Februar 19, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Im folgenden Interview, erschienen bei CrimethInc, erzĂ€hlen zwei langjĂ€hrige Anarcho-Punks vom Wiederaufleben des Anarchismus in Brasilien nach dem Ende der MilitĂ€rdiktatur, zeichnen die Schicksale der sozialen Bewegungen durch den Aufstieg und Fall der linken Arbeiterpartei-Regierung nach und beschreiben die Situation fĂŒr indigene Völker und indigene SolidaritĂ€tsbemĂŒhungen unter dem rechten Bolsonaro-Regime heute.

Andreza und Josimas sind seit mehreren Jahrzehnten in Anarchismus und Aktivismus involviert – sie spielen in Bands, organisieren Veranstaltungen und veröffentlichen Platten, Zines und BĂŒcher. Josimas war einer der GrĂŒnder von Germinal (2000) und Andreza war an der GrĂŒndung von Espaço ImprĂłprio (2003) beteiligt, zwei wichtigen autonomen anarchistischen Kollektiven in SĂŁo Paulo. Josimas hat in den Bands Execradores, Metropolixo, Clangor, Diskontroll, und Amor, protesto e Ăłdio gespielt. Andreza hat in Skirt, One Day Kills, Out of Season und RetĂłrica gespielt. Außerdem haben sie zusammen in VocĂȘ Tem que Desistir und TuNa gespielt.

Zu ihren aktuellen Projekten gehören Semente Negra („Schwarze Saat“), ein ökologisches Projekt im atlantischen Regenwald und der Standort von Cultive ResistĂȘncia („Widerstand kultivieren“), einem Kollektiv, das Do-it-yourself-Kultur, Permakultur, Anarchismus, Punk, Feminismus, Antirassismus, Veganismus, LGBTQIA+-Themen und indigene Rechte fördert; No Gods No Masters, sowohl ein Vertrieb als auch ein jĂ€hrliches Festival, das Anarchist:innen, Punks und Indigene aus der ganzen Welt beherbergt; und VivĂȘncia na Aldeia, ein seit neun Jahren laufendes indigenes SolidaritĂ€tsprojekt.

Der Eingang zu Semente Negra, einem ökologischen Projekt im atlantischen Regenwald. „Ab hier teilen wir den Raum mit vielen anderen Lebewesen. Tiere und Pflanzen interagieren und sind voneinander abhĂ€ngig. Nimm Acht! Zerstöre nicht!“


Welches Erbe blieb von den frĂŒheren Generationen des brasilianischen Anarchismus, als in den 1980er Jahren der Anarcho-Punk in Brasilien aufkam? Wie bedeutsam war das fĂŒr die Renaissance des Anarchismus in Brasilien in den 1980er und 1990er Jahren?

Die Anarcho-Punk-Bewegung in Brasilien entstand in den spĂ€ten 1980er Jahren, als Ergebnis eines aktiveren politischen Bewusstseins innerhalb der Punk-Bewegung im Allgemeinen. In Brasilien hatte es lange Zeit mehrere Punk-Gangs gegeben, die sich untereinander bekĂ€mpften; dies schuf das BedĂŒrfnis nach einem schĂ€rferen politischen Bewusstsein. Mitte der 1980er Jahre, als Brasilien noch von einer MilitĂ€rdiktatur regiert wurde, nahmen einige anarchistische Gruppen ihre Organisierung wieder auf und ein paar Punks beschlossen, sich zu engagieren. Es gab die Pro-COB (Confederação Operaria Brasileira) und Juventude LibertĂĄria (die erste brasilianische libertĂ€re Jugendgruppe), in der man schon einige Punks finden konnte. Als jedoch das Zentrum fĂŒr Soziale Kultur (Centro de Cultura Social) wieder auf die Beine kam – ein ĂŒber ein halbes Jahrhundert altes Projekt, das unter der MilitĂ€rdiktatur verfolgt und geschlossen worden war – fanden diese jungen Punks einen Bezugspunkt.

Gegen den Militarismus – die Anarcho-Punk-Bewegung.

Antimilitaristische Punks in Belo Horizonte.


Die Ă€lteren Leute von CCS eröffneten das Projekt 1985 wieder. Sie hatten eine Menge Willenskraft und organisierten mehrere AktivitĂ€ten zum politischen Bewusstsein und zur anarchistischen Kultur. Sie stellten auch eine Bibliothek mit einer großen Auswahl an anarchistischen BĂŒchern und Zeitungen zusammen, die als Basis fĂŒr eine starke Konvergenz zwischen Punkkultur und Anarchismus diente.

Die MilitĂ€rdiktatur endete im Jahr 1985. Als Ă€ltere Anarchist:innen auf die Straßen zurĂŒckkehrten, kamen Punks auf sie zu; es gab mehrere Diskussionen ĂŒber diese jungen Leute aus den Stadtrandgebieten mit ihren schrĂ€gen Klamotten und Frisuren und ihrer lauten Musik. Einige der Ă€lteren Anarchist:innen dienten als Inspiration – vor allem Jaime Cuberos (1926-1998), der die Punks als die neuen Anarchist:innen sah. Sie boten entscheidende Lernquellen fĂŒr eine neue Generation, die auf der Suche nach einem sozialen Kampf war, der ĂŒber Rebellion hinausging.

