Oktober 6, 2022
Von FAU Bronheim
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12.10.2022, 20:00, Hauptgebäude Uni Bonn, Hörsaal III

Wir erleben gerade eine Zeit, in der mehrere große Krisen und Katastrophen gleichzeitig einschlagen: Inflation, Krieg, Seuche und Klimakatastrophe treffen aufeinander und verstärken sich in ihren Auswirkungen gegenseitig. Zusätzlich steht eine neue große Finanzkrise vielleicht gerade schon in den Startlöchern. Angesichts dieser Lage machen sich Verzweiflung und Weltuntergangsstimmung breit. Es scheint undenkbar, mit den verbreiteten linken Politikkonzepten wie Sozialdemokratie, Ökoparteien oder leninistischen Kaderorganisationen Antworten auf diese Krisen zu geben. Also zieht man sich zurück, igelt sich ein und wartet auf das Ende. Diese Sprachlosigkeit nützt den Faschist*innen. Sie präsentieren Sündenböcke und geben einfache und falsche Antworten. Aber oft sind sie heute die einzigen, die überhaupt versuchen, auf die Krisen zu Antworten, so dumm diese Antworten auch sein mögen.

Das muss nicht so sein. Um eine Antwort auf diese Krisen und Katastrophen zu geben, müssen wir sie zuerst richtig verstehen. Sie haben einen gemeinsamen Nenner im heutigen Zustand des Kapitalismus, der sich in einer Strukturkrise befindet. Um freiheitliche und humanistische Antworten auf diese Krise zu finden, wird es Zeit, die ausgetretenen Pfade der parlamentarischen Linken zu verlassen und eine Bewegung in den Blick zu nehmen, die radikale Systemopposition mit Pragmatismus und handfesten Lösungen verknüpft. Den Anarchosyndikalismus.

In diesem Vortrag wollen wir uns mit der Geschichte und Gegenwart des Anarchosyndikalismus beschäftigen und den gemeinsamen Nenner der großen Krisen und Katastrophen unserer Zeit herausarbeiten. Dann beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Antworten wir auf diese Krisen und Katastrophen mit den Methoden und Prinzipien, aber auch dem Erfahrungsschatz der anarchosyndikalistischen Bewegung geben können.




Quelle: Bonn.fau.org