November 2, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Saint Andrew

Lasst uns ĂŒber den Panafrikanismus, seine Geschichte, seine Gegenwart, seine Kritik und seine Zukunft sprechen.

Was ist Panafrikanismus?

Viele BĂŒcher wurden zum Thema Panafrikanismus geschrieben und es wurde viel Zeit darauf verwandt, eine Definition auszuarbeiten. Manche Autor*innen machen sich gar nicht erst die MĂŒhe, den Begriff zu definieren, sondern rĂ€umen ein, dass er fĂŒr verschiedene Menschen zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Dinge bedeutet hat. Ich werde hier nur einige der vielen unterschiedlichen Ansichten darĂŒber vorstellen, was Panafrikanismus ist und wie er aussehen sollte, also ziehe deine eigenen SchlĂŒsse. Trotzdem wollen wir es mal mit der Definition versuchen.

Der Panafrikanismus beruht auf der Überzeugung, dass alle Völker afrikanischer Abstammung eine Nation sind. Nicht im Sinne eines Nationalstaates, sondern in dem Sinne, dass alle Völker afrikanischer Abstammung, sowohl auf dem Kontinent als auch in der Diaspora, eine gemeinsame Geschichte, ein gemeinsames Ziel und ein gemeinsames Schicksal haben. Dieses Schicksal ist ein vereintes und unabhĂ€ngiges Afrika als Grundlage fĂŒr die Befreiung. Als Ideologie und Bewegung fördert der Panafrikanismus die SolidaritĂ€t und Einheit fĂŒr den ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Fortschritt und die Emanzipation und letztlich zur Erhebung aller Völker afrikanischer Abstammung.

Panafrikanist*innen setzen sich gegen die Ausbeutung und UnterdrĂŒckung aller Menschen afrikanischer Herkunft ein, bekĂ€mpfen die Ideologien des antiafrikanischen Rassismus und feiern afrikanische Errungenschaften, die Geschichte und das Afrikanischsein an sich. Die meisten Panafrikanist*innen waren im Laufe der Geschichte auch Sozialist*innen verschiedener Couleur, die den Kapitalismus als Feind der Befreiung betrachten, und kommunale Beziehungen, wie sie in vorkolonialen afrikanischen Gesellschaften herrschten, als Notwendigkeit ansehen.

Der Panafrikanismus ist eng mit dem Schwarzen Nationalismus verbunden, der sich um die soziale, politische und ökonomische ErmĂ€chtigung der Schwarzen Gemeinschaften dreht. Die Nation wird hier nicht durch Grenzen definiert, sondern durch Menschen, die durch gemeinsame Erfahrungen verbunden sind, vor allem um sich gegen die westliche Vorherrschaft zu wehren und Schwarze Kulturen und IdentitĂ€ten zu bewahren. Es ist völlig getrennt vom weißen Nationalismus, der diesen Namen erst Jahrzehnte spĂ€ter angenommen hat und untrennbar mit der weißen Vorherrschaft verbunden ist.

Wer sind also einige dieser Denker*innen, FĂŒhrenden und Politiker*innen, die zum Panafrikanismus beigetragen haben? Da wĂ€ren Toussaint Louverture, Julius Nyerere, Kwame Nkrumah, Thomas Sankara, Marcus Garvey, C.L.R. James, Kwame Ture, Malcolm X, W. E. B. Du Bois, Frantz Fanon, AimĂ© CĂ©saire
 ich könnte noch mehr nennen. Es wĂ€re schwierig, all diese Menschen als in einem Ziel vereint zu bezeichnen, da ihre Ideen oft sehr unterschiedlich waren. Dennoch haben sie alle in gewisser Weise die metaphorische Flagge des Panafrikanismus gehisst.

Der Panafrikanismus hat eine ziemlich schicke Flagge. Das Rot steht fĂŒr das Blut, das alle Menschen afrikanischer Abstammung vereint und das fĂŒr die Befreiung vergossen werden muss, das Schwarz steht fĂŒr die Schwarzen als Nation, die durch ein gemeinsames Erbe vereint sind, und das GrĂŒn steht fĂŒr die ĂŒppige FĂŒlle des afrikanischen Reichtums. Um den Panafrikanismus zu verstehen, brauchst du ein wenig Hintergrundwissen ĂŒber die Geschichte der afrikanischen Völker, das ich hier in groben ZĂŒgen wiedergebe.

