November 4, 2022
Von Paradox-A
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Lesedauer: 2 Minuten

Weder der Titel noch der Beschreibungstext entsprechen dem, was ich eingereicht habe. Denn „Theorie“ und „Praxis“ in ein „Spannungsverhältnis“ zu setzen, reproduziert das Verständnis ihrer vermeintlich unausweichlichen Gegenüberstellung, welche es zu vermitteln gälte. Diese Vorstellung entspricht allerdings einer bestimmten arbeitsteiligen und ausdifferenzierten Gesellschaftsform, welche mit dem Anarchismus weiter entwickelt werden soll (Wenngleich dieser sich nicht gegen Spezialisierung richtet).

Darüber hinaus weise ich darauf hin, dass ich mir bewusst bin, dass von verschiedenen Seiten Kritik an die Bibliothek der Freien herangetragen wurde, der ich nichts entgegensetzen möchte. Mit dieser wird das Engagement der Beteiligten keineswegs abgestritten. Es geht dabei nicht um persönliche Angriffe, sondern um strukturelle Defizite. Dennoch habe ich mich entschieden, dort eine Veranstaltung zu machen, um im Austausch zu bleiben und mit meiner Art vielleicht auch einen Unterschied markieren zu können.

Anarchismus zwischen Theorie und Praxis Über ein kreatives Spannungsverhältnis

Viele Libertäre glauben vor allem für die „Praxis“ zuständig zu sein, andere erklären das unter Verweis auf die „Theorie“ für verkürzt – so nimmt die gegenseitige Verständnislosigkeit zu. Obwohl sich viele Anarchist*innen Zugang zu Bildung erschlossen haben und teilweise auch die Unis bevölkern, besteht eine ausgeprägte Theorie-Feindlichkeit: Romantische Phrasen und dogmatische Prinzipien stehen dabei einer tiefer gehenden Beschäftigung mit dem anarchistischen Denken im Wege.

Umgekehrt konzentriert sich die Theoriearbeit mancher Libertären vor allem auf den Wissenschaftsbetrieb bzw. ihre akademische Karriere und sind damit für die anarchistische Bewegung verloren. Höchste Zeit also für eine kritische Neubestimmung: Was taugen moderne anarchistische Theorien und wozu dienen sie praktisch? Warum sollte ein pragmatisch orientierter Anarchismus auch theoretisch unterfüttert sein? Wie kann Theorie statt abstrakter Selbstbeschäftigung zum Werkzeugkoffer für Anarchist*innen werden? (Vortrag mit Diskussion)




Quelle: Paradox-a.de