Zwei libertĂ€re[1] Punkversammlungen fanden 1989 und 1990 in Brasilien statt und brachten Punks zusammen, die sich bereits mit dem Anarchismus identifizierten. In den frĂŒhen 1990er Jahren entstand die Anarcho-Punk-Bewegung, vor allem in SĂŁo Paulo und Rio de Janeiro. Sie breitete sich bald auch in anderen StĂ€dten aus, vor allem in den Bundesstaaten im Nordosten Brasiliens – eine der Ă€rmsten Regionen des Landes. In dem politischen Szenario, das nach der MilitĂ€rdiktatur entstand, gab es ein radikales BedĂŒrfnis, sich kollektiv und föderativ zu organisieren. Die soziale Situation der Menschen im Land war schrecklich; die monatliche Inflationsrate erreichte 140%. Als Antwort darauf rief die Jugend dazu auf, sich zu organisieren und zu kĂ€mpfen – und ein betrĂ€chtlicher Teil dieser Jugend bestand aus brasilianischen Punks.

GenerationsĂŒbergreifende Transmission: Santos, 1993.


Folglich entstanden Anarcho-Punk-Kollektive in den meisten großen StĂ€dten Brasiliens, aber auch in einigen kleineren StĂ€dten. Diese Kollektive arbeiteten zusammen, um Demonstrationen, Konzerte, Diskussionen und Studiengruppen zu organisieren und Artikel zu schreiben. Auch viele Bands formierten sich in dieser Zeit.

Einige dieser Gruppen engagierten sich schließlich in anderen sozialen KĂ€mpfen, darunter Feminismus, antirassistische KĂ€mpfe und antifaschistische soziale Gruppen.

Es ist wichtig zu sagen, dass Anarcho-Punk in Brasilien immer eine politische Definition war, nicht ein Musikgenre. In Brasilien sind Anarcho-Punk-Bands Bands, die von Leuten gegrĂŒndet wurden, die in der anarchistischen Bewegung und dem Punk-Underground aktiv sind.

Anarcho-Punk-Kongress, Rio de Janeiro, 1995.

Anarchist:innen und Punks in Belo Horizonte in den 1990er Jahren: „Liebe hĂ€lt sich nicht an Regeln – Viva sexuelle Freiheit!“ – Punks gegen Homophobie.


Hat Punk in Brasilien eine andere Form angenommen, weil sich der raciale und koloniale Kontext von Europa unterscheidet?

Ja, in Brasilien entstand Punk als Teil einer sozialen Opposition gegen die MilitĂ€rdiktatur. In Brasilien sind ĂŒber 60% der Menschen Schwarz; Punk entstand in den stĂ€dtischen Randgebieten, wo diese Zahl 85% der Bevölkerung ausmacht. In einem Szenario, in dem junge Schwarze Arme keine Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer LebensqualitĂ€t hatten, gab es auch keine sozialen oder kulturellen Programme, die sie unterstĂŒtzten. Gleichzeitig gab es oft offene Gewalt als Teil dieser UnterdrĂŒckung. Folglich waren der anarchistische Kampf und der Kampf ums Überleben miteinander verknĂŒpft.

Dieses Szenario ist in LĂ€ndern, in denen die Menschen einen höheren Lebensstandard haben, wie z.B. in Europa, weniger verbreitet. In Brasilien entstand Punk als rebellische Antwort auf die staatliche UnterdrĂŒckung, als Kampf ums Überleben sowie als kulturelle Alternative. Dies ist in Lateinamerika ĂŒblich. Diese LĂ€nder wurden ĂŒberfallen und ausgebeutet; sie werden von den Nachfahren versklavter Bevölkerungen bewohnt. Die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten sind hier enorm. In Brasilien erreichen junge Schwarze MĂ€nner, die in einigen der stĂ€dtischen Randgebiete leben, selten das 25. Lebensjahr, ohne inhaftiert oder getötet zu werden. Diese RealitĂ€t bestimmt, wie wir als Lateinamerikaner:innen kĂ€mpfen; sie verdeutlicht auch die Unterschiede zwischen lateinamerikanischen und europĂ€ischen LĂ€ndern. Viele Punks sind Nachkommen von entweder indigenen oder afro-diasporischen versklavten Bevölkerungen. Hier kĂ€mpfen die Menschen vor allem darum, am Leben zu bleiben.

1.Mai 1995. Beachte die Darstellung mit den PortrĂ€ts der Haymarket-MĂ€rtyrer von 1886, den UrsprĂŒngen des 1. Mai als anarchistischer Feiertag.

1.Mai 1995.

