Mai 17, 2021
Von InfoRiot
118 ansichten


Potsdam – Die Potsdamer CDU-Bundes- und Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig bestreitet jedwede Verwicklung in umstrittene Maskendeals im Zuge der Pandemie. Das machte sie auf PNN-Anfrage deutlich. Anlass fĂŒr die Nachfrage: Ludwigs Name ist auf einer vom Bundesgesundheitsministerium angefertigten Liste mit Abgeordneten aufgetaucht, die in GeschĂ€fte mit Corona-Masken und Ähnlichem involviert waren – und die nun unter anderem vom ZDF veröffentlicht wurde, unter dem Motto: “Beschaffung von SchutzausrĂŒstung – Diese Abgeordneten waren involviert”.

Laut der Aufstellung geht es bei Ludwig um Schutzkittel, partikelfiltrierende Halb- sowie um OP-Masken – und zwar im Zusammenhang mit dem Unternehmen Mila Health Care GmbH. Der Gesellschaftsvertrag dazu datiert laut Handelsregister vom 9. April 2020, also nach Beginn der Pandemie. GeschĂ€ftsfĂŒhrer ist Michael Laschinsky, in Potsdam bisher auch bekannt als Chef der fĂŒr diverse Potsdamer Wohnbauprojekte verantwortlichen Mila-Firmengruppe. Das neue Handelsunternehmen, dass auf seiner Internetseite aktuell auch Corona-Schnelltests anbietet, wolle “qualitativ hochwertige und innovative Produkte” fĂŒr seine Kunden beschaffen.

Bundestagsabgeordnete um UnterstĂŒtzung gebeten

Zu diesen gehörte laut Laschinsky am Anfang der Pandemie auch das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU). Diesem habe man Masken beschafft – inzwischen gibt es aber auch vor Gericht Streit um die Entlohnung dafĂŒr. 

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht’s zur kostenlosen Bestellung.]

Laut Laschinsky stĂŒnden noch rund 30 Millionen Euro aus. Das Ministerium teilte auf PNN-Anfrage mit, zur laufenden gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Mila gebe man keine Auskunft. Laschinsky wiederum sagte, anfangs habe er noch unter anderem die Bundestagsabgeordnete Ludwig um UnterstĂŒtzung gegenĂŒber dem Ministerium gebeten – allerdings eben letztlich erfolglos.

Laut Ludwig keine weiteren Verbindungen zu der Firma

So schildert es auch Ludwig. Die Mila-Seite habe Kontakt zu ihre aufgenommen, weil die Rechnung fĂŒr Masken nicht beglichen worden sei. Daher sei sie gebeten worden, im Bundesgesundheitsministerium bezĂŒglich der Rechnung nachzufragen. “Soweit mir bekannt ist, hat sich das Bundesgesundheitsministerium daraufhin direkt mit Mila in Verbindung gesetzt. Über das Ergebnis bin ich nicht informiert worden”, sagte Ludwig. 

DarĂŒber hinaus sei sie in diese Angelegenheit nicht involviert gewesen. Es bestĂŒnden weder freundschaftliche, verwandtschaftliche oder geschĂ€ftliche Verbindungen zu der Firma. “Und es gab auch keinerlei Zuwendungen, Spenden oder VergĂŒtungen irgendwelcher Art”, so Ludwig. Ihre Intervention verstĂŒnde sie als Teil meiner Arbeit als Abgeordnete in meinem Wahlkreis. “RegelmĂ€ĂŸig wenden sich BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie Unternehmen bei Problemen mit Ministerien oder Behörden an ihre Abgeordneten.“ 

Ähnlich antwortete ĂŒbrigens auch Ludwigs Bundestagskollegin Dietlind Tiemann aus Brandenburg a.d. Havel, die auch auf der besagten Liste verzeichnet war. Der Hintergrund ist keine Petitesse: Wegen lukrativen MaskengeschĂ€ften im Zuge der Pandemie waren mehrere Unionspolitiker in Verruf geraten.




Quelle: Inforiot.de