MĂ€rz 12, 2021
Von Indymedia
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Im folgenden Text wird es auch um Themen gehen, die fĂŒr einige emotional beanspruchend sein können. Bitte holt euch UnterstĂŒtzung von solidarischen Menschen oder ĂŒberspringt den entsprechenden Abschnitt, wenn Ihr unsicher seid. Inhaltliche Hinweise: Trans- und Interfeindlichkeit, Misgendern, Diskussion um “Frauen*”, ErwĂ€hnung von Genitalien, Menstruation, Verweis auf Verfassungsschutz, Geschlechtszuweisung, “biologisches Geschlecht”

Am Ende ist ein kurzes Glossar, um ein schnelles Nachschlagen von Worten zu ermöglichen.

Hintergrund – oder: warum ĂŒberhaupt die Diskussion?

Erst war es das Binnen-I (zum Beispiel AntifaschistInnen), jetzt der „Genderstern“ (zum Beispiel Antifaschist*innen). Immer mehr Menschen, Organisationen und sogar Konzerne verĂ€ndern ihre Schreib- und Sprechweisen. Hin zu mehr Vielfalt, wie es auf den ersten Blick scheint. (Da das Thema Antikapitalismus und Queerness hier zu kurz kommt verweisen wir auf unsere GrĂŒndungserklĂ€rung.)

Das Binnen-I war dazu gedacht Weiblichkeiten in Gruppenbezeichnungen sichtbarer zu machen und sich deutlicher auszudrĂŒcken. Es entstand zu einer Zeit, als auch in der Linken stark in zwei Geschlechterkategorien gedacht wurde. Bis heute findet sich das Binnen-I noch in vielen gesellschaftlichen Bereichen, ist aber ĂŒberholt, da es alle Geschlechter jenseits von “Mann” und “Frau” nicht anspricht.

So ist es bei “100 Antifaschisten besetzen Haus” unklar, ob das jetzt eine große Gruppe Antifa MĂ€nner(*) war oder Antifas verschiedener Geschlechter. “100 AntifaschistInnen besetzen ein Haus” wird da schon eindeutiger, doch immer noch sind hier nicht alle reprĂ€sentiert. Um dies zu tun, haben sich verschiedene Wege durchgesetzt. Unter anderem sind das verschiedene Sonderzeichen, die ihr sicher schon gesehen habt: Antifaschist*innen, Antifaschist_innen und Antifaschist:innen sind die gelĂ€ufigsten. Auch wenn der “Genderstern” (Sprachwissenschaftlich korrekt eigentlich “Asterisk”) wohl am bekanntesten ist, gibt es viele Argumente fĂŒr die unterschiedlichen Lösungen. Unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit gibt es beispielsweise noch gibt einen laufenden Diskurs darĂŒber, eine eindeutige Aussage kann also nicht getroffen werden.

Alle anzusprechen und keine Leute unter den Tisch fallen zu lassen, ist eine solidarische und sinnvolle Sache. Dieser Diskussionsbeitrag bezieht sich nun konkret darauf, wenn es eben nicht um Menschen aller Geschlechter geht wie am Beispiel der 8.-MĂ€rz-BĂŒndnisse oben erlĂ€utert.

Geschlecht als gesellschaftliches Konstrukt

Was sagt der Genderstern hier nun konkret aus? Einige finden, er könne die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlechtern sichtbar machen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass Geschlecht keine feststehende Kategorie ist. Gemeint ist hĂ€ufig nur das sogenannte “soziale Geschlecht”. Dass dies nur eine willkĂŒrlich aufgebaute Kategorie ist, wird schnell deutlich, wenn wir vergleichen, wie unterschiedliche Rollenbilder und Geschlechterstereotypen in verschiedenen Zeiten und Gesellschaften existiert haben. Die heute so feminin konotierte Farbe rosa war beispielsweise lange eine maskuline Farbe und entgegen der hĂ€ufigen Annahme, Frauen hĂ€tten bereits in der Steinzeit ihren Platz an der Feuerstelle gehabt, zeigt die Forschung immer mehr, dass sie ebenso an der Jagd beteiligt waren.

>>Inhaltlicher Hinweis: Genitalien, Geschlechtszuweisung, “biologisches Geschlecht”

Doch auch das sogenannte “biologische Geschlecht” ist nicht in Stein gemeißelt. Zugeordnet wird Geschlecht an SĂ€uglingen allein anhand der Ă€ußeren Genitalien. Was als “biologisches Geschlecht” bezeichnet wird, ist aber eine Zusammensetzung aus Ă€ußeren und inneren Organen, sekundĂ€ren “Geschlechtsmerkmalen”, dem Hormonhaushalt und den Genen.