Eine kurze Geschichte der afrikanischen Völker

Afrika ist der genetisch vielfĂ€ltigste Kontinent der Welt und die Wiege der Menschheit. Von hier aus haben sich die verschiedenen Völker ĂŒber die ganze Welt verteilt und sich ihren eigenen Raum geschaffen. Afrika hat ein jahrtausendealtes Erbe an Nationen, Königreichen und Kulturen, die aufstiegen, untergingen, innovativ waren, sich ausbreiteten und mit der Welt teilten. Afrikaner*innen haben im Laufe der Geschichte zur Entwicklung von Mathematik, Astronomie, Medizin, Architektur, Philosophie und vielem mehr beigetragen. Selbst nach dem Kolonialismus gibt es in Afrika ĂŒber 3000 ethnische Gruppen. Ich verwende den Begriff Stamm ĂŒbrigens nicht, weil er historisch gesehen dazu benutzt wurde, komplexe Gesellschaften, die von EuropĂ€er*innen als primitiv angesehen wurden, abzutun.

Vor der Kolonialisierung gab es keine gemeinsame panafrikanische IdentitĂ€t auf dem Kontinent. Wie sollte das auch gehen? Sie hatten nicht alle die gleiche Religion, Sprache oder Kultur. Die Khoisan-Völker in SĂŒdafrika hatten wenig mit den Songhai in Westafrika oder den Habesha in Ostafrika gemeinsam. Afrika ist riesig, und selbst Menschen, die direkt nebeneinander lebten, hatten sehr unterschiedliche Lebensstile, Praktiken und Barrieren, die sie voneinander trennten.

Es ist also keine Überraschung, dass der Sklav*innenhandel im Atlantik, angefangen mit den Portugiesen, zu einem wahren Wahnsinn wurde. Afrikaner*innen wurden gekidnappt und in die Sklaverei verkauft, oft von afrikanischen Landsleuten. Königreiche und Nationen, die die Sklaverei förderten, wurden schnell selbst versklavt. Der brutale Appetit auf mehr ausbeutbare ArbeitskrĂ€fte auf dem amerikanischen Kontinent wuchs. Mindestens 12 Millionen Afrikaner*innen wurden nach Amerika verschleppt, Millionen weitere starben bei diesem großen Verbrechen, und in der Karibik, in Brasilien, in den Vereinigten Staaten und anderswo wurden neue Nationen gegrĂŒndet. Es war die grĂ¶ĂŸte Zwangsmigration in der Geschichte der Menschheit. Es gab auch den Transsahara-Sklav*innenhandel, der oft aus dem Diskurs ĂŒber die Versklavung der Afrikaner*innen ausgeklammert wird, da seine Folgen weder von der GrĂ¶ĂŸe noch vom Ausmaß her vergleichbar sind, aber ich finde es trotzdem wichtig, ihn zu erwĂ€hnen.

Durch den atlantischen Sklav*innenhandel und die anschließende zermĂŒrbende und unmenschliche Behandlung in den beiden Amerikas wurden die verschiedenen Völker Afrikas ihrer ursprĂŒnglichen Kulturen beraubt und zum ersten Mal zusammengefĂŒhrt. Die afrikanische Diaspora begann sich zu vereinen und eine eigene IdentitĂ€t zu entwickeln. In der Zwischenzeit wurde Afrika von konkurrierenden und kollaborierenden europĂ€ischen MĂ€chten kolonisiert und aufgeteilt, die alle nach dem Reichtum des Kontinents gierten. Auf der Berliner Konferenz wurden Grenzen und Trennungen gezogen, die den Kontinent bis heute schwĂ€chen.

Seit der ersten transatlantischen Sklav*innenreise sind fast 500 Jahre vergangen. Seitdem haben wir als Volk weder Frieden noch Gerechtigkeit gekannt. Die Entstehung unserer Diaspora ging einher mit dem Aufkommen des globalen Kapitalismus, der europĂ€ischen Vorherrschaft und des anti-Schwarzen Rassismus. Rassistische Ideen wurden geschmiedet, um die wirtschaftlichen Motive der Eliten zu unterstĂŒtzen, und auch heute noch halten viele an der Vorstellung von der Minderwertigkeit der Afrikaner*innen fest, die ihre Einstellung zu unseren VerhĂ€ltnissen (falsch) prĂ€gt. Wir leiden immer noch unter der Auslöschung und UnterdrĂŒckung unserer Geschichte und unseres Erbes. Unsere Arbeit hat den Reichtum des globalen Nordens geschaffen und tut dies auch weiterhin. Wir wurden nicht nur von den europĂ€ischen, sondern auch von den arabischen und asiatischen MĂ€chten ausgebeutet, und unsere Versklavung hĂ€lt bis heute auf der ganzen Welt an. Unser Land wurde gestohlen und wir wurden aus unserem Land gestohlen. Man hat uns die Autonomie verweigert, uns unsere Rechte verweigert und uns unsere Menschlichkeit abgesprochen.

Die historische Antwort der afrikanischen Völker war der Panafrikanismus, ein Fluss mit vielen Strömen und Strömungen. Im Folgenden will ich einige der wichtigsten Denker*innen und Bewegungen der letzten Jahre diskutieren.

