Mai 2, 2021
Von FAU Flensburg
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Am 1. Mai gab es wieder in zahlreichen StĂ€dten kĂ€mpferischen Protest zum Kampftag der Arbeiter:innenklasse. Der DGB sagte vielerorts die traditionellen Demonstrationen ab und hinterließ so eine LĂŒcke, die In verschiedenen StĂ€dten ging die Polizei mit Schlagstock, Pfefferspray oder sogar Wasserwerfern gegen Protestierende vor. Kurzberichte aus Berlin, Frankfurt, Hamburg, MĂŒnchen, NĂŒrnberg, Köln, Stuttgart, Leipzig, Freiburg, Magdeburg, Mannheim, Plauen, DĂŒsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal.

Wie zu erwarten, waren gestern die meisten Menschen in der Hauptstadt Berlin auf der Straße. Der Protest stand dieses Jahr vielfach im Zeichen der Wut auf den vom Bundesverfassungsgericht gekippten Mietendeckel. Zehntausende mĂŒssen sich deshalb nicht nur auf höhere Mieten, sondern auch Nachzahlungen einstellen. Schon am Morgen sammelten sich rund 2.000 Personen am Hackeschen Markt zu einer antikapitalistischen Demo, die vom „Klassenkampfblock“ organisiert wurde. Das waren vier Mal so viele wie bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds am Brandenburger Tor.

Am Nachmittag fuhren rund 10.000 Menschen durch das Berliner Nobelviertel Grunewald, um auf steigende Mieten und extreme Ungleichheit aufmerksam zu machen.

Am Abend dann die traditionelle revolutionĂ€re 1. Mai-Demo, die in Neukölln startete. Im letzten Jahr war sie noch verboten worden, weshalb sich Tausende bei Spontan-Versammlungen die Straße nahmen. In diesem Jahr konnte sich der Demo-Zug in Bewegung setzten – rund 25.000 Menschen sollen laut VeranstaltungsbĂŒndnis gekommen sein. Sie konnte jedoch wegen zahlreicher Angriffe der Polizei nicht bis zum geplanten Endpunkt am Oranienplatz in Kreuzberg laufen.

In einer Pressemitteilung bezeichneten die Veranstalter die Demonstration als ein „kĂ€mpferisches Zeichen der SolidaritĂ€t, auf das die Polizei mit Gewalt reagierte“: Immer seien Teilnehmende provoziert worden. Schließlich wurde die Demonstration um 20:30 auf der Karl-Marx-Straße von der Polizei in zwei Teile getrennt. Wie eine Korrespondentin von Perspektive Online berichtete, habe der Fokus der Polizei dabei statt auf betrunkenen Menschen ohne Maske auf einem organisierten Block gelegen, obwohl die Schutzmaßnahmen durch AbstĂ€nde und Masken eindeutig eingehalten worden waren. 

Dabei sei immer wieder auf friedlich Demonstrierende grundlos eingeprĂŒgelt worden. Dutzende Menschen seien verletzt worden. Schließlich wurde die Demonstration aufgelöst. Die Zahl der ĂŒber den Tag hinweg Festgenommenen summiert sich laut Polizeiangaben auf etwa 240.

In Frankfurt am Main nahmen etwa 3.000 Personen an der revolutionĂ€ren Mai-Demo unter dem Motto „Tag der Wut“ teil. Diese zog von der Alten Oper unter dem Hoch-Transpi „Kapitalismus zerschlagen – eine neue Welt erkĂ€mpfen“ ĂŒber den Hauptbahnhof ins Gallusviertel. Die Front wurde dabei von Menschen mit roten HalstĂŒchern und miteinander verbundenen Fahnenstöcken gestellt. Bei der geplanten Abschlusskundgebung angekommen, griff die Polizei dann immer wieder Demonstrant:innen an, setzte massiv Schlagstöcke ein und stĂŒrmte in die Demonstration. Wie eine Perspektive-Korrespondentin berichtete, verletzte sie dabei mindestens 21 Menschen schwer. Bilder zeigen Blut von Platzwunden auf dem Asphalt.

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Quelle: Fau-fl.org