Faktisch gibt es somit viele Kombinationsmöglichkeiten dieser Merkmale, die in relevanter HĂ€ufigkeit vorkommen. Damit ist es keine Randerscheinung nicht in die vorherrschende Schublade eines staatlich anerkannten Geschlechts passen. ZusĂ€tzlich Ă€hnelt jede Kategorie statt zwei starren “Schubladen” eher einem Spektrum mit unzĂ€hligen Verschiedenen AusprĂ€gungen.

Auch werden Merkmale wie innere Organe, Hormonhaushalte und Chromosom Paarungen bei vielen Menschen ein Leben lang nicht ermittelt. Viele wissen also gar nicht, welchem “biologischen Geschlecht” sie nĂ€her sind, und beziehen sich verkĂŒrzt auf die Genitalien. So wird auch der staatliche Geschlechtseintrag nur anhand der Ă€ußeren Genitalien kurz nach der Geburt bestimmt. Alle anderen Merkmale, die das Konstrukt “biologisches Geschlecht” ausmachen, werden nicht geprĂŒft. Manche können vor der PubertĂ€t auch gar nicht oder nur sehr aufwĂ€ndig geprĂŒft werden.

>>Ende Inhaltlicher Hinweis: Genitalien, Geschlechtszuweisung, “biologisches Geschlecht”

Wenn es bei Frauen*/MĂ€nner* aber einzig um die gesellschaftliche Konstruktion geht, warum wird dann nur bei Geschlecht darauf hingewiesen und nicht bei allen Konstrukten? Konsequenter Weise mĂŒsste dann auch vom Kapitalismus* oder Staaten* gesprochen werden. Diese sind ebenso Konstrukte, welche dieser Logik nach mit Sternchen versehen werden mĂŒssten. Bei einzelnen BeitrĂ€gen in Linken Ecken werden solche Konstrukte mit AnfĂŒhrungszeichen markiert.

>>Inhaltlicher Hinweis: Verfassungsschutz, Misgendern

Einen Anwendungsraum, wo es ganz gut funktioniert, die Bedeutung von Begriffen aktiv in Frage zu stellen, sehen wir, wenn zum Beispiel der „Verfassungsschutz“ in AnfĂŒhrungszeichen gestellt wird (siehe de.indymedia.org/node/83275 oder http://raxuatgmxdvnp4no.onion/node/158984640083275/ Inhalte: Repression, Jugendhilfe, Verfassungsschutz). Dies bringt aber immer auch eine Abwertung mit sich, die beim „Verfassungsschutz“ nicht unangebracht sein mag. Wenn durch ein Sternchen oder AnfĂŒhrungszeichen aber die GeschlechtsidentitĂ€t abgewertet wird, ist dies nicht nur ĂŒbergriffig, sondern definitiv auch diskriminierend. Auskunft ĂŒber eine GeschlechtsidentitĂ€t kann letzten Endes nur die Person selbst geben. Dies zu missachten (auch misgendern genannt) spricht der Person die Selbstbestimmtheit und FĂ€higkeit sich selbst einzuordnen ab.

>>Ende Inhaltlicher Hinweis: Verfassungsschutz, Misgendern

Wer ist eigentlich gemeint?

>>Inhaltlicher Hinweis: Menstruation

Um die Thematik noch besser zu verstehen, lasst uns genauer anschauen, an wen wir denken, wenn wir von MĂ€nnern*/Frauen* sprechen. HĂ€ufig werden nicht nur die gemeint, die sich mit einem Geschlecht identifizieren, sondern auch bestimmte Eigenschaften damit verknĂŒpft. Das können oberflĂ€chliche Dinge wie das Aussehen (femininer, maskuliner, androgyner Stil) betreffen, aber auch deutlich privatere Informationen zum Beispiel, ob eine Person menstruiert.

Gehen wir zu einem ganz konkreten Beispiel: Die Menstruation. Ganz klar muss es eine Endstigmatisierung dieser geben. Veranstaltungen zu diesem Thema finden jedoch hĂ€ufig im Rahmen von „Frauen*-Abenden“ statt oder werden mit Slogans wie „FĂŒr Ladies“ beworben. Jedoch lĂ€sst sich nicht der RĂŒckschluss ziehen, dass Frauen grundsĂ€tzlich von Menstruation betroffen seien. Dazu gehören die Wechseljahre, Menschen vor Einsetzen der Menstruation, durchgĂ€ngiges Einnehmen der Pille, manche trans-(weiblichen) Personen und manche inter* Personen. Ebenso sind nicht alle Menschen, die menstruieren, Frauen. Vor allem sind inter* Personen und trans MĂ€nnlichkeiten betroffen, von denen manche menstruieren und trotzdem nicht weiblich sind.