Die Geschichte des Panafrikanismus

Vor dem 19. Jahrhundert

Im spĂ€ten 18. Jahrhundert war der Sklav*innenhandel in vollem Gange. Doch schon damals setzten sich Abolitionist*innen fĂŒr sein Ende ein. Eine der berĂŒhmtesten dieser abolitionistischen Gruppen waren die Sons of Africa, die sich aus gebildeten, ehemals versklavten afrikanischen Menschen in London zusammensetzten. Es war die erste Schwarze politische Gruppe in Großbritannien und wurde als eine der ersten panafrikanischen Organisationen bezeichnet. Die Sons of Africa schrieben Briefe an die Presse, betrieben Lobbyarbeit im Parlament, wandten sich gemeinsam an die QuĂ€ker [Religiöse Gemeinschaft der Freunde] und arbeiteten mit anderen Abolitionist*innen und Radikalen zusammen, um sich gegen den Menschenhandel mit Afrikaner*innen und fĂŒr die Rechte aller einzusetzen. Zu den namhaften Mitgliedern gehörten Olaudah Equiano, der seit seiner Kindheit Sklave war und zweimal verkauft wurde, bevor er seine Freiheit erlangte, und Ottobah Cugoano, der im Alter von 13 Jahren in die Sklaverei verkauft wurde und schließlich von einem britischen Kaufmann gekauft, ausgebildet und freigelassen wurde.

19. Jahrhundert

Der wohl existenzbedrohendste Moment fĂŒr die europĂ€ischen Reiche im frĂŒhen 19. Jahrhundert war der Erfolg des Sklav*innenaufstands in Haiti. Die haitianische Revolution, die u. a. von Toussaint Louverture angefĂŒhrt wurde, begann 1791 und endete 1804 und war die erste und einzige StaatsgrĂŒndung durch einen Sklav*innenaufstand. Er stellte die lang gehegten europĂ€ischen Überzeugungen ĂŒber die Intelligenz und die FĂ€higkeit versklavter Völker, ihre eigene Freiheit zu erlangen und zu erhalten, in Frage. WĂ€hrend Haiti nach der Revolution mit Attentaten, Embargos und erheblicher Besteuerung durch Frankreich und einer stark segmentierten „farbbasierten“ Klassengesellschaft zu kĂ€mpfen hatte, war das, was die Haitianer*innen aufbauten, auch nach der Emanzipation ein Leuchtfeuer der Hoffnung fĂŒr Afrikaner*innen ĂŒberall. Haiti wurde zu einem sicheren Hafen fĂŒr entlaufene Sklav*innen, RevolutionĂ€r*innen und alle, die unterdrĂŒckt wurden.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts begannen frĂŒhe Denker wie Alexander Crummel, Martin Delany und Edward Blyden, den Grundstein fĂŒr ein umfassenderes panafrikanisches Denken zu legen. Alexander Crummel, der 1819 frei geboren wurde, war einer der ersten Schwarzen Nationalisten und setzte sich fĂŒr SolidaritĂ€t und ökonomische Entwicklung ein. Martin Delany, der 1812 frei geboren wurde, forderte „Afrika fĂŒr Afrikaner*innen“. Er war der Meinung, dass Schwarze in den Vereinigten Staaten keine Zukunft haben und auswandern sollten, um anderswo eine neue Nation zu grĂŒnden, zum Beispiel in der Karibik oder in SĂŒdamerika. Er kritisierte rĂŒcksichtslos so viele Personen, Ideen und Institutionen, dass er gemĂ€ĂŸigte Abolitionist*innen verprellte. Er war auch gegen die raciale Segregation und bekannt fĂŒr seinen tief sitzenden Stolz auf sein eigenes Volk. Edward Blyden schließlich, der 1832 frei geboren wurde, setzte sich fĂŒr eine RĂŒckkehr nach Afrika ein, um beim Wiederaufbau des Kontinents zu helfen. Er war einer der ersten, der den Begriff der „Afrikanischen Persönlichkeit“ formulierte.

Viele ihrer Ideen und Handlungen wĂŒrden heute als veraltet oder schlichtweg als falsch angesehen werden. Nichtsdestotrotz sollten die Werke und Ideen dieser drei MĂ€nner unzĂ€hlige zukĂŒnftige Panafrikanist*innen inspirieren.

