April 4, 2021
Von Paradox-A
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Und wieder bin ich mit klassischer Musik unterwegs. Der Song „Es geht voran“ von 1982 von Fehlfarben ist ironisch gemeint. Muss man wissen. Also nein, die Vorstellung war nicht, dass die Geschichte effektiv voranschreitet und die Bewegung so stark wĂ€re, die gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse wirklich zum tanzen zu bringen und umzukrempeln. Und doch gab es da zweifellos motivierende moves, die auch darin begrĂŒndet waren, sich selbst als antagonistisch zu verstehen. Mit den Jahren habe ich viel Verbalradikalismus gehört. Selbst der wird weniger in letzter Zeit. Es muss nichts schlimmes sein, wenn er versiegt, wenn stattdessen tatsĂ€chliche RadikalitĂ€t wiedergefunden werden wĂŒrde. Die Frage ist, wie mensch sich selbst ins VerhĂ€ltnis zum umgebenden staatlich/kapitalistischen/patriarchalen Elend sieht und darauf reagiert. Sich kollektiv als Akteur zu setzen, verlangt eine Verortung zu anderen KrĂ€ften und in der Zeit. In der Phrase „Wir sind die letzte Generation, die 
“ wird beispielsweise noch nicht unbedingt ein historisches Bewusstsein ausgedrĂŒckt. Geschichte ist eben kein gradliniger Weg, sondern ein verschlungener Pfad. Er verlangt, dass wir selbst und aufrecht gehen, anstatt getrieben oder gezogen zu werden. Das GefĂŒhl, dabei voran zu kommen, möchte ich niemandem nehmen. Im Gegenteil, ich möchte es selbst wieder gewinnen.

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Quelle: Paradox-a.de