Juni 4, 2020
Von Anarchie Frankfurt
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Wie Corona und Kapitalismus zusammenhÀngen

So wie ĂŒber die Corona-Krise gesprochen wird, entsteht oft der Eindruck, sie sei wie eine Naturkatastrophe oder ein Angriff von Außerirdischen von Außen ĂŒber uns hinein gebrochen – und die getroffenen Maßnahmen (zumindest im eigenem Land) im Großen und Ganzen rational und alternativlos, nur von wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Natur des gefĂ€hrlichen Erregers bestimmt. Mit diesem Text will ich dem die These entgegenstellen, dass sowohl der Ausbruch, als auch jede Phase der darauf folgenden Krise und ihrer politischen Antworten durch das kapitalistische und nationalstaatliche System geprĂ€gt sind, also mit Naturkatastrophen allenfalls vergleichbar, mit den WaldbrĂ€nde oder StĂŒrmen, die durch den menschengemachten Klimawandel ausgelöst werden.

Die Geburt einer Pandemie – oder weitere GrĂŒnde warum die Nahrungsmittelindustrie ungesund ist.

Wie sich SARS-CoV-2 das erste mal auf den Menschen ĂŒbertragen hat, ist noch nicht abschließend erklĂ€rt. Die (mittlerweile in Frage gestellte) Hypothese, dass der Virus auf einem örtlichen wet market ausgebrochen sei, hat verbreitete Narrative bestĂ€rkt, welche die Verantwortung fĂŒr diese und Ă€hnliche Erkrankungen in das „Fremde“, „unkultivierte“ verlegen und in lustvoll-rassistischen AusschmĂŒckungen ĂŒber „deren“ „rĂŒckstĂ€ndige“ Lebensweise in sozialen Netzwerken ihren Höhepunkt finden – ganz als wĂ€re un-westliche Lebensweise eine der dringlichsten Risiken der globalen Gesundheit, die zuallererst anzugehen wĂ€re. Es ist leicht zu sehen, warum es attraktiv ist, die GefĂ€hrdung durch Pandemien als etwas darzustellen, dass von „den Anderen“ ausgeht. Auch deswegen zuerst ein paar SĂ€tze zum Zusammenhang zwischen Pandemien und dem normalen Lauf „unserer“ globalen Wirtschaftsordnung:

FĂŒr Holzgewinnung und die industrielle Landwirtschaft (v.a. fĂŒr riesige Monokulturen von Soja und Mais, welche in der Massentierhaltung gebraucht werden) werden bestehende WaldflĂ€chen immer weiter verringert. Zuvor von KleinbĂ€uer*innen bewirtschafteten FlĂ€chen werden vereinheitlicht. Dies fĂŒhrt zu einem Verlust der Artenvielfalt. Wenn mehr Tiere einer Art im selben Lebensraum vorkommen, können sich Infektionskrankheiten zwischen ihnen Art besser verbreiten. Die verbliebenen Tiere verlagern außerdem ihre LebensrĂ€ume und nĂ€hern sich denen der Menschen an.

Die riesigen StĂ€dte in denen zunehmend landlose Bevölkerungen nach Arbeit suchen und die entsprechenden Slums, in denen die dort ausgebeuteten Menschen ohne grundlegende sanitĂ€ren Einrichtungen oder die Möglichkeit Nutztiere und Menschen auf Abstand zu halten leben mĂŒssen, schaffen ideale Voraussetzungen fĂŒr die Ausbreitungen neuer Krankheiten. Auch wilde Tiere, wie FledermĂ€use, finden dort zunehmend Zuflucht und Nahrung, wenn WĂ€lder durch Klimawandel und Industrie verwĂŒstet werden.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Pandemie ihre UrsprĂŒnge in der Massentierhaltung hat, eine Gefahr vor der Wissenschaftler*innen seit langem warnen.

