Januar 9, 2022
Von Indymedia
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Seit der Privatisierung der britischen Justiz betreibt die französische Firma fĂŒnf KnĂ€ste in Großbritannien mit ĂŒber 5000 Inhaftierten in Eigenverantwortung. In weiteren LĂ€ndern wie zum Beispiel Frankreich oder Chile werden Dienstleistungen in Teilbereichen verschiedener GefĂ€ngnisse von Sodexo erbracht. Sodexo beliefert KnĂ€ste mit völlig ĂŒberteuerten Lebensmittel und hĂ€lt das Angebot möglichst gering, sodass den Gefangenen keine andere Wahl bleibt, als ihr weniges Geld fĂŒr den Profit dieser Firma auszugeben.

Bereits Anfang 2015 hieß es in einem Bekenner*innenschreiben nach einer Aktion gegen Sodexo in Berlin:
“Zum anderen steht Sodexo in Belgien auf einer schwarzen Liste wegen ihrer Beteiligung an AbschiebeknĂ€sten und versorgt in Deutschland Abschiebelager mit Dienstleistungen. Das Unternehmen gehört zur Zehnacker Gruppe, welches sich wie folgt darstellt:

„Als Partner von StreitkrĂ€ften begleiten wir diese in ihre Einsatzgebiete im In- und Ausland. Unsere Mission ist es, sowohl bei der Truppe als auch bei ihrer FĂŒhrung fĂŒr eine bessere LebensqualitĂ€t zu sorgen. Unter der Aufsicht des Justizministeriums konzipiert und bietet Sodexo Lösungen, die zu reibungslosen AblĂ€ufen in den Justizvollzugseinrichtungen beitragen. Bei all unseren TĂ€tigkeiten achten wir unsere Werte und unsere ethischen GrundsĂ€tze. Unsere Arbeit in diesem Bereich ist ein weiterer Beleg fĂŒr unser starkes gesellschaftliches Engagement.“” [https://chronik.blackblogs.org/?p=572]

In Bayern bot Sodexo zusammen mit Wirecard, bis zu deren Insolvenz, eine “Bezahlkarte” fĂŒr geflĂŒchtete Menschen an [https://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/erding-ersatz-fuer-den-kommunal-pass-gesucht-1.5040997 / https://www.merkur.de/lokales/erding/erding-ort28651/erding-nach-wirecard-insolvenz-funktioniert-erdinger-kommunalpass-nicht-mehr-13815364.html].

Weil das Unternehmen in Sachsen-Anhalt als Dienstleister von einem Gutscheinsytem als Sanktionsmittel fĂŒr GeflĂŒchtete profitiert, wurde Sodexo im April 2018 in Halle angegriffen [https://chronik.blackblogs.org/?p=7932].

Weltweit wird das Unternehmen immer wieder angegriffen, so z.B. in Kanada [https://ausdemherzenderfestung.noblogs.org/post/2019/04/05/quebec-kanada-angriffe-gegen-die-welt-der-knaeste-und-ihre-kollaborateure/] oder in Chile [https://www.anarchistfederation.net/attack-against-sodexo/].

Sodexo steht fĂŒr ein Knastsystem in dem immer wieder Menschen sterben. Knastleitung, Justiz, Polizei und Medien sprechen dann hĂ€ufig reflexartig von “Suizid” und die Verantwortung des Knastes wird zurĂŒckgewiesen.
Doch KnĂ€ste sind seit ihrer Existenz dafĂŒr da, um diejenigen, welche nicht in die herrschende Logik passen oder sich dieser widersetzen, mundtot zu machen. KnĂ€ste isolieren die Menschen von der Gesellschaft. Durch Abschottung von der Außenwelt. Durch Ausbeutung. Sie machen die Gefangenen regelrecht kaputt. Sie foltern und töten. Unter KnastumstĂ€nden kann niemals vom sogenannten Suizid die Rede sein.

Im Dezember starb ein 42-jÀhriger im Knast in Wuppertal-Vohwinkel und im Jugendknast in Wuppertal-Ronsdorf ein 17-jÀhriger. Am 1. November starb Georgios nach einer brutalen Festnahme in Polizeigewahrsam im Wuppertaler Landgericht.

Jeder Tod im Knast, Gewahrsam oder durch Polizei ist einer zu viel.
Wir werden diese Morde nicht unbeantwortet lassen!

FĂŒr die Revolte gegen den Staat, seine Gesellschaftsordnung und KnĂ€ste!
Freiheit und GlĂŒck den Gefangenen!

Solidarische GrĂŒĂŸe an die, die gegen diese Knastgesellschaft kĂ€mpfen.
Solidarische GrĂŒĂŸe an die Besetzer*innen im Osterholz!

FĂŒr ein subversives 2022 voller Überraschungen.
Es lebe die Anarchie (A)




Quelle: De.indymedia.org