Wenn es darum geht, ein Umfeld fĂŒr menstruierende Menschen zu schaffen, ohne dass cis MĂ€nner dabei sind, mĂŒsste die Zielgruppe sehr viel prĂ€ziser beschrieben werden: “menstruierende Personen” statt “Frauen(*)”. Dass es absolut wĂŒnschenswert wĂ€re, dass MĂ€nner, die noch nie menstruiert haben, sich selbstĂ€ndig mehr ĂŒber die Menstruation aufklĂ€ren wĂŒrden, ist nochmal ein ganz anderes Thema.

AlternativorschlÀge:

Wenn gesagt werden soll, dass bei einem Sexismus-Workshop alle negativ von (Cis-)Sexismus betroffenen willkommen sind, also alle außer cis MĂ€nnern, dann bietet sich FINTA (Frauen, inter*, nicht-binĂ€r, trans, agender) an.

Wenn es darum Menschen geht, eine Band zu grĂŒnden, die sich mit den Lebenswelten von queeren aber nicht cisgeschlechtlichen Menschen auseinandersetzt, wĂ€re QuINTA (Queer, inter*, nicht-binĂ€r, trans, agender) passend.

Oder eben direkt umschreiben, wenn es um eine Gruppe mit bestimmten Körperfunktionen oder Körperteilen geht. Der nĂ€chste Thementag zur Menstruation könnte also wie folgend angekĂŒndigt werden: “Herzliche Einladung an alle, die menstruieren (können)”.

>>Ende Inhaltlicher Hinweis: Menstruation

Geschlechtliche Spektren – wem nĂŒtzt das?

Bereits seit Anfang des Textes sprechen wir darĂŒber, dass der Genderstern mehr Menschen ansprechen soll. Dieser Absatz soll die Interessen verschiedener betroffener Personengruppen aufzeigen und erklĂ€ren. Dabei ergibt sich ein FĂŒr und Wider, was dieser Text nicht werten möchte, da wir die BedĂŒrfnisse keiner der Gruppen höher werten als die der anderen.

>>Inhaltlicher Hinweis: Beschreibung von Misgendern

Beginnen wir mit der Perspektive von binĂ€r-geschlechtlichen trans Personen, also den trans Menschen, die ausschließlich Mann oder Frau sind. FĂŒr sie bleibt mit dem Genderstern der Interpretationsspielraum es seien bei “Frauen*” sowohl Frauen als auch eine undefinierte Gruppe an “Sternchen” gemeint. Diese “Sternchen” gehören allerdings nicht zu den “richtigen” Frauen, sonst mĂŒsste der Genderstern ja nicht dort sein. Somit wird binĂ€ren trans Menschen ihr Frau/Mann-Sein abgesprochen. Dabei sind trans Frauen Frauen und trans MĂ€nner MĂ€nner. Mit dem Genderstern wird zwar eine queerfreundlicher Anschein geschaffen, es findet aber keine tatsĂ€chliche Auseinandersetzung statt. Dies muss in einer schlechten Umsetzung enden und folglich scheitern.

Aus der Sicht von inter* Personen können sich aus dem Stern Vorteile ergeben. Zur besseren Transparenz möchten wir darauf hinweisen, dass dieser Absatz nur unser Gelerntes wiedergibt. Wir sprechen aus dyadischer Perspektive. Wir wollen inter* Genoss*innen nicht unbenannt lassen. Wir halten es fĂŒr notwendig, Ausarbeitungen von inter* Genoss*innen zu lesen.

Als Einstieg empfehlen wir dieses umfangreiche Sachbuch: Voß, Heinz-JĂŒrgen: IntersexualitĂ€t – Intersex. Eine Intervention. unrast transparent – geschlechterdschungel.

Einige inter* Menschen sind MÀnner oder Frauen, dennoch gibt es einige, die nicht Teil des Zwei-Geschlechter-Systems sind. Das Sternchen kann ihre teils komplizierten VerhÀltnisse zu Geschlecht widerspiegeln. Er zeigt das Spannungsfeld, sich nicht klar zuordnen zu können, zu wollen oder stets von MÀnnern wie Frauen ausgeschlossen zu werden.