Die industrielle Tierhaltung schafft im Allgemeinen ideale Populationen zur Ausbreitung ansteckender Krankheiten. Die Tiere leben in riesigen Mengen auf beengtem Raum, die Infektionsraten sind entsprechend riesig. Da es sich um ĂŒberzĂŒchtete genetische Monokulturen handelt, die (unter anderem) unter massivem Stress und mangelnder Hygiene leiden, sind die natĂŒrlichen Immunreaktionen entsprechend gering. Der hohe Umschlag sorgt fĂŒr einen stĂ€ndig neuen Vorrat an anfĂ€lligen Wirtstieren.

Über Schwierigkeiten die Ansteckungsrate zu senken – oder: Warum Wirtschaftswachstum und Infektionsschutz so schlecht zusammen passen.

Ausgehend von der Provinz Hubei breitet sich die Krankheit – unterstĂŒtzt durch Geheimhaltung, Desinformation und Beschwichtigungen – ĂŒber den Tourismus und die globalisierte Wirtschaft weltweit aus. Nach einiger AbwĂ€gung reagieren die meisten Staaten mit drastischen EinschrĂ€nkungen – vor allem des öffentlichen Lebens und der bĂŒrgerlichen Grundrechte. Was kaum diskutiert, in der Regel einfach stillschweigend unterstellt wird, ist, das die Arbeit in Fabriken und BĂŒros möglichst ungehindert weitergehen muss, unabhĂ€ngig davon, wie wichtig die produzierten GĂŒter sind.

Warum das eigentlich so ist, scheint sich kaum jemand zu wundern – ein Zeichen dafĂŒr, wie gut wir alle von Kindheit an, an die Sachzwangslogik des Kapitalismus gewöhnt sind. Aber man könnte da ja auch mal innehalten und ganz naiv fragen: Warum können Unternehmen, deren Produkte nicht besonders wichtig sind (oder – wie gĂŒnstige FlĂŒge oder Hotels – einfach im Moment nicht gefragt) nicht einfach fĂŒr ein paar Monate die Arbeit einstellen? Weder die RĂ€umlichkeiten, noch die Produktionsmittel wĂŒrden in der Zeit kaputt gehen und die Arbeiter*innen haben ihr Handwerk sicher auch nicht innerhalb weniger Wochen verlernt


Aber es stimmt ja und zeigt sich in den betroffeneren Branchen gerade ĂŒberall: Unternehmen, die im Kapitalismus auf Pause schalten, stehen innerhalb kĂŒrzester Zeit Finanzierungsnöten gegenĂŒber. Und kann dann – auch wenn der Bedarf an den Produkten wieder oder weiter besteht – vielleicht gar nichts mehr produziert werden.

Also bleiben die Fabriken geöffnet und dort wird sich auf rege weiter angesteckt. Schutzmaßnahmen bleiben grĂ¶ĂŸtenteils der „Eigenverantwortung“ der Unternehmen ĂŒberlassen, die sich – je nach Wert der Arbeitskraft – eher sparsam zeigen. Die Gesundheit der Wirtschaft wird so ĂŒber die der Bevölkerung priorisiert. Das ist nicht ĂŒberraschend, muss jedoch auch nicht als quasi natĂŒrliche SelbstverstĂ€ndlichkeit akzeptiert werden. Eine Produktionsweise, die auf BedĂŒrfnisbefriedigung, statt Kapitalvermehrung verpflichtet ist, hĂ€tte aller Wahrscheinlichkeit nach kein Problem damit, die Produktion einfach fĂŒr ein paar Monate runterzufahren und dann sĂ€mtliche produktiven Ressourcen einfach weiterzunutzen wie zuvor. Warum auch?

Immerhin soll, wenn möglich, die Arbeit ins Home-Office verlegt werden (wo sich, vor allem weiblich-gelesene, ArbeitskrĂ€fte dann parallel um die zu Hause bleibenden Kinder und anderer Care-Arbeit kĂŒmmern mĂŒssen). Unternehmen im Nonfood-Einzelhandel schließen zeitweise, die Gastronomie sowie die Reise- und Veranstaltungsbranche muss mit grĂ¶ĂŸeren EinschrĂ€nkungen umgehen (deren Kosten sie, wo möglich, auf die Arbeiter*innen abwĂ€lzen).