Der Literaturverteilertisch am 1. Mai 1995. „Der erste Mai ist ein Tag des Protestes, keine Party!“


In welchem VerhÀltnis standen Punks und Anarchist:innen zu den autonomen Bewegungen der 1990er Jahre?

Als die anarchistische Bewegung auf die Straße zurĂŒckkehrte und ein anarchistisches politisches Bewusstsein in Punk-Kreisen entstand, gab es eine AnnĂ€herung zwischen verschiedenen sozialen KĂ€mpfen, die die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen hervorrief.

Als die MST (Movimento Sem Terra, die Bewegung der landlosen Arbeiter:innen) anfing, zu expandieren und Farmen zu besetzen, war das sehr inspirierend. Das war eine direkte Aktion gegen die Ungerechtigkeit, die einer enormen Anzahl von Menschen widerfĂ€hrt, die keinen Zugang zu Land haben, auf dem sie leben und ihre Nahrung produzieren können, wĂ€hrend einige wenige Menschen ganze Staaten von ungenutztem Ackerland besitzen. Zur gleichen Zeit besetzten Menschen, die sich in der MTST (Movimento dos Trabalhadores Sem Teto, die Bewegung der obdachlosen Arbeiter:innen) engagieren, verlassene GebĂ€ude in GroßstĂ€dten, um sie als UnterkĂŒnfte fĂŒr diejenigen zu nutzen, die auf der Straße leben.

Diese beiden Bewegungen waren fĂŒr uns inspirierend, weil es sich um legitime populĂ€re Aktionen handelte, an denen Menschen beteiligt waren, die aufgrund ihrer Geschichte benachteiligt sind. Anfangs engagierten wir uns in diesen Bewegungen durch solidarische Aktionen, UnterstĂŒtzung und die Teilnahme an den vordersten Reihen der Demonstrationen. Einige Anarcho-Punks zogen zu MTST-Besetzungen und von der MST besetzten LĂ€ndereien, und wurden ein effektiver Teil dieser KĂ€mpfe.

In den 1990er Jahren arbeiteten Anarchist:innen und Anarcho-Punks Seite an Seite mit vielen KĂ€mpfen, lernten von ihnen, lehrten und unterstĂŒtzten sie. Dazu gehörten UnterstĂŒtzungsgruppen fĂŒr antimilitaristische KĂ€mpfe (einschließlich Kriegsdienstverweigerung), UnterstĂŒtzungsgruppen fĂŒr Inhaftierte, Anarchist:innen gegen Rassismus und antikapitalistische Gruppen
 Es gab ein GefĂŒhl, dass Rebell:innen, die in KĂ€mpfe verwickelt waren, vereint sein sollten.

„Gegen Gewalt und Krieg! Schluss mit dem Militarismus!“ Eine Demonstration in Curitiba in den 1990er Jahren.

„Freiheit fĂŒr Mumia Abu-Jamal!“ Eine Demonstration in Curitiba in den 1990er Jahren.


In den frĂŒhen 2000er Jahren entstand in Brasilien die Antiglobalisierungsbewegung. Sie hatte eine anarchistische Basis, aber sie stand auch im Einklang mit mehreren anderen wachsenden KĂ€mpfen im ganzen Land. Diese Organisation brachte mehrere anarchistische Fronten sowie andere Bewegungen des sozialen Kampfes zusammen. Nach mehreren Arbeitsgruppen grĂŒndeten die Menschen People’s Global Action – eine radikale antikapitalistische Bewegung, die mehrere Demonstrationen in Brasilien organisierte. Die Teilnehmenden erlebten erhebliche polizeiliche Repressionen, aber es gab auch viel Kraft auf Seiten der Rebell:innen.

Demonstration zum Internationalen Frauentag, 8. MĂ€rz, SĂŁo Paulo.


Wie hat sich die Wahl des PrÀsidentschaftskandidaten der Arbeiterpartei, Lula Luiz Inåcio Lula da Silva, auf das politische Terrain ausgewirkt, in dem ihr euch organisiert habt und auf die Bewegungen, an denen ihr teilgenommen habt?

Bevor Lula gewĂ€hlt wurde, hatten wir mehrere Debatten ĂŒber unsere Position bezĂŒglich der Wahl gefĂŒhrt. Wir hatten seit der „Re-Demokratisierung“ (dem Ende der Diktatur) und der ersten Wahl fĂŒr die Nullwahl (Wahlverweigerung) geworben. Bei dieser ersten Wahl, 1989, neigten jedoch einige anarchistische und Punk-Gruppen aus dem Arbeiterviertel dazu, fĂŒr Lula zu stimmen, da es ein Gebiet war, in dem Lula lebte und wo auch mehrere gewerkschaftliche KĂ€mpfe stattfanden. In den folgenden Wahlen stieg die UnterstĂŒtzung fĂŒr Lula unter den linken Bewegungen, einschließlich der MST und MTST sowie anderen populĂ€ren Gruppen, deutlich an. Wir waren mit mehreren Gruppen vernetzt, die in soziale KĂ€mpfe involviert waren, darunter einige, die Lula unterstĂŒtzten, zu denen auch einige Anarchist:innen gehörten. Zu dieser Zeit war die Anarcho-Punk-Bewegung nicht mehr so organisiert, wie sie es zuvor gewesen war. Mehrere Kollektive hatten aufgehört zu existieren und einige dieser Leute schlossen sich anderen verschiedenen Kampfgruppen an.

