November 30, 2020
Von InfoRiot
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In den ersten drei Quartalen dieses Jahres hat es in Brandenburg nach vorlĂ€ufigen Angaben des Innenministeriums 160 Angriffe auf FlĂŒchtlinge und ihre UnterkĂŒnfte gegeben. Das ist ein RĂŒckgang um 58 Straftaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus den Antworten des Innenministeriums auf Anfragen der Linke-Landtagsabgeordneten Andrea Johlige hervor geht. Allerdings sind in den diesjĂ€hrigen Angaben noch nicht die Nachmeldungen aus der Polizeistatistik fĂŒr das dritte Quartal enthalten.    

268 Attacken gegen FlĂŒchtlinge im Jahr 2019

Im gesamten Jahr 2019 hatte die Polizei 268 Angriffe auf FlĂŒchtlinge und FlĂŒchtlingsunterkĂŒnfte registriert. Im Jahr zuvor waren es 241.

Auch die Zahl der rassistisch motivierten Straftaten sank den Angaben zufolge in den ersten drei Quartalen dieses Jahres gegenĂŒber den Vorjahresquartalen von 187 auf 71. Allerdings fehlen bei diesem Vergleich wieder die Nachmeldungen fĂŒr das dritte Quartal 2020. Im Vorjahr war die Gesamtzahl der rassistischen Delikte auf 210 gestiegen, nach 154 im Jahr 2018.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres registrierte die Polizei vorlĂ€ufigen Angaben zufolge 27 Körperverletzungen von FlĂŒchtlingen. Das sind elf FĂ€lle weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl im vergangenen Jahr betrug 50. 

Zahl der Propagandadelikte gesunken

Deutlich zurĂŒckgegangen sind auch die Propagandadelikte. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ereigneten sich laut Polizeistatistik 64 Straftaten, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 106, im gesamten Vorjahr 123. In Brandenburg wurde im vergangenen Jahr ein neuer Landtag gewĂ€hlt. Der Wahlkampf gilt erfahrungsgemĂ€ĂŸ als Grund fĂŒr hĂ€ufige Propagandadelikte.

Johlige zeigte sich erleichtert ĂŒber den RĂŒckgang der Straftaten, warnte aber vor ĂŒbereilten Schlussfolgerungen. „Es bleibt abzuwarten, ob dies ein Sondereffekt aufgrund der Corona-bedingten EinschrĂ€nkungen ist. Deshalb besteht erst einmal kein Grund zur Entwarnung, zumal wir uns immer klar machen mĂŒssen, dass jedes einzelne Delikt fĂŒr die jeweils Betroffenen psychische Folgen hat.“ Es sei auch weiterhin wichtig, eine „Kultur des Hinschauens“ zu schaffen und rassistisch motivierte Straftaten zu Ă€chten. 




Quelle: Inforiot.de