Betrachten wir dies am Beispiel eines MĂ€nner*abends: in diesem Fall eröffnet der Genderstern RĂ€ume fĂŒr Menschen, die sich nicht in binĂ€ren Geschlechterkategorien wiederfinden. Er spricht explizit Menschen an, die sich teilweise, aber nicht vollstĂ€ndig mit dem Konzept von MĂ€nnlichkeit identifizieren, darunter fallen auch manche inter* MĂ€nner.

FĂŒr dyadische nicht-binĂ€re Personen, kann ein recht Ă€hnlicher Effekt dazu fĂŒhren, den nicht vollstĂ€ndig weiblichen oder mĂ€nnlichen Teil ihrer IdentitĂ€t zu reprĂ€sentieren.

Auf der anderen Seite sind aber gerade nicht-binĂ€re Personen auf diese Weise auch unsichtbar, weil sie bei „Frauen*/MĂ€nner*“ “mitgemeint” sind. Dies zeigt sich schon daran, dass die Formulierung “nicht-binĂ€re Person*” (mit Sternchen) sicher den meisten noch nie begegnet sein wird. Nicht-binĂ€re Menschen werden durch das “mitgemeint sein” einfach hĂ€ufig nicht explizit als Gruppe erwĂ€hnt und auch MĂ€nner und Frauen ihnen je nach Kontext nicht zugerechnet. Es entsteht die Gefahr fĂŒr nicht-binĂ€re Menschen, sich fĂ€lschlich angesprochen zu fĂŒhlen und dann Gewalt, DemĂŒtigung und Entfremdung zu erfahren.

>>Ende Inhaltlicher Hinweis: Beschreibung von Misgendern

Historische BezĂŒge bewahren und wandeln

Nichts desto trotz kann es sinnvoll sein von Frauen* zu sprechen, wenn dies wie zum Beispiel beim 8. MĂ€rz auch einen historischen Bezug hat. Der 8. MĂ€rz hat seinen Ursprung in der Wahlrechtsbewegung fĂŒr Weiblichkeiten.

Damit bezog er sich in seinen Forderungen nur auf vermeintliche Frauen. Hier kann es eindeutiger sein, ausschließlich von Frauen zu sprechen, denn um andere von Sexismus betroffenen Gruppen ging es zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaum. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch auf die Frauenbewegung, sodass nun zum Beispiel im Bezug au die 80er bewusst von der Frauen-Lesben-Bewegung gesprochen wird.

Inzwischen bezieht diese Weiterentwicklung mehr und mehr negativ vom Patriarchat betroffene Gruppen ein (z.B. nicht-binĂ€re Personen), die sich nicht zwingend dem weiblichen Spekrtrum zurechnen mĂŒssen. QuINTAs sind schon lange in feministischen Gruppen und so auch in 8. MĂ€rz BĂŒndnissen und KĂ€mpfen organisiert. Unsere Anwesenheit und Arbeit wird unsichtbar gemacht, unter anderem, indem wir nicht benannt werden. Wie bereits in diesem Text erklĂ€rt, ist der Begriff “Frauen*Kampftag” keine Benennung von uns. Das breite Spektrum aller KĂ€mpfenden kann jedoch in dem Begriff “feministischer Kampftag” ausgedrĂŒckt werden.

Und jetzt? Versuch eines Fazits

Wie bereits zu Beginn angekĂŒndigt, können wir an dieser Stelle keine perfekte Lösung anbieten. Das wollen wir euch auch nicht abnehmen. Viel mehr hoffen wir einen Einstieg und groben Überblick ĂŒber die verschiedenen Pros und Contras prĂ€sentiert zu haben. Wir hoffen, dass wir AnstĂ¶ĂŸe geben konnten, sich nicht mehr nur auf einer bequemen Lösung auszuruhen, weil der Genderstern alles und nichts bedeuten kann. Vielmehr freuen wir uns auf viele durchdachte Formulierungen, die sich danach richten, wer gemeint ist und dieser Gruppe mit ihren BedĂŒrfnissen gerecht werden.

Gegen Mackern und Sexismen, fight the power, fight the cistem!

FĂŒr einen kraftvollen und kĂ€mpferischen 8. MĂ€rz!