Im Jahr 2002 wurde Lula gewĂ€hlt und es gab große Hoffnungen, dass er die sozialen VolkskĂ€mpfe in Brasilien unterstĂŒtzen wĂŒrde. Mehrere soziale und kollektive Kampfgruppen erwarteten VerĂ€nderungen. Es gab eine sehr lange Periode der sozialen Stagnation in Brasilien. Mehrere Gruppen diskutierten grundsĂ€tzliche Probleme in Bezug auf Ein-Themen-KĂ€mpfe als eine Art, spezifische BedĂŒrfnisse anzusprechen. Leider haben wir das GefĂŒhl, dass uns das sehr geschwĂ€cht hat, wenn es um den kollektiven Kampf ging. Um nur ein Beispiel zu nennen – wĂ€hrend der PT (Arbeiterpartei)-Regierungen sahen wir sehr wenige Siege in der indigenen Landverteilung, sogar noch weniger als zuvor, obwohl es große Hoffnungen gab, dass dies anders sein wĂŒrde. Es war, als hĂ€tten wir in vielen KĂ€mpfen eine Pause eingelegt.

„Ein guter Nazi ist ein toter Nazi!“ Antifaschistische Punks in Belo Horizonte.

Anarcho-Punks demonstrieren in Belo Horizonte.


Welche Rolle haben soziale Zentren in der punkigen und anarchistischen Organisierung in Brasilien gespielt?

Das Centro de Cultura Social (Soziales Kulturzentrum) ist eines der wichtigsten sozialen Zentren in Brasilien gewesen. Sie begannen im Jahr 1933 und sind bis heute aktiv. Sie organisieren VortrĂ€ge, Treffen jeden Samstag, und Theatergruppen. Sie haben auch eine riesige historische Sammlung. Mehrere andere soziale Zentren sind aus der Verbindung von Anarchismus und Punk entstanden. In Salvador, im Nordosten Brasiliens, vereinte das anarchistische Projekt Quilombo Cecilia Anarchismus, Punk und Schwarze KĂ€mpfe; der Name ist eine Anspielung auf Colonia Cecilia [eine brasilianische anarchistische Kommune, die in den 1890er Jahren existierte]. In SĂŁo Paulo gab es die Comuna Goulai PoulĂ©, ein Anarcho-Punk-Kulturzentrum, das Centro de Cultural Social da Vila Dalva, das Centro Cultural O Germinal und das Espaço Improprio, ein soziales Zentrum, das acht Jahre lang aktiv war und Anarchismus, Punk, Veganismus, Feminismus und queere Politik vereinte und mehrere Kollektive beherbergte. In den 1990er Jahren wurden auch einige GebĂ€ude besetzt, von denen einige auch heute noch bewohnt sind. DarĂŒber hinaus wurden einige anarchistische HĂ€user zu sozialen Zentren, in denen sich Menschen trafen, um Projekte zu bauen, Treffen abzuhalten und Erfahrungen zu teilen.

Diese Orte dienten schon immer als Ressourcen fĂŒr junge Menschen, um sich zu versammeln, anarchistisches Material zu finden und an politischen Veranstaltungen teilzunehmen.

Der Kapitalismus und die großen sozialen Unterschiede, die es im Land gibt, sind bedeutende Probleme, die uns beeinflussen. Die Geschichte dieser sozialen Zentren ist von dieser RealitĂ€t geprĂ€gt, die mehrere soziale Zentren dazu gezwungen hat, aufgrund der Kosten fĂŒr den Erhalt dieser RĂ€ume zu schließen.

Anarcho-Punks demonstrieren im Juni 1995.


Wie haben anarchistische Organisierung und autonome Bewegungen die BĂŒhne fĂŒr die mĂ€chtigen Bewegungen des Jahres 2013 in Brasilien bereitet?

