November 21, 2021
Von Indymedia
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+ Triggerwarnung: In dem folgendem Text wird beispielhaft auf patriarchale Gewaltformen eingegangen. +

 

„Gewalt hat viele Gesichter“ – eine altbekannte Phrase, die uns allen gelĂ€ufig sein sollte. Dass diese Phrase jedoch fĂŒr etwa die HĂ€lfte der Menschheit die bittere und noch dazu fast alltĂ€gliche RealitĂ€t darstellt, das scheint vielen nicht bewusst zu sein.

Oder warum sonst wird seitens des Staates und seiner Justiz, dem Großteil der Gesellschaft und den Medien gegen die omniprĂ€sente Gewalt gegen Frauen kaum irgendetwas Ernstgemeintes unternommen? Diese Frage ist natĂŒrlich rein rhetorischer Natur.

 

Die UnterdrĂŒckung der Frau ist in der patriarchalen, kapitalistischen Gesellschaft tief strukturell verankert. So ist es zum Beispiel auch heute noch normal, dass die unbezahlte Reproduktionsarbeit zumeist allein von Frauen ausgerichtet wird, Frauen fĂŒr die gleiche Lohnarbeit weniger Geld bekommen als ihre mĂ€nnlichen Kollegen und der Großteil der in Altersarmut lebenden Menschen weiblich ist.

 

Die genannten Beispiele sind allein ökonomische Formen von Gewalt gegen Frauen und somit lediglich ein winziger Teil von der patriarchalen Gewalt insgesamt, der Frauen ausgesetzt sind.

Ob sexuelle BelĂ€stigung am Arbeitsplatz, dumme Anmachversuche auf der Straße, subtil sexistische Kommentare im eigenen Freundeskreis, Mobbing im Internet oder der eifersĂŒchtige Freund, dem zu Hause ab und an „aus Leidenschaft“ die Hand ausrutscht – fĂŒr Frauen gibt es kaum noch Orte, an denen sie sicher vor Gewalt sind.

 

Und bringt eine Betroffene einmal den Mut auf, einen TĂ€ter zu benennen, so vergeht kaum ein Augenblick, bis die ersten Zweifler ihre GlaubwĂŒrdigkeit in Frage stellen. Seien es Bullen, Richter, Vorgesetzte, Kollegen, Medien – es wird sich förmlich darum gerissen, den TĂ€ter zu decken.

In diesem Jahr wird der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen zum 40. Mal begangen. 40 Jahre unzĂ€hliger Gewalttaten gegen Frauen liegen zwischen dem 25.11.1981 und dem heutigen Kampftag. Man kann von zigtausend Femiziden – Morden an Frauen, weil sie Frauen sind – ausgehen, wenn man bedenkt, dass es allein in diesem Jahr bereits 126 registrierte FĂ€lle in Deutschland gab (Stand September 2021).

 

Die Aussichten scheinen dĂŒster. Wie sollten sie auch anders sein, wenn wir uns nach wie vor in demselben verdammten Ausbeuter-System befinden, welches darauf fußt, uns Frauen ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu verwehren? 

 

Sie wollen uns damit abspeisen, dass es Frauen in anderen LĂ€ndern viel schlechter ergehe als uns „unverschĂ€mten Emanzen“.

Dass Frauen anderswo einem noch krasserem Ausmaß an Gewalt ausgesetzt sind, wissen wir natĂŒrlich. Jedoch bekrĂ€ftigt uns das umso mehr dazu, uns auch in ihrem Namen gerade zu machen! Was rettet uns ein Wahlrecht, wenn die UnterdrĂŒckung stets dieselbe bleibt? Was nĂŒtzt es uns, wenn uns das Patriarchat tĂ€glich eine reindrĂŒckt?

 

Das Einzige, was uns wirklich rettet, ist der organisierte Kampf gegen Patriarchat und Kapital, der vereinte Kampf mit unseren Klassenschwestern und -brĂŒdern. Denn auch unsere mĂ€nnlichen Genossen sind Teil dieses Befreiungskampfes. AufklĂ€rungsarbeit muss Bewusstsein ĂŒber patriarchale Gewalt schaffen und dafĂŒr sorgen, dass Fehlverhalten reflektiert wird. Wir mĂŒssen uns gegenseitig stĂ€rken und der Vereinzelung und Konkurrenz entschlossen entgegen treten.

Weltweite Beispiele, etwa wie in Lateinamerika, Osteuropa und Afghanistan, haben uns in den letzten Jahren gezeigt, wozu unsere Genoss:innen fĂ€hig sind, wenn es heißt, sich gegen die permanente, ausufernde Gewalt aufzulehnen.

 

Lasst uns ein Beispiel an ihnen nehmen und diesem System endgĂŒltig den Kampf ansagen!

Denn Frauen die kÀmpfen, sind Frauen, die leben!

Kommt am 25.11. zu unserer Demo „Wir schlagen zurĂŒck! Gegen patriarchale Gewalt!“ GrĂŒner JĂ€ger.

 

Bitte tragt euren Mund-Nasen-Schutz, achtet auf die AbstÀnde und bleibt bei auftretenden Krankheitssymptomen zu Hause.

 

+ all gender sind willkommen + Es besteht die Möglichkeit nach der 8M BĂŒndnisdemo sich bei uns anzuschließen+ 




Quelle: De.indymedia.org