Noch vor Umsetzung dieser Regelungen, wird auch schon ĂŒber sie gestritten. Nach knapp zwei Monaten ist sind sich Politik und Öffentlichkeit mehr oder weniger einig: Öffnungen mĂŒssen her – und zwar schnell. Weniger um die Grundrechte und das LebensgefĂŒhl der Bevölkerung zu schĂŒtzen – sondern vor allem weil die Wirtschaft den sinkenden Konsum nicht aushĂ€lt.
Die Pandemie ist zwar alles andere als unter Kontrolle und Infektions- wie Todeszahlen werden nach der Öffnung voraussichtlich wieder ansteigen, aber „offensichtlich“ können Unternehmen keinen lĂ€ngeren Ausnahmezustand aushalten. Manche machen sich sogar Sorgen, ob die Menschen nach dieser lĂ€ngeren Ruhepause ĂŒberhaupt noch Lust empfinden, zu ihrem vorherigen Konsumgewohnheiten zurĂŒckzukehren. Auf jeden Fall seien das Wirtschaftswachstum und damit auch die ArbeitsplĂ€tze und letztlich die Versorgung der Gesellschaft insgesamt gefĂ€hrdet. So gab die OECD schon im MĂ€rz zu bedenken, dass jeder Monat, in dem in einem Staat AusgangsbeschrĂ€nkungen existieren, „das jĂ€hrliche Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte“ senkt. WĂ€hrend die Korona-Krise andauert, sieht mensch sich mit einer weiteren, mit ihr politisch in Konkurrenz gesetzten, konfrontiert: der bevorstehenden Weltwirtschaftskrise.

Laut Wikipedia handelt es sich bei einer solchen Krise um die Phase einer deutlich negativen Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Auch hier könnte mensch naiv nachfragen, was denn das schlechte daran sei. Warum sollte eine Wirtschaft immer weiter wachsen mĂŒssen – noch dazu in Zeiten einer bedrohlichen KlimaerwĂ€rmung und Umweltverschmutzung. Was ist denn an der ProduktivitĂ€t von bsplw. 2015 auszusetzen? Damals liesen sich doch – zumindest theoretisch – auch schon alle Menschen gut versorgen. Es ist ja nicht so als sei die europĂ€ische Bevölkerung seitdem maßgeblich gestiegen. Und ist es nicht eigentlich etwas gutes, wenn die ProduktivitĂ€t höher ist als die Nachfrage? Alle dĂŒrfen ein paar Stunden weniger arbeiten? Nein?

Leider Nein. Im Kapitalismus fĂŒhrt einbrechender Konsum leider nicht einfach zu ausgedehnter Freizeit. Es wird nicht nur etwas weniger von etwa der neusten Klamotten- und Automode produziert, sondern die Produktion wird durch die vielbeschworene unsichtbare Hand des Marktes in eine AbwĂ€rtsspirale gedrĂŒckt, durch welche sie zu grĂ¶ĂŸeren Teilen vollstĂ€ndig zum Stehen kommt. In einer Wirtschaftskrise ist dann zwar noch alles Notwendige unbeschadet vorhanden, um all die nĂŒtzlichen Dinge zu produzieren, aber fĂŒrs Gewinne machen auf dem Markt lohnt es sich nicht mehr. Auch dort, wo es noch nachgefragt wird, auch dort wo sogar GrundbedĂŒrfnisse betroffen sind.

Nicht alle Ă€ußern sich so radikal wie diejenigen Neoliberalen und Konservativen, die wörtlich dazu auffordern fĂŒr das Wirtschaftswachstum der Nation zu sterben – aber die allgemeine Botschaft der Politik und Öffentlichkeit ist klar: „die Profite haben schon genug gelitten, mehr geht nun wirklich nicht!“. Und von diesen Profiten ist in dieser Gesellschaft eben alles – vom Arbeitslosengeld bis zur Versorgung von Kranken und Alten – abhĂ€ngig gemacht. DemgegenĂŒber muss ein Bestehen auf den Schutz der körperlichen Unversehrtheit naiv erscheinen.

Die Angst vor ĂŒberlasteten KrankenhĂ€usern – oder warum wirtschaftliche Vernunft ungesund ist.