Nach der MachtĂŒbernahme der Partido dos Trabalhadores (PT, Arbeiterpartei) stieg die LebensqualitĂ€t in Teilen der brasilianischen Bevölkerung und es wurden einige Vorteile und Rechte erreicht. Die Formen des sozialen Wandels, die am nötigsten gewesen wĂ€ren, waren jedoch nie Teil des PT-Plans gewesen, und das wurde offensichtlich, als die PT-Kandidatin Dilma Rousseff nach Lula zur PrĂ€sidentin gewĂ€hlt wurde. Das meiste von dem, wovor Anarchist:innen vor den Wahlen gewarnt hatten, wurde fĂŒr viele Menschen klar. Rebellenhaftes Auftreten nahm in verschiedenen Sektoren der Gesellschaft zu. Bewegungen wie die MST und andere, die seit Jahren keine Demonstrationen mehr organisiert hatten, beschlossen, dass es an der Zeit war, ihre Unzufriedenheit zu zeigen und kamen zu dem Schluss, dass sie noch viel zu erkĂ€mpfen hatten. WĂ€hrend des darauffolgenden Aufstandes der sozialen Bewegungen, die seit ĂŒber zehn Jahren auf das warten, was Lula versprochen hatte, konzentrierte sich die Regierung auf die Kriminalisierung der Demonstrierenden; diese Haltung ließ die Demonstrationen regelrecht explodieren. Es begann mit dem Kampf gegen die Erhöhung der Bustarife. Bald wurden Proteste gegen viele andere Notwendigkeiten in die Demonstrationen integriert. Das Land brach in Flammen aus. Obwohl es keine Einigkeit gab, waren die Menschen begierig auf VerĂ€nderung.

Gleichzeitig wandte sich ein aufstrebender Teil der Bevölkerung, der bald zu einer erstarkten Mittelschicht werden sollte, gegen die Armen und die Bewohner:innen der stĂ€dtischen Außenbezirke. Was stattfand, schien eine Bewegung zu sein, die diejenigen, denen es wirklich schlecht ging, daran hindern wollte, aus der schlechten Situation herauszukommen, in der sie immer gelebt hatten. Es war so etwas wie die armen Leute gegen die Ă€rmeren, und bei vielen Demonstrationen begann sich eine rechte AtmosphĂ€re zu entwickeln. Auch wenn die radikalen Gruppen in kleine Bezugsgruppen aufgeteilt waren, waren sie miteinander verbunden; die Demonstrationen gingen 2013 und 2014 weiter, vor und wĂ€hrend der Fußball-WM 2014.

Wir glauben nicht, dass wir wirklich auf diese Demonstrationen vorbereitet waren. Die Gruppen und Menschen taten, was sie mit den Mitteln, die sie hatten, tun konnten. Sie schafften es, sich nach und nach miteinander zu verbinden, in dem Versuch, ein Netzwerk aufzubauen. Vielleicht waren wir besser vorbereitet, bevor die PT die Macht ĂŒbernahm, aber die Zeit der PT-Regierung hat einige unserer Verbindungen abgebaut und einige unserer Strategien ausgehöhlt. Die Leute schienen darauf zu warten, was passieren wĂŒrde – und sie sahen es. RĂŒckblickend glauben wir, dass wir den Fehler gemacht haben, keine autonome Struktur in Opposition zum Staat zu schaffen, unabhĂ€ngig davon, welche Partei an der Macht ist.

Beschreibt das Festival, das ihr organisiert, das No Gods No Masters Fest.

Das Kollektiv, dem wir angehören, Cultive ResistĂȘncia, nutzt mehrere Werkzeuge fĂŒr Aktionen. Eines dieser Werkzeuge ist die Presse und der Vertrieb No Gods No Masters, der BĂŒcher, Zines und Platten herausgibt, veröffentlicht und vertreibt.

Eine Band, die im Espaço Cultural Semente Negra, dem Black Seed Cultural Center, auftritt.


Die Idee des Festivals entstand, als wir die Dringlichkeit erkannten, an einem Ort zusammenzukommen, um die Themen zu diskutieren, ĂŒber die wir in den Zines und BĂŒchern schreiben, die Themen, die das Leben der Menschen beeinflussen. Drei Tage lang finden Musik, VortrĂ€ge, Workshops, Filme, Ausstellungen und Diskussionen in unserem Haus, Espaço Cultural Semente Negra, statt, das im Wald in einer kleinen Stadt, PeruĂ­be, im Bundesstaat SĂŁo Paulo liegt. Unser Vorschlag ist es, verschiedene Formen des Widerstands zusammenzubringen, darunter Anarchismus, queere Politik, Feminismus, Veganismus, Schwarze und indigene KĂ€mpfe, Punk und andere Anregungen, die sich auf den Kampf beziehen.

Schwarze Anarchist:innen haben AktivitÀten auf dem Festival vorgestellt und bringen ihre unterschiedlichen RealitÀten und Erwartungen in dieses gemischte Kollektiv ein.

Es gibt mehrere indigene Gemeinschaften, in denen wir leben. Wir haben ein Projekt zur UnterstĂŒtzung dieser Gemeinschaften entwickelt und arbeiten seit 2012 mit ihnen zusammen. Es war sehr wichtig, indigene Menschen in das Festival einzubeziehen. Sie bringen ihre Kultur, ihre Art, die Welt zu sehen, ihre Musik, ihre Erfahrung mit HeilkrĂ€utern und ihre Formen des Widerstands mit. Es sind Menschen, die die ganze Zeit als Widerstand existieren. Sie haben keine Wahl, ob sie Widerstand sein können oder nicht. Wenn sie aufhören Widerstand zu leisten, sterben sie.

Ein Capoeira-Lehrer auf dem No Gods No Masters Festival im Espaço Cultural Semente Negra.

