September 15, 2021
Von La Presse
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Eigentlich sollte die zweite Delegation der „Zapatistas“, einer Autonomiebewegung aus dem SĂŒden Mexikos, mit zwei FlĂŒgen am Dienstag, den 14. September 2021 in Wien ankommen, aber ein Teil der Delegation schaffte aufgrund der EinreiseformalitĂ€ten den Umstieg in Madrid nicht. So kamen also erst einmal rund 90 Zapatistas in Wien an, noch einmal so Viele folgten einen Tag spĂ€ter.

Dennoch fand am vergangenen Dienstag eine dreistĂŒndige Willkommensfeier am Flughafen Schwechat in Wien statt, wo zahlreiche Aktivist:innen des â€žAnderen Europas“, des „Europas von unten und Links“, die zapatistische Luftbrigade erwarteten. Diese wurde angefĂŒhrt von Subcomandante Tacho, der wĂ€hrend der Feierlichkeiten eine viertel stĂŒndige Rede hielt. Unter anderem war zu hören, dass die Zapatistas fest davon ĂŒberzeugt sind, dass der Kapitalismus als Wirtschaftsprinzip und Gesellschaftssystem fĂŒr die weltweite Naturzerstörung und UnterdrĂŒckung von Indigenen, Frauen und Anderen Geschlechtern gesehen werden kann. Dieses System sei abzuschaffen, da die Lebensgrundlage der Menschen weltweit auf dem Spiel stĂŒnde, und die Zapatistas suchten nun weltweit nach VerbĂŒndeten. Europa sei erst der Anfang einer globalen Anstrengung der indigenen Bewegungen Mexikos.

Die aeronautische Delegation war am Montag zuvor von Mexiko-Stadt
aufgebrochen, um in Europa die Arbeit der ersten zapatistischen
Delegation fortzusetzen.

Bereits im Juni landete die maritime Delegation der Zapatistas per
Schiff in Spanien, um gegen 500 Jahre Kolonialismus zu demonstrieren und den genauso lang anhaltenden Widerstand der Indigenen in Erinnerung zu rufen. Am 13. August 2021 fand in Madrid in Anwesenheit dieser ersten zapatistischen Delegation unter dem Motto „Ihr habt uns nicht erobert!“ eine Demonstration am Ausgangspunkt des spanischen Kolonialismus statt.

Genau 500 Jahre zuvor ermordeten die Konquistadoren unter HernĂĄn CortĂ©s in TenochtitlĂĄn, dem damaligen Zentrum des Aztekenreiches, binnen weniger Tage rund 80.000 Einwohner:innen und schufen so die Grundlage fĂŒr die Beherrschung und Ausbeutung Zentralamerikas durch die spanische Krone.

Eine „Reise fĂŒr das Leben“

Die nun beginnende zweite Episode der „Gira Por La Vida“, der „Reise fĂŒr das Leben“, wird geprĂ€gt sein vom Austausch der zapatistischen
Delegierten mit den Kollektiven, Initiativen, Gruppen und Projekten der
Bewegungen eines „Anderen Europas“. Die Zapatistas erwarten keine
„großen Events“, sondern verfolgen die Absicht, die „KĂ€mpfe“ in Europa
kennen zu lernen und sich mit den Aktivist:innen auszutauschen. Erwartet werden die Zapatistas in mehreren kleineren Delegationen in rund 30 LĂ€ndern Europas. In Deutschland wird ihre Ankunft seit rund zehn Monaten vorbereitet. Auf der Seite www.ya-basta-netz.org wird fortwĂ€hrend ĂŒber den Verlauf der „Reise fĂŒr das Leben“ berichtet. / PM ya-basta-netz.org Bild „Tierra y Libertad“




Quelle: La-presse.org