Oktober 5, 2022
Von Emrawi
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Die Ermordung von Jina war ein Akt staatlicher Gewalt gegen Frauen und LGBTQI+ Personen. Sie stehen jetzt auf, gemeinsam mit Männern, gegen Unterdrückung, gegen Zwangsheirat und Kleidervorschriften, gegen Vergewaltigungen, Folter und wirtschaftliche Not. Trotz Massakern und Angriffen wie in Zahedan, gegen kurdische Organisationen, Studierende in Teheran und Tabris. Jina durfte ihren wahren Namen nicht tragen, weil Kurd*innen im Iran extreme Diskriminierung erfahren. So wie andere ethnische, nationale und religiöse Minderheiten unterdrückt das rassistische und chauvinistische Regime ihre Sprache und Identität. Die Parole “Frau, Leben, Freiheit” aus dem Befreiungskampf kurdischer Frauen hat sich auf die gesamte Protestbewegung ausgeweitet. Das zeigt, wie sehr diese Bewegung das Potential hat, Spaltungen entlang von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Religion usw. zu überwinden. Weltweit gibt es Solidaritätsproteste – in Afghanistan riskieren Frauen dabei sogar ihr Leben.

Es ist ein internationaler Kampf gegen jede Form von Ausbeutung und Unterdrückung. Es ist ein Kampf gegen ein weltweites, kapitalistisches System, das so viele Menschenleben durch diktatorische Regime, Krieg, Klimazerstörung, Wirtschaftskrisen, Hunger, Sexismus, Rassismus und LGBTQI+-Feindlichkeit fordert.

Es ist ein Kampf, den wir nur durch unsere Kraft von unten führen können. Die Zurückhaltung westlicher Mächte spricht Bände: Es geht ihnen nicht um Menschenrechte, sondern um ihre eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen. Statt Sanktionen auf Kosten der Bevölkerung müssen die Reichtümer aller, die international oder im Iran vom Regime profitieren, beschlagnahmt werden. Wir kämpfen für Bleiberecht für alle, die aus dem Iran oder der Region fliehen.

Reaktionäre, monarchistische Kräfte versuchen mit der Unterstützung des westlichen Imperialismus Einfluss auf die Bewegung auszuüben, um die alte Diktatur mit einem neuen (alten) undemokratischen Regime zu ersetzen. Wir sagen: Schah und Biden nicht vertrauen, Widerstand von unten bauen! Die Streiks an den Universitäten und der Lehrer*innen sind ein Vorbild dafür. Selbstorganisierung von unten in Betrieben, Unis und Nachbarschaften kann nicht nur das Regime zu Fall bringen, sondern auch die Grundlage schaffen, um Wirtschaft und Gesellschaft in die eigenen Hände zu nehmen und demokratisch zu verwalten.

Bauen wir eine internationale Solidaritätsbewegung in Nachbarschaften, Schulen, Unis und Betrieben auf, um diesen Kampf zu unterstützen. Hilf uns, Flyer und Plakate für die Demonstration am 8.10. zu verteilen. Melde dich, wenn du gemeinsam mit deinen Arbeits- oder Schulkolleg*innen kommen möchtest und das Thema in deinen Betrieb oder deine Schule tragen willst.




Quelle: Emrawi.org