„Flatten the Curve“ – so lautet zusammengekĂŒrzt das Prinzip, um dessen Einhaltung sich die Maßnahmen der (meisten) Regierenden bemĂŒhen. Die Ansteckungsrate soll so weit gesenkt werden, dass sich die Erkrankungen auf einen ausreichenden Zeitraum verteilen und so die KapazitĂ€ten des Gesundheitssystems nicht ĂŒberlasten. Das wirkt erst einmal sehr sachlich und unpolitisch. Nun zeigt sich, dass der erste Faktor, die Ansteckungsrate, sehr vom Fortlaufen der Profite abhĂ€ngig gemacht wird.

Wie sieht es mit der Obergrenze, den KapazitÀten der Gesundheitssysteme aus?

Schon seit langem kĂ€mpfen Angestellte im Gesundheitssystem gegen schlechte Arbeitsbedingungen, Unterbezahlung und Unterbesetzung. In den letzten Jahren wurde das Gesundheitswesen in Deutschland zunehmend nach marktwirtschaftlichen Prinzipien umgebaut. KrankenhĂ€user wurden unter Druck gesetzt, Profite zu erwirtschaften und sich danach zu orientieren, welche Abteilungen, welche Behandlungen und welche Art Patient*in mehr Gewinn oder Kosten verursachen. Entsprechend unbequem erscheinen ihnen Krankheiten mit unbekannten und komplexen VerlĂ€ufen. Die Auslastung der Betten muss unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit ebenso maximiert werden wie die Zunahme der ArbeitsintensitĂ€t. Da man bei den Geraten relativ wenig sparen kann, wird vor allem beim Personal gekĂŒrzt – und insbesondere bei der Pflege ĂŒber Jahre hinweg Löhne gedrĂŒckt und Stellen abgebaut. Mittlerweile ist oft jeder Arbeitsschritt wie mit der Stoppuhr getaktet. Menschen die unter diesen UmstĂ€nden arbeiten wollen, finden sich immer weniger, so das offene Stellen zunehmend weniger besetzt werden können.

Das Arbeit, die im Gesundheitssystem stattfindet, war auch vor COVID-19 fĂŒr das Wohlbefinden und oft sogar (Über-)Leben der Betroffen zentral. Und (fast) niemand konnte ausschließen, mal im Krankenhaus oder Altenheim zu landen – und dann von den dortigen Bedingungen abhĂ€ngig zu sein. Trotzdem bleibt die Versorgung schon immer weit hinter den Möglichkeiten und BedĂŒrfnissen zurĂŒck, auch in reichen LĂ€ndern, wie Deutschland oder Amerika. Es wurden sogar in wirtschaftlich „guten“ Zeiten massenhaft KapazitĂ€ten abgebaut. Dabei ist es nicht so, dass sich je ein Patient ĂŒber freie Betten, zu viel Aufmerksamkeit der Pfleger*innen oder halbwegs ausgeschlafene Ärzt*innen beschwert hĂ€tte. Die Erfahrung sind hier eher volle Zimmer oder das Schlafen auf dem Gang, was schon wegen der LautstĂ€rke einer Heilung (geschweige denn schönen Zeit) sehr entgegen wirkt. Das monatelange Warten auf wichtige Operationen erscheint auch nicht besonders erstrebenswert. Und dem Personal und den Bewohner*innen der Pflegeeinrichtungen wĂŒrde es sicher gut tun, etwas mehr soziale Zeit miteinander verbringen zu können.

