MĂ€rz 22, 2022
Von InfoRiot
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Potsdam – Mit der Ankunft tausender KriegsflĂŒchtlinge aus der Ukraine stellt sich auch die Frage, wie die Kinder und Jugendlichen in Kitas und Schulen integriert werden. Ein Überblick, wie der Stand der Vorbereitung in Potsdam ist.

Gibt es genug PlÀtze in den Schulen?

Nur bedingt, wenn man liest, was das Landesbildungsministeriums schreibt. „Freie KapazitĂ€ten in nennenswertem Umfang bestehen nicht“, teilte Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld den PNN mit. Dennoch gĂ€be es „immer einen gewissen Spielraum“, SchĂŒler:innen bei Bedarf unterzubringen. 

Inwiefern KapazitĂ€ten an den Potsdamer Schulen erweitert werden mĂŒssten, sei noch nicht absehbar – dazu mĂŒssten zunĂ€chst die Schulanmeldungen erfasst werden, auch mit Blick auf zusĂ€tzlich nötiges Personal.

Ab wann sollen GeflĂŒchtete in Schulen?

Generell hatte das Land die Richtlinie ausgegeben, dass geflĂŒchtete SchĂŒler:innen, die zum Beispiel privat untergekommen sind, rund sechs Wochen nach ihrer Ankunft in Deutschland unterrichtet werden sollen. 

FĂŒr Kinder in Notlagern sieht das Ministerium vor, dass die Schulpflicht drei Monate ausgesetzt wird – um nach nach der Fluchterfahrung „anzukommen“ und „sich auch organisatorisch auf einen Schulbesuch vorzubereiten“. FĂŒr die Zuweisung wĂŒrden mehrere Optionen geprĂŒft, sagte Sprecherin Grönefeld. Geplant seien auch Willkommensklassen.

Wie geht es den geflĂŒchteten Kindern?

Das wird untersucht. Die Stadtverwaltung hat angekĂŒndigt, vor dem Schul- und Kitabesuch werde es fĂŒr Kinder einen Gesundheitscheck im Bergmann-Klinikum gebe. Am Montag nun starteten laut Rathaus Schuleingangsuntersuchungen, bei denen auch fehlende Impfungen nachgeholt werden könnten, etwa gegen Masern. 

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Helfer berichten bundesweit, die ankommenden Kinder seien wegen der Flucht oftmals angeschlagen und traumatisiert. Der Kinder-Chefarzt im Klinikum, Thomas Erler, hatte erklĂ€rt, man behandele bereits geflĂŒchtete Kinder wegen Infektionen und Erschöpfungssymptomen.

Wo sollen geeignete Lehrer herkommen?

Das Ministerium will laut Sprecherin Grönefeld ukrainische LehrkrĂ€fte direkt ansprechen, damit diese den Unterricht ĂŒbernehmen können. Interessenten können sich per E-Mail unter [email protected] oder Tel.: (0331) 866 35 35 melden. 

Aktuell gebe es in Potsdam 80 LehrkrĂ€fte, die Russisch können. „Ukrainisch sprechende LehrkrĂ€fte sind nicht systematisch erfasst“, heißt es vom Ministerium. Es hĂ€tten sich aber schon Menschen gemeldet, die gerne unterstĂŒtzen wĂŒrden. Helfen könnte auch, dass es Onlineangebote ukrainischer Bildungseinrichtungen gibt, die wĂ€hrend der Pandemie aufgebaut wurden. 

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Laut Medienberichten arbeiten auch Schulen in der Ukraine bereits daran, fĂŒr ihre geflĂŒchteten SchĂŒler:innen Online-Unterricht zu organisieren. Potsdams Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) hat bereits mehr Schulsozialarbeiter:innen in Aussicht gestellt – die genaue Zahl aber noch nicht genannt.

Reicht der Platz in den Kitas?

Das ist noch unklar. Wie bei den Schulen ist auch die KapazitĂ€t in den Kitas knapp bemessen – viel Raum bei plötzlichem Mehrbedarf gibt es nicht. Daher hatten private Potsdamer KitatrĂ€ger wie die Fröbel-Gruppe gefordert, dass es Sondergenehmigungen fĂŒr mehr PlĂ€tze geben mĂŒsse. 

Doch das Bildungsministerium ist skeptisch was mehr Kinder fĂŒr Brandschutz und Gesundheitsstandards in den Kitas bedeuten wĂŒrden. Sprecherin Grönefeld sagte: „Eine pauschale Absenkung von rĂ€umlichen Standards ist mit Blick auf die Beachtung des Kindeswohls nicht möglich.“ Denkbar sei dies nur „im Einzelfall“ und â€žĂŒbergangsweise“, nach Antrag des TrĂ€gers und PrĂŒfung durch die Behörden. Das hĂ€nge aber auch an den Gegebenheiten vor Ort. „Die PrĂŒfung konkreter AntrĂ€ge wird schnell und unkompliziert erfolgen“. 

Als eine mögliche Alternative zum Kita-Besuch nannte das Ministerium Eltern-Kind-Gruppen, „die nicht erlaubnispflichtig sind, solange die Eltern am Angebot teilnehmen und die Verantwortung fĂŒr ihre Kinder nicht auf eine Betreuungsperson ĂŒbertragen“. Die Stadtverwaltung hat den Aufbau zehn solcher Gruppen angekĂŒndigt.

Werden Ukrainer:innen in Kitas arbeiten?

Gesetzlich erlaubt wĂ€re es, sagte Ministeriumssprecherin Grönefeld. „Fragen zur Anerkennung ukrainischer pĂ€dagogischer AbschlĂŒsse werden derzeit geprĂŒft“, ergĂ€nzte sie. Es sei aber möglich, Menschen mit pĂ€dagogischen Vorerfahrungen oder mit Sprachkenntnissen zu beschĂ€ftigen. Das mĂŒsse der jeweilige TrĂ€ger entscheiden. 

Dabei ist zum Beispiel bei der besagten Fröbel-Gruppe, die in Potsdam mit rund einem dutzend Einrichtungen vertreten ist, bereits eine Bewerbung eingegangen. Man prĂŒfe, „inwiefern die Person fĂŒr uns tĂ€tig werden kann“, sagte Unternehmenssprecher Mario Weis. An Standorten, fĂŒr die eine hohe Nachfrage von geflĂŒchteten Familien zu erwarten sei, prĂŒfe man auch den Einsatz von ÜbersetzungsgerĂ€ten.

Wie können Potsdamer:innen helfen?

Etwa mit Kita-Patenschaften. Dieses Projekt fĂŒr FlĂŒchtlingsfamilien hat der Kita-Elternbeirat initiiert. Es hĂ€tten sich ĂŒber www.kitapaten.de mehr als 180 Familien registriert, sagte der Beiratsvorsitzende Robert Witzsche am Montag. 

Ziel ist es, dass sich Potsdamer Familien mit Kindern im Kita- und Hortalter mit geflĂŒchtete Familien austauschen – sei es bei gemeinsamen Unternehmungen. Dazu sammelt der Beirat Anmeldungen und sortiert sie nach Stadtteilen und Altersgruppen – um dann etwa ĂŒber die FlĂŒchtlingsunterkĂŒnfte eine VerknĂŒpfung herzustellen. So wolle man fĂŒr eine schnellere Integration sorgen, gerade der Kinder.




Quelle: Inforiot.de