Die 1900er-1920er Jahre

Der Panafrikanismus nahm mit dem Beginn der ersten panafrikanischen Konferenz in London im Jahr 1900 wirklich Gestalt an. Sie wurde von dem trinidadischen Anwalt Henry Sylvester Williams organisiert. Es nahmen 37 Delegierte und 10 weitere Teilnehmende aus der ganzen Diaspora teil. Ein bemerkenswerter Teilnehmer war W.E.B. DuBois, der eine fĂŒhrende Rolle bei der Abfassung eines Briefes an die europĂ€ischen StaatsoberhĂ€upter spielte, in dem er sie aufforderte, gegen Rassismus zu kĂ€mpfen, den Kolonien in Afrika und Westindien das Recht auf Selbstverwaltung zu gewĂ€hren und politische und andere Rechte fĂŒr Afroamerikaner*innen zu fordern. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass Schwarze aus allen Teilen der Welt zusammenkamen, um die Lage ihrer Race zu diskutieren und zu verbessern. Nach der Konferenz wurden in Jamaika, Trinidad und den USA Sektionen der Pan-African Association gegrĂŒndet. SpĂ€ter trafen sie sich unter dem Banner des Panafrikanischen Kongresses. Dazu spĂ€ter mehr.

Kommen wir zu einer kontroversen Figur, dem sogenannten „Neger mit Hut“: Marcus Garvey. Er grĂŒndete die Universal Negro Improvement Association (UNIA). Der 1887 in Jamaika geborene Garvey war ein Schwarzer Nationalist in der panafrikanischen Szene, der sich fĂŒr racialen Stolz und den Aufbau von Institutionen fĂŒr die afrikanische Diaspora einsetzte. Richtiger wĂ€re es jedoch, ihn als diktatorischen Schwarzen Separatisten zu bezeichnen, denn er stellte sich ein vereintes Afrika als Einparteienstaat vor, der von ihm selbst regiert wird und der Gesetze erlĂ€sst, um die raciale Reinheit der Schwarzen zu gewĂ€hrleisten. Er glaubte, Amerika sei ein Land fĂŒr Weiße und bezeichnete sich selbst als den ersten Faschisten und Schwarzen Kapitalisten. Obwohl er keine Ahnung von der Vielfalt Afrikas hatte, es fĂŒr rĂŒckstĂ€ndig hielt und den Kontinent nie selbst besuchte, war er ein großer BefĂŒrworter der Back-to-Africa-Bewegung und leitete die Schifffahrts- und Passagiergesellschaft Black Star Line, um Amerikaner*innen nach Liberia zu bringen. Er verherrlichte viele westliche Ideen und verlieh prominenten UnterstĂŒtzenden sogar britische Titel wie „Lord“ und „Knight“. Er wurde wegen Postbetrugs verurteilt und beschuldigte jĂŒdische Menschen, sich gegen ihn verschworen zu haben, weil — halt dich fest — er mit dem Ku-Klux-Klan zusammenarbeitete. Er war zutiefst antisozialistisch, gegen die raciale Mischung und gegen die raciale Integration. Seine Organisation hat die panafrikanische Flagge entworfen, aber natĂŒrlich hat er viele panafrikanische Denker*innen entfremdet, weil seine Ideen so sehr von denen der anderen abwichen.

Ein Denker, mit dem er hĂ€ufig aneinandergeriet, war der 1868 geborene William Edward Burghardt Du Bois, der Garvey als „Volksverhetzer“ bezeichnete, den er nach KrĂ€ften zu ignorieren versuchte. TatsĂ€chlich schienen sie sich gegenseitig zu hassen. Du Bois wird eher als Vater des Panafrikanismus anerkannt, obwohl er mit dem unglĂŒcklichen Titel „Pan-Negroismus“ begann. Im Laufe seines Lebens trug er zu einer Vielzahl von Ideen bei, darunter der Schwarze Existenzialismus, und setzte sich konsequent fĂŒr das Studium der afrikanischen Geschichte ein. Er grĂŒndete die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) und war ein glĂŒhender Verfechter der Gleichberechtigung. Er gehörte zu den ersten Afroamerikanern, die auf die kolonialen VerhĂ€ltnisse in Afrika hinwiesen, und war ein entschiedener Gegner von Garveys Vorstellung einer afroamerikanischen Herrschaft ĂŒber Afrika. Du Bois erkannte auch die tiefen ZusammenhĂ€nge zwischen Kapitalismus und Rassismus und glaubte, dass der Sozialismus ein besserer Weg zur racialen Gleichheit sein könnte. Wegen seines Lobes fĂŒr Karl Marx und seiner kommunistischen Sympathien wurde er aus der NAACP ausgeschlossen. SpĂ€ter in seinem Leben floh er aus den USA und fand unter der FĂŒhrung von Kwame Nkrumah Zuflucht in Ghana. Er starb einen Tag vor Dr. Martin Luther Kings Marsch auf Washington 1963, den er selbst 60 Jahre zuvor zu organisieren versucht hatte.

