MĂ€rz 24, 2021
Von Rigaer94
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Uns erreichten in den letzten Wochen viele solidarische Grußbotschaften.

Zum Beispiel Botschaften an einer SPD Fassade, Bannerdrops, Konzerte, Kundgebungen, Solifotos, einem fetten Piece im U Bahn schacht, gesmashte und abgefackelte Autos. Ihr habts richtig krachen lassen! Jede einzelne Aktion bedeutet sehr viel, nicht nur uns, sondern stehen sie in einem großen Kampf gegen VerdrĂ€ngung und die Stadt der Reichen.

Jede Aktion, egal in welcher Form auch immer, macht deutlich, dass es viele Menschen sind, die fĂŒr die Idee eines alternativen Lebens in der Großstadt und emazipatorische KĂ€mpfe, einstehen.

Wir freuen uns jedes Mal zu sehen, wenn sich Menschen diesem Kampf anschließen, autonom aktiv werden und dieses Haus als etwas sehen, wofĂŒr es sich zu kĂ€mpfen lohnt.

Das diese Bewegung groß ist und viele Menschen einschließt, hĂ€lt die Staatsmacht sie fĂŒr besonders gefĂ€hrlich. Sie sind ziemlich ĂŒbermotiviert wenn es um das warm halten von Spekulationsobjekten geht. Das ist nĂ€mlich genau das, was Wohnraum fĂŒr diese vom Kapitalismus gelenkten Menschen am Ende ist. Lediglich ein Spekulationsobjekt. Kalte, charakterlose WĂ€nde mit denen es heutzutage leichter als alles andere ist, Geld anzuhĂ€ufen. Das Wohnraum jedoch viel mehr bedeutet, ĂŒberschreitet deren Horizont. RĂ€ume dienen nicht nur dem individuellen dahinvegitieren vor der Glotze. Sie sind Treffpunkte, Lebensmittelpunkte, sie werden kollektiv gestaltet. Gerade besetzte RĂ€ume bieten uns eine Möglichkeit in GroßstĂ€dten, uns so im Zusammenleben zu organisieren, wie wir es fĂŒr richtig halten und nicht, wie der Kapitalismus es von uns verlangt.

Wenn es also um Lebensgestaltung außerhalb von den Scheuklappen des Profits geht, gibt sich der Staat besonders große MĂŒhe, Menschen einzuschrĂ€nken und mit Repression zu ĂŒberhĂ€ufen. Die Staatmacht fĂŒhlt sich nicht nur dazu berufen, fĂŒr Recht und Ordnung zu sorgen, es geht eben dabei um mehr, um ein diffamieren von den Ideologien aller Menschen, die sich gegen das System organisieren.  Darum, dass die Menschen, die sich RĂ€ume aneignen, als klares Feindbild gezeichnet werden. FĂŒr den Staat ist es eben unfair, wenn Leute sich nach ihren Idealen organisieren, wĂ€hrend der einzelne kleine Bulle doch so hart ackern muss und ganz neben bei auch ein ganz „individuelles“ Problem gegen Besetzer*Innen hat.

Also waren die GesetzeshĂŒterinnen auch in den letzten Wochen fleißig am Repressionen verteilen. Viele Menschen auch in dem Kontext der Soliaktionen rund um die R94 hat es getroffen.

So wurden vorletzte Woche nach dem Solikonzert in der Rigaer Str. mehrere Menschen festgenommen. Und etliche Zeitungen titelten mit der „spektakulĂ€ren Verfolgungsjagd“ auf die Sprayer*innen, die das Piece „Wir bleiben alle“ Voltastraße gemalt haben.

Das ist an alle, die von der WillkĂŒr der Repression betroffen sind. Meldet euch bei uns, schreibt uns eine E-Mail oder kommt rum. Wir können versuchen euch dabei zu unterstĂŒtzen, sei es mit Kohle, GesprĂ€chen oder Anwaltskontakten.

Wir feiern jede Aktion, die im Namen der SolidaritĂ€t mit den aktuell bedrohten FreirĂ€umen und somit auch mit der Rigaer94 passieren. SolidaritĂ€t ist unsere stĂ€rkste Waffe, ihr seid nicht allein. Wir freuen uns auf alles, was in der nĂ€chsten Zeit auf den Straßen zu sehen ist.




Quelle: Rigaer94.squat.net