Glossar

Agender: Die Abwesenheit oder Leere von GeschlechtsidentitÀt

androgyn: Vermischung von als feminin und maskulin betitelter Eigenschaften oder Eigenschaften, die sich einer Einordnung in diese Kategorien gÀnzlich entziehen

Asterisk: Sprachwissenschaftliche Bezeichnung fĂŒr das Gendersternchen

binÀres Geschlechtersystem: System, laut dem es nur zwei Geschlechter gibt: mÀnnlich und weiblich. Weitere Geschlechter werden nicht anerkant.

cis: siehe trans/cis

dyadisch: siehe inter*/dyadisch

Entstigmatisierung: Abbau der Scham und des Schweigens, mit denen die Gesellschaft einem Thema begegnet

Inter*/dyadisch: Dyadische Menschen lassen sich auf Grundlage von staatlich-medizinischen Richtlinien ohne Weiteres dem mÀnnlichen oder weiblichen Geschlecht zurodnen. Manchmal wird statt dyadisch auch endogeschlechtlich gesagt. Alle, die nicht in diese strenge Unterteilung passen, werden als inter* bezeichnet.

FLINTA Personen: Frauen, Lesben, inter*, nicht-binÀre, trans oder agender Personen

MĂ€nnlichkeit/Weiblichkeit: Bezeichnung fĂŒr das maskuline/feminine geschlechtliche Spektrum, das explizit nicht nur MĂ€nner/Frauen einschließt. Es umfasst alle, die sich zu einem relvanten Anteil mit MĂ€nnlichkeit/Weiblichkeit identifizieren.

Misgendern: Verwendung von inkorrekter geschlechterspezifischer Sprache fĂŒr eine Person. Darunter fĂ€llt zum Beispiel die Beschreibung einer Person als “Frau”, obwohl die Person keine Frau ist.

nicht-binĂ€r: Bezeichnung fĂŒr Menschen, die keinem der binĂ€ren Geschlechter Mann/Frau angehören. Nicht-binĂ€r wird teils auch als nichtbinĂ€r geschrieben oder mit der englischen Bezeichnung nonbinary ersetzt.

trans/cis: Unter den Begriff trans können sich alle Personen fassen, deren Geschlecht nicht mit dem ĂŒbereinstimmt, was ihnen bei Geburt zugewiesen wurde, also z.B. damals in die Geburtsurkunde eingetragen wurde. Cis bezeichnet alle, deren Geschlecht mit diesem ursprĂŒnglich zugewiesenen Geschlecht ĂŒbereinstimmt.

Queerfeminismus: Strömung des Feminismus, die bewusst intersektional queere KÀmpfe mit einbezieht

Queer: Selbstbezeichnung (ursprĂŒnglich eine Beleidigung) von Menschen, die sich nicht innerhalb der westlichen gesellschaftlichen Normen von Geschlecht und Begehren wiederfinden. DarĂŒber hinaus ist Queer eine politischer Kampfbegriff, der sich gegen die bestehenden Kategorien von Geschlecht und Begehren wehrt.

QuINTA Personen: Queere, inter*, nicht-bnÀre, trans und agender Personen

WeiterfĂŒhrend zum Text:

Artikel einer trans Frau, warum der Genderstern nicht verwendet werden sollte: de.indymedia.org/node/85839 oder http://raxuatgmxdvnp4no.onion/node/159105600085839/

FaulenzA im Diskurs mit sich selbst ĂŒber den Genderstern: Support your sisters not your cisters. Über die Diskriminierung von Trans*Weiblichkeiten, Seite 69-71, edition assemblage.

Warum die transgeniale f_antifa sich vom Sternchen verabschiedet hat: http://transgenialefantifa.blogsport.de/2015/10/31/jetzt-neu-ohne-sternc…

Unsere GrĂŒndungserklĂ€rung, die sich auch mit dem VerhĂ€ltnis von Antikapitalismus und Queerness befasst: https://qintessenz.noblogs.org/post/2019/11/05/gruendungserklaerung

Grigowski, Zita: Trans*-Fiction. Geschlechtliche SelbstverstĂ€ndnisse und Transfeindlichkeit. unrast transparent – geschlechterdschungel.

Shonalika erklÀrt auf englisch wieso biologisches Geschecht ein Konstrukt ist: https://www.youtube.com/watch?v=N35D1jko6wA

Voß, Heinz-JĂŒrgen: Geschlecht. Wider die NatĂŒrlichkeit. Schmetterling Verlag.

Heiko Kunert zum Gendern und Barrierefeiheit: https://heikos.blog/2020/11/08/diskriminiert-das-gender-sternchen-blinde…

Allgemeine Verweise zu queerfeministischer Bildung:

Wörterbuch „geschickt gendern“: https://geschicktgendern.de/

Queer Lexikon: queer-lexikon.net

Queerulant_in (queerfeministische Zeitschrift): https://www.queerulantin.de/

Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter. Suhrkamp Verlag.




Quelle: De.indymedia.org