Die 1920er-1940er Jahre

In den 1920er, 30er und 40er Jahren kam eine ganze Welle von Denker*innen und Ideen in den Schoß der Bewegung. Die Entwicklung und Verbreitung panafrikanischer Ideen sollte sich noch weiter ausbreiten und hatte einen enormen Einfluss auf die Harlem Renaissance der 1920er Jahre, die Du Bois mit gefördert hatte. In dieser Zeit fanden die ersten vier panafrikanischen Kongresse statt. 1919 in Paris, 1921 in London, 1923 erneut in London und 1927 in New York City.

Auf dem ersten Kongress waren 57 Delegierte aus 15 LĂ€ndern anwesend, darunter Du Bois und Ida Gibbs. Im Mittelpunkt dieses Kongresses in Paris stand eine Petition an die Friedenskonferenz in Versailles, in der gefordert wurde, dass die Alliierten bei der Verwaltung der ehemaligen Gebiete in Afrika zusammenarbeiten und dass Afrika eine Selbstverwaltung gewĂ€hrt wird. Beim zweiten Kongress kamen 26 verschiedenen Gruppen aus ganz Afrika, Europa, der Karibik und den Amerikas sowie von geschwisterlichen Organisationen aus Asien zusammen. Im Mittelpunkt dieses Kongresses, der in London, BrĂŒssel und Paris stattfand, stand die Verabschiedung einer ErklĂ€rung, in der die europĂ€ische Kolonialherrschaft in Afrika kritisiert und die ungleichen Beziehungen zwischen der weißen und der Schwarzen Race beklagt sowie eine gerechtere Verteilung der Ressourcen der Welt gefordert wurde. Auf dem dritten und vierten Kongress in London und New York City forderten die Delegierten erneut Selbstbestimmung und ein Ende der europĂ€ischen Ausbeutung des Kontinents und sprachen die Probleme in der Diaspora im Zusammenhang mit Lynchjustiz und der Herrschaft weißer Minderheiten an.

Es gab auch Aktivisten und Schriftsteller wie CLR James, die in dieser Zeit an Bedeutung gewannen. Der 1901 in Trinidad geborene CLR James leistete kĂŒhne BeitrĂ€ge zum radikalen Denken der Schwarzen, indem er panafrikanische und marxistische Ideen miteinander verband. Er stellte vor allem die falsche Dichotomie von „panafrikanischem Nationalismus“ und „Arbeiter*innen-Internationalismus“ in Frage und fasste damit seinen Widerstand gegen raciale, koloniale und klassenbasierte UnterdrĂŒckung zusammen. Andere Denker dieser Zeit waren der Amerikaner Paul Robeson, der Trinidader George Padmore, der Senegalese LĂ©opold Senghor, der Martiniquaner AimĂ© CĂ©saire und der Kenianer Jomo Kenyatta. Man könnte es als panafrikanische, Schwarz-atlantische intellektuelle Gemeinschaft bezeichnen, da Ideen in der Diaspora frei ausgetauscht wurden.

Die 1940er-1960er Jahre

In den spĂ€ten 1940er Jahren, inmitten der Roten Angst in den USA, trat die eher sozialistische panafrikanistische Bewegung zurĂŒck und Afrikaner*innen begannen, das Ruder zu ĂŒbernehmen, wo zuvor Afroamerikaner*innen waren. Aus dieser Zeit möchte ich den 5. Panafrikanischen Kongress und den Aufstieg von Kwame Nkruma hervorheben.

Auf dem 5. Panafrikanischen Kongress in Manchester im Jahr 1945 wurden in Anwesenheit von 200 Mitgliedern die Grundlagen des heutigen Panafrikanismus gelegt. Ziel war es, einen allgemeinen Entwurf fĂŒr ein praktisches Programm zur politischen Befreiung Afrikas auszuarbeiten. Sie waren weitaus militanter als frĂŒhere Kongresse und strebten eine freie Föderation afrikanischer sozialistischer Staaten an. Der Kongress forderte die UnabhĂ€ngigkeit, rief zur SolidaritĂ€t unter allen unterdrĂŒckten und ausgebeuteten Völkern auf und verurteilte Imperialismus, raciale Diskriminierung und Kapitalismus. Der 5. Kongress brachte eine Reihe afrikanischer intellektueller und politischer FĂŒhrender hervor, die den Kontinent auf unterschiedliche Weise beeinflussen sollten, darunter Obafemi Awolowo und Kwame Nkrumah.

Der 1909 geborene Nkrumah war ein panafrikanischer Marxist-Leninist, der die UnabhĂ€ngigkeitsbewegung der GoldkĂŒste anfĂŒhrte, aus der 1957 die Nation Ghana hervorging, und 1963 die Organization of African Unity mitbegrĂŒndete. Er war stark von Marcus Garvey, W. E. B. Du Bois, George Padmore, CLR James und Edward Blyden beeinflusst und suchte bei ihnen nach Wegen, wie Afrika sich selbst zu einer Kraft des Guten in der Welt entwickeln kann. Mit der UnabhĂ€ngigkeit wurde er der erste Premierminister Ghanas.

