe findet online auf der Internetplattform BigBlueButton (BBB) statt, wo das SHZ die Möglichkeit zur Einrichtung von mehreren virtuellen GruppenrÀumen geschaffen hat, die auch eigenstÀndig von den Gruppen organisiert werden können.

Die bisherigen Treffen bestĂ€tigten die sehr unterschiedlichen Formen der Betroffenheit von der Krisensituation. Es gab Personen, die sich aufgrund gesundheitlicher Vorbelastungen erheblich von der Situation bedroht fĂŒhlten, weil sie befĂŒrchteten, selbst zu erkranken oder vorbelastete Angehörige anzustecken und die sich infolgedessen sehr zurĂŒckgezogen haben.

Entsprechend berichteten sie auch unter den Folgen der selbstgewĂ€hlten Isolation gelitten zu haben. Aus dem Kreis von Personen, die sich in Suchtgruppen engagieren, wurde berichtet, dass das Ausfallen der regelmĂ€ĂŸigen Gruppentreffen zu zahlreichen RĂŒckfĂ€llen von Gruppenmitgliedern gefĂŒhrt habe.

Von allen, die sich bereits in der Selbsthilfe engagieren, wurde berichtet, wie schwierig es war, den Austausch unter den Gruppenmitgliedern in irgendeiner Form aufrecht zu erhalten. Einige hatten mit Telefonkonferenzen begonnen und gingen spĂ€ter zu E-Mail-Austausch oder Videokonferenzen ĂŒber.

Der Wechsel in digitale Formate hat aber in allen Gruppen zu einer deutlich sinkenden Beteiligung gefĂŒhrt. Teilweise waren die technischen HĂŒrden zu groß und auch nicht alle Mitglieder entsprechend technisch ausgestattet, teilweise fĂŒhlten sich die Mitglieder mit dem digitalen Austausch einfach nicht wohl.

Eine Gruppenleitung berichtete, sie habe begonnen, an die Gruppenmitglieder persönliche Briefe zu schreiben, so dass auch diejenigen erreicht werden konnten, die nicht mit den digitalen Medien arbeiten können oder wollen. Die Briefe seien von Gruppenmitgliedern sehr positiv aufgenommen worden.

Andere Gruppenmitglieder berichteten, die Krisensituation habe sie dazu gebracht, auch fortgesetzt mehr digitale Medien zu nutzen. WĂ€hrend diese vorher hauptsĂ€chlich fĂŒr organisatorische Aufgaben im Vorstand der Gruppe genutzt wurden, wĂŒrden sie jetzt auch verstĂ€rkt fĂŒr die Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern eingesetzt.

Der Großteil der Teilnehmenden an der virtuellen Selbsthilfegruppe berichtete aber, sehr froh zu sein, wieder zu realen Treffen zurĂŒckkehren zu können.

Bisher fanden die virtuellen Treffen wöchentlich am Mittwochabend, zwischen 18.30 und 20.00 Uhr statt und wurden zunÀchst von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin des SHZ moderiert.

Im weiteren Verlauf sollen die Treffen ohne externe Moderation eigenstĂ€ndig fortgefĂŒhrt werden und auf Wunsch der Teilnehmenden jede zweite Woche stattfinden. Technische Voraussetzungen sind ein Computer, Smartphone oder Tablet mit Kamera und Mikrofon.

Informationen und Anmeldung zur virtuellen Selbsthilfegruppe fĂŒr Corona-Betroffene aller Art:

Erich Eisenstecken, E-Mail: erich.eisenstecken@shz-muenchen.de, Tel.: 089/53 29 56 – 16,
Selbsthilfezentrum MĂŒnchen (SHZ), Westendstraße 68, 80339 MĂŒnchen

Bei Teilnahme-Wunsch erhalten Sie kurz vor dem Treffen per E-Mail einen Link und einen Zugangscode.
Die Teilnehmendenzahl ist beschrÀnkt. Mittwoch, 18.30 bis 20.00 Uhr (voraussichtlich jede zweite Woche)

Selbstorganisation in der Physik

Selbstorganisation in der Physik

Wie der Dialog fruchtbar werden kann, haben wir in den Schulen oft nicht gelernt, und auch die Medien zeigen uns eher unfruchtbare Diskussionen gegensĂ€tzlicher Standpunkte, ohne wirklich von uns zu sprechen. Paulo Freire entwickelte aus seiner PĂ€dagogik der UnterdrĂŒckten auch eine PĂ€dagogik der Hoffnung, die ĂŒber Lern-Autonomie erarbeitet werden kann.

Am 19.9.2021 wĂŒrde Paulo Freire 100 Jahre alt werden, und wir blicken ab Januar im Nord-SĂŒd-Forum im Einewelthaus MĂŒnchen zurĂŒck auf 50 Jahre mit seine Ideen, und den Kampf der AutoritĂ€ren dagegen, wie er an unseren Hochschulen statt fand und aktuell auch in Brasilien wieder ausgetragen wird.

Reichlich Gelegenheit, mit zu reden:
www.lora924.de mitreden: 089 – 489 523 05

(aktuellere Hinweise möglicherweise auf www.fairmuenchen.de und auch Links zum Nachhören 
)

am 3.9.2020: Corona und die Selbstorganisation mit einem Beitrag des Selbsthilfezentrum MĂŒnchen

Corona-Selbsthilfe in den AnfÀngen

Betroffene wollen wahrgenommen werden und sich vernetzen

Viele Menschen sind von der Corona-Pandemie betroffen: Etliche sind an Covid-19 erkrankt und haben auch Monate nach der Infektion noch Beschwerden. Andere sind durch die Pandemie zum Beispiel in wirtschaftliche Not geraten.

Wie machen Betroffene auf ihre Situation aufmerksam, wie tauschen sie sich bislang aus?

Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und UnterstĂŒtzung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) hat dazu recherchiert und dokumentiert die Ergebnisse in ihrer Reihe NAKOS PERSPEKTIVE 2|2020 und hier die NAKOS Webseite

Der neue ein‱blick ist da!

Lesen Sie in der September-Ausgabe: [mehr
] und in den folgenden auf www.shz-muenchen.de

Foto zu Beitrag'Der neue ein‱blick ist da!'

Digitalisierung der Selbsthilfe?

  • Erfahrungen eines Selbsthilfeaktiven während der Corona-Zeit
  • „Keine Angst in Zeiten der Isolation“ – Die Münchner Angstselbsthilfe MASH
  • Virtuelle Selbsthilfegruppe für Corona-Betroffene aller Art – Erfahrungen austauschen und aus der Krise lernen

einblick-3-2020 (pdf, 3,5 MB)

Thesenpapier ĂŒber den Übergang zur chronischen Phase
http://www.matthias.schrappe.com/index_htm_files/thesenpapier_4_endfass_200830.pdf

Außerdem hat David Klemperer ein Kapitel aus seinem neuen Lehrbuch zu
Corona zum Download bereit gestellt. http://sozmad.de/Corona.pdf

Du darfst mich gern verfolgen …




Quelle: Fairmuenchen.de