Ein Graffiti-Workshop auf dem No Gods No Masters Festival.

Ein Siebdruck-Workshop auf dem No Gods No Masters Festival.


Wie hat die Wahl von Bolsonaro den politischen Kontext fĂŒr die populĂ€ren Bewegungen verĂ€ndert?

Es gab einige ziemlich komplizierte Prozesse wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaftskampagne 2018. Es war vielleicht die gewalttĂ€tigste Wahl, die wir je gesehen haben. Einige Anarchist:innen entschieden sich, fĂŒr Politiker:innen zu stimmen, die gegen Bolsonaro kandidierten, als Strategie, um Frauen, Schwarze und Indigene zu unterstĂŒtzen; andere hielten die Kampagne fĂŒr die Nullwahl aufrecht, was eine sehr komplexe Diskussion innerhalb des brasilianischen Anarchismus erzeugte.

Nach der Wahl gab es eine gewisse Panik, da wir eine Welle von rechter Gewalt auf den Straßen erlebten. Diese Gewalt ist immer noch sehr stark, aber wir sahen auch eine Umgruppierung der sozialen Bewegungen. Gruppen, die sich in Bezugsgruppen organisiert hatten, öffneten sich, um ihre KrĂ€fte zu bĂŒndeln und etwas StĂ€rkeres aufzubauen. Es fanden mehrere Streiks statt, sowie viele antifaschistische und antirassistische Demonstrationen. Wir glauben, dass die Menschen verstanden haben, dass es notwendig ist, sich gegenseitig in ihren KĂ€mpfen zu unterstĂŒtzen, anstatt nur fĂŒr ein bestimmtes BedĂŒrfnis zu kĂ€mpfen.

Die Landschaft um das Espaço Cultural Semente Negra.


Wie ist die Situation fĂŒr indigene Menschen unter Bolsonaro? Wie organisieren sich indigene Menschen?

Dies könnte eine der schlimmsten Zeiten seit der Ankunft der EuropĂ€er:innen in Amerika sein. Wenn es um kriminelle Handlungen gegen indigene Bevölkerungen geht, wird den TĂ€ter:innen LegitimitĂ€t und Straffreiheit gewĂ€hrt. Indigenes Land wurde eingenommen und angegriffen, WĂ€lder wurden in Brand gesetzt, indigene AnfĂŒhrende wurden ermordet, indigene Rechte wurden weggenommen, der Bevölkerungshass gegen Indigene wird gefördert. Und all das ist ein Plan, der von der Regierung Bolsonaros organisiert wird.

Ende 2019 begann Bolsonaro mit der Militarisierung der FUNAI [Fundação Nacional do Índio, oder National Indian Foundation], einer öffentlichen Institution, die fĂŒr die Demarkierung von indigenem Land und die BedĂŒrfnisse der indigenen Völker zustĂ€ndig ist. Sofort gab es Besetzungen in FUNAI-GebĂ€uden gegen diese Militarisierung. Hier, in unserer Region, besetzten 300 Indigene das GebĂ€ude und die Menschen kĂ€mpften 28 Tage lang gegen die Militarisierung der FUNAI. Dies geschah auch in anderen StĂ€dten Brasiliens. Leider hat das MilitĂ€r die FĂŒhrungspositionen bei FUNAI ĂŒbernommen und als Folge davon hat FUNAI aufgehört, Familien und soziale Projekte zu unterstĂŒtzen, die darauf abzielen, indigene Gemeinden zu unterstĂŒtzen. Infolgedessen ist der Kampf intensiver, aber auch gefĂ€hrlicher geworden, vor allem im Amazonasgebiet und in Bundesstaaten, in denen es massive Rinderfarmen gibt. Überall in Brasilien kĂ€mpfen die Menschen ums Überleben und es ist wichtig, dass wir Rebell:innen zu diesem Widerstand stehen.

Eine indigene Demonstration an einem GebĂ€ude der Fundação Nacional do Índio (FUNAI) gegen die repressive Politik des Bolsonaro-Regimes.


Beschreibt die SolidaritÀtsarbeit, an der ihr beteiligt seid.

Wir nutzen verschiedene Werkzeuge des Kampfes und streben nach Autonomie. Eines dieser Werkzeuge ist die Permakultur: die Planung nachhaltiger Umgebungen und die Anwendung ökologischer Techniken, um HĂ€user mit lokalen Materialien zu bauen. Im Jahr 2012 wurden wir eingeladen, die neuen indigenen Gemeinden zu unterstĂŒtzen, die in unserer Region gebaut wurden. Das Gebiet war zuvor von einer Bergbaufirma beherrscht worden, die die Indigenen von ihrem eigenen Land vertrieben und die natĂŒrlichen Ressourcen ĂŒber 50 Jahre lang ausgebeutet hatte.

Am Anfang unterstĂŒtzten wir den Bau von HĂ€usern in den Gemeinden. Im Laufe der Zeit haben wir uns dann auch fĂŒr andere BedĂŒrfnisse der Familien und ihrer KĂ€mpfe eingesetzt.