Unter seiner FĂŒhrung war Ghana im Wesentlichen eine Sozialdemokratie mit einem starken Wohlfahrtsstaat, einem Bildungs- und Gesundheitswesen und einigen verstaatlichten Industrien. Er arbeitete auch daran, das Land schnell zu industrialisieren. Nkrumah förderte eine panafrikanische Kultur, lehnte eurozentrische Normen ab, förderte traditionelle Kleidung und eröffnete Museen und andere kulturelle Einrichtungen. Er verbot auch die Stammeszugehörigkeit, um den Einfluss lokaler HĂ€uptlinge zurĂŒckzudrĂ€ngen — mit wenig Erfolg — und baute seine autokratischen FĂ€higkeiten langsam aus, verbot andere politische Parteien und wurde PrĂ€sident auf Lebenszeit. Er wurde auch dafĂŒr kritisiert, dass er einen Personenkult aufbaute. Schließlich wurde er 1966 durch einen vom Westen unterstĂŒtzten Putsch gestĂŒrzt und der Nationale Befreiungsrat, der die Kontrolle ĂŒbernahm, privatisierte die nationale Industrie unter der Aufsicht multinationaler Konzerne. Er kehrte nie wieder nach Ghana zurĂŒck und verbrachte den Rest seiner Tage in Guinea, als ehrenamtlicher Co-PrĂ€sident von Ahmed SĂ©kou TourĂ©, einem anderen „PrĂ€sidenten auf Lebenszeit“.

Die 1960er-1980er Jahre

Zu diesem Zeitpunkt begann der Panafrikanismus außerhalb Afrikas zu schwinden. In den USA wurde die Black Panther Party zwischen 1966 und 1982 aktiv. Sie setzte sich militant fĂŒr Black Power ein und organisierte Sozialprogramme und Cop-Watches in den Gemeinden. Das FBI betrachtete die Black Panther Party als „die grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr die innere Sicherheit des Landes“ und arbeitete daran, die Struktur der Partei zu infiltrieren, Mitglieder und AnfĂŒhrende zu ermorden und zu verhaften und Ressourcen abzuschöpfen. Mehr als jede andere Schwarze politische Organisation betonte die Black Panther Party den Klassenkampf, sogar ĂŒber dem Panafrikanismus, was schließlich zu einer Spaltung mit Kwame Ture und anderen eher Schwarznationalistischen Mitgliedern fĂŒhrte. Die Organisation war weit davon entfernt, perfekt zu sein, und es gab viele interne Spaltungen und Spannungen, die auf die Feindseligkeit der FĂŒhrung gegenĂŒber abweichenden Ansichten und alternativen Ideologien zurĂŒckzufĂŒhren waren.

In Afrika begann 1974 der 6. Panafrikanische Kongress in Dar es Salaam, Tansania. Anders als frĂŒhere Panafrikanische Kongresse fand er außerhalb des westlichen imperialen Zentrums statt. Zu diesem Zeitpunkt erkannten die Panafrikanist*innen die Bedrohung durch den Neokolonialismus, indem sie den Sturz verschiedener afrikanischer Regierungen und den Einsatz von Afrikaner*innen zu deren Sturz in Betracht zogen. Daher legten die Panafrikanist*innen mehr Gewicht auf den Klassenkampf gegen westliche, östliche und afrikanische Kapitalist*innen. Langsam begannen sie jedoch auch zu erkennen, dass die verschiedenen bĂŒrokratischen Formen des Sozialismus gescheitert waren und dass die Massen stĂ€rker einbezogen werden mussten, um Elitismus und Autokratie zu besiegen. Sie sprachen auch endlich offen die Frauenfrage an und beschlossen, die politischen KĂ€mpfe Schwarzer Frauen fĂŒr die Gleichberechtigung zu unterstĂŒtzen.

In diese Zeit fielen auch der Aufstieg religiöser Staatskapitalisten wie Robert Mugabe und Muammar al-Gaddafi sowie der Aufstieg und Fall von Thomas Sankara. Mugabe war ab 1980 drei Jahrzehnte lang der korrupte und ideologisch unklare Premierminister und dann PrĂ€sident von Simbabwe. Gaddafi war ein antisemitischer Panarabist und Panafrikaner, der Libyen ab 1969 42 Jahre lang regierte und sich fĂŒr die „Vereinigten Staaten von Afrika“ einsetzte. Thomas Sankara war der sogenannte Che Guevara Afrikas, der ab 1983 in Burkina Faso weitgehend positive, radikale Programme fĂŒr soziale, ökologische und wirtschaftliche VerĂ€nderungen auf den Weg brachte. NatĂŒrlich unterdrĂŒckte er auch streikende Arbeiter*innen, verbot Gewerkschaften und schrĂ€nkte die Medienfreiheit ein. Ich habe also gemischte GefĂŒhle in Bezug auf ihn. 1987 wurde er ermordet und seine Regierung wurde entmachtet.