Warum wird, gerade wo ArbeitsplĂ€tze doch angeblich so wichtig sind, dann nicht mal massenhaft zusĂ€tzliche Arbeit in diese Bereiche gelenkt? Sicher nicht einfach aufgrund von mangelnder WertschĂ€tzung oder der falschen PrioritĂ€tensetzung – als wĂŒrde sich iergendjemand dafĂŒr aussprechen, statt fĂŒr ein gutes Leben aller im Alter zu sorgen, doch lieber die Herstellung von allem Möglichen Plastikschrott zu priorisieren (solange er sich mit ausreichend Werbung gerade noch verkaufen lĂ€sst). Der Grund, weshalb dennoch genau das passiert, ist schlicht und einfach, dass sich mit der Gesundheit, zumindest der allermeisten, verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig schlecht Geld verdienen lĂ€sst. FĂŒr den Staat treten sĂ€mtliche Einrichtungen und Maßnahmen, sofern er sich ĂŒberhaupt darum kĂŒmmert, ohnehin erst einmal als Kosten auf. Geld das in die gesetzlichen Krankenkassen eingezahlt wird, ist ein Abstrich von den Gewinnen der Arbeitgeber oder dem Konsum der Arbeitnehmer. Und fĂŒr private Unternehmen und Krankenkassen, die Gewinne erwirtschaften (mĂŒssen), stellt nur ein kleiner Teil der Bevölkerung attraktive Kundschaft dar. Das Ausbauen von KapazitĂ€ten fĂŒr das eventuelle Eintreten einer Pandemie – und mögen Wissenschaftler noch so regelmĂ€ĂŸig davor warnen, ist ökonomisch gesehen, ohnehin völlig unvernĂŒnftig.

So trifft Covid-19 auf ein, nach aller Vernunft der Marktwirtschaft zusammengeschrumpftes, dauerhaft möglichst komplett ausgelastetes Gesundheitssystem. Da die Normalversorgung in KrankenhĂ€usern schon immer nahe an der Belastungsgrenze und unter teilweise skurrilen Arbeitsbedingungen stattfindet, gibt es wenig Luft nach oben. Also mĂŒssen folgerichtig alle nicht ĂŒberlebenswichtigen Behandlungen erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben werden – und auf eine möglichst niedrige Infektionskurve gehofft. Womit die Resultate der profitorientierten Gesundheitsversorgung mit den Profiten der restlichen Wirtschaft aneinandergeraten (siehe oben) – und so von beiden Seiten auf eine gesundheitliche und/oder wirtschaftliche Krise hinwirken.

Dabei steht Deutschland mit seinem (noch) vergleichsweise belastungsfĂ€higem Gesundheitssystem besser da, als etwa Spanien und Griechenland, die im Zuge der ihnen im Rahmen der Eurokrise aufgebĂŒrdeten AusteritĂ€tspolitik massive Einschnitte in ihren Gesundheitssystemen vorgenommen haben – und auch deswegen eine deutlich höhere Todesrate zu verzeichnen mĂŒssen. Im globalen SĂŒden, wo die Bevölkerung fĂŒr das internationale Kapital grĂ¶ĂŸtenteils nur als billige Arbeitskraft von Interesse war und sich (auch) deswegen nie die Steuereinnahmen oder die wirtschaftliche Notwendigkeit fĂŒr ein gutes Gesundheitssystem ergeben haben, wird die Lage noch schlimmer ausfallen.

Und so vieles mehr.

Das Thema Corona und Kapitalismus bleibt hier nur angerissen. Es liese sich noch einiges schreiben. DarĂŒber etwa, wie die bestehenden sozialen Ungleichheiten die Last der Krise nicht nur sehr ungleich verteilen, sondern sie auch immer wieder aufs neue antreiben. Über Menschen die massenhaft Masken und Desinfektionsmittel aufkaufen um sie zu horrenden Preisen wieder zu verkaufen; rivalisierenden Fluggesellschaften die hunderte GeisterflĂŒge fliegen, aus Angst ihre jeweiligen Slots auf den Flughafen zu verlieren; von den großen Pharmafirmen, welche die Entwicklung von neuen Antibiotika und Virostatika als unwirtschaftlich aufgegeben haben oder dem dem nationalen Gegeneinander der konkurrierende Nationalstaaten in Krisenzeiten.

Ich denke jedoch, dass auch die unvollstĂ€ndige Auseinandersetzung klar macht, dass wir es keineswegs mit einer Krise von Außen, sondern mit einer Krise durch unser politisches und wirtschaftliches System zu tun haben. Das Symptom heißt Corona, die Krankheit heißt Kapitalismus.

Autor*in: Finn
Mitglied der iabf

Fußnoten:




Quelle: Anarchie-frankfurt.org