Freiwillige, die beim Bau von HÀusern auf wiedergewonnenem indigenem Land neben dem Espaço Cultural Semente Negra helfen.


Unsere Hauptaufgabe ist es, die Projekte der indigenen Gemeinden zu unterstĂŒtzen. Es geht darum, das SelbstwertgefĂŒhl der Gemeinschaft zu stĂ€rken, Vorurteile abzubauen, gemeinsame Veranstaltungen durchzufĂŒhren, um die TrĂ€ume der Gemeinschaft zu verwirklichen, aber vor allem, im Widerstand und Kampf zusammenzustehen.

Diese Familien haben ihr ganzes Leben lang fĂŒr ihr Land gekĂ€mpft. Sie wurden von den Jesuit:innen verfolgt, von Landwirt:innen, von Immobilienspekulant:innen, von Bergbauunternehmen. Seit dem Jahr 2000, dem Jahr, in dem sie ihr Land ĂŒbernehmen konnten, kĂ€mpfen sie darum, in diesem Gebiet zu bleiben, wĂ€hrend sie ihre Kultur und ihre Lebensweise wiederherstellen.

Wir unterstĂŒtzen sie in ihren KĂ€mpfen; beim Bau ihrer HĂ€user, GemeinschaftskĂŒchen, GemĂŒseanbaugebieten und ökologischen SanitĂ€ranlagen; in Kursen und Workshops; und in ihren KĂ€mpfen gegen den Staat. All das wird durch horizontale Beziehungen aufgebaut und unser Ausgangspunkt sind immer die WĂŒnsche der Gemeinschaft.

Anarcho-Punks helfen beim Bau von HĂ€usern auf zurĂŒckgewonnenem indigenen Land neben dem Espaço Cultural Semente Negra.


Gibt es weitere Beispiele in Brasilien, wo Anarchist:innen und indigene Gemeinschaften zusammenarbeiten?

Es gibt Leute, die diesen Kampf unterstĂŒtzen und einige Anarchist:innen, deren Großeltern Indigene sind, haben auch versucht, innerhalb der indigenen Gemeinden und ihren KĂ€mpfen zu leben. Es gibt auch ein paar SolidaritĂ€tsgruppen, die mit verschiedenen ethnischen Gruppen an mehreren Orten in Brasilien arbeiten.

Jetzt, mit der Pandemie, ist dies effektiver geworden und es gibt ein Netzwerk, das anarchistische Gruppen, die indigene KĂ€mpfe unterstĂŒtzen, zusammenschließt. Dies ist derzeit ein laufender Prozess.

Punks auf dem No Gods No Masters Festival im Espaço Cultural Semente Negra.

Teilnehmende des No Gods No Masters Festivals.


Was sind einige der Herausforderungen in der indigenen SolidaritÀtsarbeit?

In Brasilien gibt es unzĂ€hlige KĂ€mpfe und wir mĂŒssen uns vieler verschiedener Dinge gleichzeitig bewusst sein. Es gibt Gruppen, die sich auf bestimmte Themen konzentrieren, aber wir verstehen, dass es wichtig ist, die grĂ¶ĂŸtmögliche Anzahl von KĂ€mpfen zu unterstĂŒtzen, damit wir niemanden zurĂŒcklassen. Aufgrund der Anzahl der KĂ€mpfe und einer Wirtschaft, die sich im Verfall befindet, wird die UnterstĂŒtzung von Bevölkerungen, die am Rande des Elends oder im absoluten Elend leben, zu einer Herausforderung, da sie ihre Lebensweise nicht mehr aufrechterhalten können. Das Leben indigener Familien ist ein ewiger Kampf ums Überleben und meistens muss man alles auf der Basis von SolidaritĂ€t und mit knappen Ressourcen tun.

Der Mangel an Ressourcen und die geringe Anzahl an Menschen, die an so vielen Fronten kĂ€mpfen, sind enorme Herausforderungen neben unserem Überlebenskampf. Den Kampf der Indigenen zu umarmen, der der konstanteste Kampf in Brasilien ist, bedeutet, dass wir uns voll und ganz zurĂŒcknehmen, um die Auswirkungen der westlichen Kultur und des Kapitalismus auf diese Familien zu minimieren.

Gibt es Gemeinsamkeiten, die eure Erfahrungen in der Anarcho-Punk-Bewegung und den indigenen Gemeinschaften verbinden?

Ja, es gibt unglaubliche Verbindungen, die wir im Laufe der Zeit bemerkt haben, da wir in der NĂ€he der Gemeinschaften leben. Das gegenseitige UnterstĂŒtzungsnetzwerk, die Versammlungen, die Bedeutung der Musik als Kampfmittel, die Beziehung zur Bildung, konsensbasierte Entscheidungsfindung, das Reisen von einer Gemeinschaft zur anderen, das KĂŒmmern umeinander. All das ist uns aus den Punk-Traditionen vertraut, an die wir glauben und die wir in unserem eigenen Leben lebendig halten wollen.