Die 1980er Jahre und danach

Die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts beschÀftigten sich mit der Frage, wie der Panafrikanismus zu Beginn des neuen Jahrtausends aussehen sollte. Gelehrte begannen, den Afrozentrismus zu entwickeln, der afrikanische Denkweisen, Kulturen und historische Perspektiven als Korrektiv zur langen Tradition der europÀischen kulturellen und intellektuellen Vorherrschaft hervorhebt.

Mit dem Ende des Kalten Krieges begann eine neue Ära der Globalisierung, doch Afrika blieb anfĂ€llig fĂŒr externe Interventionen und Neokolonialismus. Allerdings gab es in dieser Zeit auch einige Siege gegen den Siedlerkolonialismus, wie zum Beispiel in SĂŒdafrika mit dem Ende der Apartheid. Die Frage der EntschĂ€digungen fĂŒr die Folgen von Sklaverei und Kolonialismus wurde 1993 auf der Ersten Panafrikanischen Konferenz ĂŒber Wiedergutmachung in Abuja, Nigeria, wiederbelebt. Der 7. Panafrikanische Kongress fand 1994 in Kampala, Uganda, statt und die Organisation fĂŒr Afrikanische Einheit wurde 2002 durch die Afrikanische Union ersetzt, die erklĂ€rte, dass sie die gesamte afrikanische Diaspora einbeziehen wĂŒrde. Die Relevanz des Sozialismus im Panafrikanismus wurde nun von den kapitalistischen afrikanischen FĂŒhrenden der Nachkriegszeit in Frage gestellt. Panafrikanist*innen und Schwarzafrikaner*innen begannen auch zu hinterfragen, wer als Afrikaner*in zĂ€hlt, um die besten Voraussetzungen fĂŒr die Befreiung und Einheit Afrikas zu schaffen, denn die Versklavung von Schwarzafrikaner*innen durch Araber hĂ€lt bis heute an, besonders in Libyen und Mauretanien.

Panafrikanismus heute

Es gĂ€be noch so viel mehr ĂŒber das vergangene Jahrhundert des Panafrikanismus zu erzĂ€hlen. Klar ist, dass es zwar Einigkeit darĂŒber gibt, dass ein Wandel notwendig ist, dass es aber viele unterschiedliche Ansichten darĂŒber gibt, wie dieser Wandel aussehen und wie er herbeigefĂŒhrt werden kann.

Selbst in radikalen Diaspora-Kreisen wird heutzutage nicht mehr so oft ĂŒber Panafrikanismus diskutiert, obwohl es auf dem Kontinent immer noch Probleme mit Korruption und UnterdrĂŒckung gibt. Rassismus, Eurozentrismus, die Folgen der Versklavung, Kolonialismus und seine Hinterlassenschaften, eine kapitalzentrierte Welt und Imperialismus sind immer noch aktuell. Doch Prominente, Opportunist*innen, Liberale und Memes haben das öffentliche Bewusstseins gekapert. Viele Menschen scheinen die internationale SolidaritĂ€t vergessen zu haben, aber das könnte sich bald Ă€ndern.

Das Black Lives Matter Global Network wird von manchen als panafrikanische Bewegung angesehen, aber ist es das auch? Das Netzwerk erklĂ€rt, dass es „von Anfang an die Absicht hatte, Schwarze Menschen aus der ganzen Welt, die den gleichen Wunsch nach Gerechtigkeit haben, miteinander zu verbinden, um in ihren Gemeinschaften gemeinsam zu handeln“. Aber kann man es wirklich als panafrikanisch bezeichnen, wenn es sich nicht zentral um Afrika dreht? Ist BLM Global etwas ganz anderes? Was ist die Zukunft des Panafrikanismus?

Die Zukunft des Panafrikanismus

Ich bin kein Hellseher, aber auf dieser Reise zur Erforschung des Panafrikanismus sind mir einige Lektionen sehr deutlich geworden.

Erstens mĂŒssen Panafrikanist*innen viel tiefer in die afrikanische Geschichte eindringen, um die Fehler der frĂŒhen Denker*innen zu vermeiden, die die afrikanischen Völker homogenisierten und die Unterschiede zwischen den Nationen, Gemeinschaften und LĂ€ndern auf dem Kontinent und in der Diaspora nicht verstanden. Wir sind in unserem Kampf geeint, aber Kampf ist nicht alles, was es gibt. Wir sind immer noch ein vielfĂ€ltiges und facettenreiches Volk mit unterschiedlichen BedĂŒrfnissen und Interessen, die es zu berĂŒcksichtigen gilt.

