Mai 9, 2021
Von End Of Road
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Fahrraddemonstration, 10. Mai 2021 | 21.30 Uhr | Jobcenter Doventor

Seit dem 24. April gilt in Bremen die Ausgangssperre und ab 22 Uhr herrscht auf Bremens Straßen nun endlich Ruhe und Ordnung. Unter Androhung von horrenden Geldstrafen und kontrolliert durch Polizeipatrouillen drĂ€ngen sich die Menschen noch mehr als sonst in ihren Wohnungen zusammen.

Am kommenden Montag wollen wir deshalb wieder gemeinsam mit euch gegen die Ausgangssperre und fĂŒr einen solidarischen Lockdown auf die Straße gehen. Gerade einmal 7,4 % der der MobilitĂ€t entfallen laut Robert-Koch-Institut auf die Zeit zwischen 22 und fĂŒnf Uhr. Ae­ro­sol­for­sche­r*in­nen warnen dagegen, dass AusgangsbeschrĂ€nkungen Menschen in die aus infektiologischer Sicht viel gefĂ€hrlicheren InnenrĂ€ume treiben. Wir wollen den populistischen Maßnahmen der Bundesregierung eine echte, eine solidarische Alternative entgegensetzen!

Auch dieses Mal wollen wir bewusst nicht durch einen der ĂŒblichen „Szene“-Stadtteile fahren. Denn der Virus geht uns zwar alle etwas an, aber betrifft uns nicht alle gleich: Homeoffice, Vorgarten, Wohnzimmer, was fĂŒr viele in Schwachhausen, der vorderen Neustadt oder im „Viertel“ eine SelbstverstĂ€ndlichkeit ist, ist in anderen Stadtteilen fĂŒr andere kaum machbar. „Social distancing“ und Ausgangssperren sind und bleiben im Kapitalismus eine Klassenfrage. Denn Ansteckungen finden nach wie vor dort statt, wo viele Menschen aufeinandertreffen: bei der Arbeit, im ĂŒberfĂŒllten ÖPNV oder in beengten WohnverhĂ€ltnissen. Auch in Bremen lĂ€sst sich ein offensichtliches GefĂ€lle an Coronaerkrankungen und dem Risiko, sich anzustecken zwischen den Stadtteilen beobachten. Völlig egal scheint es zu sein, dass der Nutzen von Ausgangssperren fĂŒr den Infektionsschutz mindestens zweifelhaft ist und sie Menschen in engen Wohnungen, mit wenig Geld, Rassismuserfahrung und außerhalb klassischer Beziehungsmodelle schon wieder besonders hart treffen. Das seit Beginn der Pandemie die verharmlosend „hĂ€usliche“ genannte, patriarchale Gewalt auf einem Höchststand ist. Denn Ausgangssperren kosten wenig und suggerieren eine HandlungsfĂ€higkeit, die der Staat gegenĂŒber Pharmakonzernen und ihren Patenten systematisch vermissen lĂ€sst. Wir dagegen mĂŒssen am nĂ€chsten Morgen auch weiterhin zu Arbeit gehen damit der Laden rund lĂ€uft.

Da ist es auch nicht verwunderlich sondern nur konsequent, was auf einem Spargel- und Beerenhof im Landkreis Diepholz vor ein paar Tagen vorgefallen ist: Knapp 90 von 900 Saisonerntehelfer*innen auf dem Hof sĂŒdlich von Bremen sind an Corona erkrankt. Sie dĂŒrfen den Hof nun nicht mehr verlassen und mĂŒssen, zusammen mit ihren Kolleg*innen, weiterarbeiten. Wir fordern die Schließung aller nichtsystemrelevanter Betriebe bei voller Lohnkompensation und einen solidarischen Shutdown!

Die Demonstration ist angemeldet, der Hin- und RĂŒckweg steht somit unter dem Schutz des Versammlungsgesetzes. Wir werden diese Demonstration erneut als reine Fahrraddemo durchfĂŒhren, damit wir flexibel und schnell unterwegs sein können und zudem alles coronagerecht gestalten können. Tragt mindestens eine medizinische Maske und achtet beim Fahren auf euch und andere. Denkt bitte daran, dass eure FahrrĂ€der funktionstĂŒchtig sind und die Beleuchtung funktioniert.

Route:




Quelle: Endofroad.blackblogs.org