Der Hauptunterschied ist unserer Meinung nach ihre Beziehung zur Natur, zum Planeten. Unsere indigenen GefĂ€hrt:innen sehen sich selbst als Teil der Natur neben allen anderen Tieren und Pflanzen, wĂ€hrend wir als Menschen der Zivilisation versuchen, uns abzukoppeln und Krisen in und außerhalb von uns zu schaffen.

„Hier gibt es keine AutoritĂ€ten außer dir selbst.“ No Gods No Masters Festival im Espaço Cultural Semente Negra im Jahr 2019.


Wie können Menschen eure Projekte und andere wichtige anarchistische und indigene Projekte in Brasilien unterstĂŒtzen?

Wir konzentrieren uns auf drei Projekte. Semente Negra, unser soziales Zentrum, das mitten im atlantischen Wald liegt, ist der Ort, an dem wir mit Permakultur arbeiten, sowie ein Siebdruckstudio, ein Tonstudio, unsere Druckerei und unser Zuhause. No Gods No Masters ist unser Verlag und Vertrieb fĂŒr Punk, Anarchismus, Feminismus, Veganismus und andere Materialien, die mit Kampf zu tun haben. Und VivĂȘncia na Aldeia ist unser SolidaritĂ€tsprojekt, das mit indigenen Gemeinschaften arbeitet.

All diese Projekte aufrechtzuerhalten ist mĂŒhsam, aber es ist seit vielen Jahren ein Teil unseres Lebens. Das ist es, was wir sind und wir stecken unsere Energie in all das. Manchmal sind wir gezwungen, kleinere Schritte zu machen und zu wĂ€hlen, was wir priorisieren, weil wir nicht das Geld fĂŒr all die Dinge haben, die wir gerne machen wĂŒrden. Wir stecken unsere besondere Anstrengung in all die Dinge, die wir auch ohne Geld erreichen können. Das hat eine sehr wichtige Bedeutung, denn es ist der Raum, in dem wir die Dinge auf eine persönlichere Weise praktizieren können, durch Beziehungen der Liebe und Freundschaft. Das ist es, was wir in all unseren Projekten und mit all den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, anstreben.

In normalen Zeiten versuchen wir, durch die von uns organisierten Veranstaltungen und den Verkauf von T-Shirts Geld fĂŒr die SolidaritĂ€tskampagnen und fĂŒr Projekte in den indigenen Gemeinden zu sammeln. Alle AktivitĂ€ten selbst werden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden durchgefĂŒhrt. Allerdings sind wir nie in der Lage, genug Geld zu sammeln, da die Gemeinschaften mit so vielen Problemen konfrontiert sind, die KĂ€mpfe, die sie fĂŒhren mĂŒssen, und die TrĂ€ume, die sie sich erfĂŒllen wollen.

Seit dem Beginn der COVID-19-Pandemie im MĂ€rz 2020 haben wir einen Online-Shop erstellt, um den Verkauf von Kunsthandwerk unserer GefĂ€hrt:innen zu unterstĂŒtzen, damit sie ihr Land nicht verlassen mĂŒssen, um es zu verkaufen und die Familien durch ihre Kultur am Leben und Produzieren zu halten. Bald darauf halfen wir dabei, eine Kampagne namens Alimentação e Vida na Aldeia [„Essen und Leben im Dorf“] zu starten, die darauf abzielt, ErnĂ€hrungssouverĂ€nitĂ€t fĂŒr die elf Gemeinden in der Gegend, insgesamt etwa 500 Indigene, zu erreichen. Leider befindet sich dieses Land, wie gesagt, in einem Gebiet, das von einer Bergbaufirma verwĂŒstet wurde, sodass die Bepflanzung immer noch eine große Herausforderung darstellt. Deshalb zielt die Kampagne darauf ab, Nahrung und Informationen zu den Gemeinden zu bringen.

Wir mĂŒssen das Bewusstsein fĂŒr die RealitĂ€t der sozialen KĂ€mpfe in Brasilien und die Situation der indigenen Bevölkerung schĂ€rfen. Wir mĂŒssen UnterstĂŒtzung fĂŒr eine breite Palette von Projekten aufbauen. SolidaritĂ€t, Kampf und gegenseitige UnterstĂŒtzung sind unsere besten Waffen.

Du kannst mehr ĂŒber diese Projekte durch die Webseiten erfahren:

cultiveresistencia.org

nogods-nomasters.com

vivencianaaldeia.org


[1]In den Vereinigten Staaten wurde das Wort „libertĂ€r“ von jenen vereinnahmt, die sich nur um die Freiheit kĂŒmmern auf Kosten anderer zu profitieren und ihre unrechtmĂ€ĂŸig erworbenen Gewinne zu verteidigen. Überall sonst auf der Welt bedeutet es genau das, was du erwarten wĂŒrdest: antiautoritĂ€r.

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Quelle: Schwarzerpfeil.de