Zweitens: Petitionen funktionieren nicht. Wahlen und liberale Strategien fĂŒr die panafrikanische Befreiung sind zeitaufwĂ€ndige Unternehmungen, die sich kaum auszahlen. Die ersten Panafrikanischen Kongresse konzentrierten sich darauf, an die Regierungen der Welt zu appellieren, die Rechte und Freiheiten Afrikas zu respektieren, aber das stieß meist auf taube Ohren. Selbst wenn solche BemĂŒhungen erfolgreich waren, fanden die Herrschenden der Welt immer noch Wege, uns durch neokoloniale Praktiken auszubeuten, die durch die Schwarzen Gesichter in hohen Positionen, die sie einfĂŒhrten, erleichtert wurden.

Apropos Schwarze Gesichter in hohen Positionen: Es ist klar, dass zentralisierte, auf Elitismus und Personenkult basierende Top-Down-Organisationen sowie staatsorientierte Unternehmungen insgesamt eine Sackgasse sind. Wie das Sprichwort sagt: „Die Werkzeuge des Meisters werden niemals das Haus des Meisters abreißen.“ Im besten Fall sind solche FĂŒhrer wie Nelson Mandela zu bloßen Sozialdemokraten in einer immer noch geschichteten, neokolonialen Gesellschaft geworden. Im schlimmsten Fall werden sie zu korrupten, opportunistischen Autokraten, die dem Volk ihren Willen mit Gewalt aufzwingen, wie Robert Mugabe. Oder sie wurden inhaftiert und ermordet, wie die AnfĂŒhrenden der Black Panther Party, was zum Untergang der gesamten Organisation fĂŒhrte. Keiner dieser Versuche hat zu Autonomie, freier Vereinigung und Selbstverwirklichung der Massen gefĂŒhrt. Keiner von ihnen hat auch nur annĂ€hernd die Freiheit der afrikanischen Völker herbeigefĂŒhrt, fĂŒr die der Panafrikanismus eintritt. Der Panafrikanismus muss die fĂŒhrungszentrierte Organisation hinter sich lassen und sich auf die volle Beteiligung und den Konsens der Menschen durch eine horizontale Organisation konzentrieren, die auf lokaler Autonomie und globaler SolidaritĂ€t beruht.

Panafrikanist*innen mĂŒssen auch verstehen, dass es keinen Panafrikanismus geben kann, der Sexismus, Kolorismus, Homo-, Trans-, Queer- und Behindertenfeindlichkeit oder andere Formen der UnterdrĂŒckung aufrechterhĂ€lt. FrĂŒhere Bewegungen haben es versĂ€umt, einige der SchwĂ€chsten in unserer Gemeinschaft einzubeziehen und zu fördern. Wir können die Vergangenheit nicht Ă€ndern, aber wir können fĂŒr die Zukunft lernen. Die Anarkata-Philosophie und -Bewegung ist darin besonders geschickt, da sie aus einer Reihe von revolutionĂ€ren Rahmenwerken schöpft, darunter Schwarzer Marxismus, Panafrikanismus, Schwarzer Feminismus, Soziale Ökologie, Anarchismus und Queer-Befreiung, um eine inklusive, horizontale, antiimperiale und ökologisch orientierte Bewegung aufzubauen, ohne auf Hierarchie, Zentralisierung oder einen „panafrikanischen Staat“ als Mittel zur globalen Schwarzen Befreiung zu setzen.

Es gibt immer noch ein großes BedĂŒrfnis nach Freiheit. Es gibt immer noch das BedĂŒrfnis, sich zu vereinen. Wir werden immer noch von Nationen und Kapitalist*innen aller Couleur unterjocht und ausgebeutet. Afrika und die Afrikaner*innen sowie die unterdrĂŒckten Völker im gesamten Globalen SĂŒden sind nach wie vor die Pfeiler, auf denen die Kapitalist*innen dieser Erde stehen. Der Panafrikanismus ist nur eines von vielen Werkzeugen, die uns zur VerfĂŒgung stehen, wenn wir mit dem Wissen um unsere Geschichte und dem Ehrgeiz fĂŒr unsere Zukunft unseren Weg gehen. Unsere ökologisch begrĂŒndete, horizontal organisierte, dezentral geplante, lokal ausgerichtete, global denkende und sozial ausgerichtete Zukunft.

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~ Burn this world to build a new. ~

Übersetze und schreibe zu Black Anarchism & Empowerment, Feminismus, Zivilisations und Technologiekritik, indigene Kulturen

Elany



Quelle: Schwarzerpfeil.de