Juli 20, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Rasend schreitet die Zeit voran; wir sind bereits im 2. Jahr des Covid-19 Ausnahmezustands und in dem Wissen, dass keine Macht jemals freiwillig ihre neuen Kontrollmechanismen wieder abgeben wird, suchen ĂŒberall auf dem Globus anarchistische und andere libertĂ€re Bewegungen nach Strategien und praktischen Mitteln dagegen. In manchen Regionen ist es in der letzten Zeit zu sozialen Spannungen gekommen, die sich in Unruhen entladen haben. Anderswo kommt es zu kurzzeitigen AusbrĂŒchen, die als Corona Riots bezeichnet werden. Als Anarchist:innen sind wir oft von den Dynamiken ĂŒberrascht, befinden uns manchmal mitten im GewĂŒhl der Straßenschlachten oder ratlos als Zuschauer:innen am Rand. Fast jeder Staat beschĂ€ftigt sich mit uns, kleinen Gruppen oder Individuen, die sabotierend, aufwieglerisch und ruhelos in den StĂ€dten unterwegs sind.

Mit dem Wunsch endlich die Schwelle vom symbolischen Widerstand zur materiellen SchĂ€digung der gegnerischen Infrastruktur und ihrer Machtwerkzeuge zu ĂŒberschreiten. Neben der direkten Konfrontation mit den Schweinen erscheint es notwendig, die einzelnen RĂ€dchen ihrer Maschine zu identifizieren und aus dem Takt zu bringen. Anders sind die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse nicht zu ĂŒberwinden, haben sich doch Metropolen, die in den letzten Jahren hĂ€ufiger von sozialen KĂ€mpfen, Generalstreiks und Unruhen verwĂŒstet wurden, relativ schnell wieder mit ihrer Arroganz erholt. Aber wir gleiten zu oft noch in die Beliebigkeit ab statt die schwĂ€cheren Glieder des UnterdrĂŒckungskette und ihrer Profiteure zu zerreißen.

Ausgangssperren, polizeiliche Morde, Gentrifizierung, ökologischer Terrorismus, Krieg nach Innen und nach Außen – das System gibt uns tĂ€glich AnlĂ€sse nach Zielen zu suchen, deren kontinuierliche Zerstörung irgendwann mehr sein kann, als eine Ziffer in der Bilanz oder eine Meldung in der Presse. In vielen urbanen Zentren haben sich ĂŒber die Jahre traditionelle Aktionsformen gebildet, die jenseits ihrer lokalen Berechtigung unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden könnten, wie die neue anarchistische Stadtguerilla aufeinander Bezug nehmen kann um dabei die Grenzen des Kapitals zu ĂŒberwinden, an die das selbige nie gebunden war.

In Santiago brennen aus fast jedem Anlass die Busse der Verkehrsbetriebe, in Athen sind es ATMs, in den französischen Banlieues fast alle Autos aber auch immer wieder die von bestimmten Firmen. In Berlin werden ebenso fĂŒr fast jedes Thema Firmenautos oder Nobelkarossen abgefackelt. Europaweit gehen Funkmasten und Relaisstationen der Kommunikationsanbieter in Flammen auf. Welche Auswirkungen hĂ€tte es, wĂŒrden Angriffe auf bestimmte Ziele intensiviert? Der Schaden zerstörter Datenleitungen und abgebrannter Mobilfunkmasten ist uns bekannt, aber solche Attacken sind nicht ĂŒberall beliebig oft zu wiederholen. Auch die Fahrzeugflotten unserer Feinde sind schwerer zugĂ€nglich als wir es uns wĂŒnschen.

Manche Einrichtungen sind in großen StĂ€dten gut gesichert aber in kleinen Orten unbewacht. Trotzdem stehen noch ausreichend bekannte und weniger bekannte Ziele herum. Und wer liefert eigentlich die AusrĂŒstung an Polizei und MilitĂ€r? Wer baut was? Wer arbeitet mit den Zulieferfirmen oder versteckt sich hinter einem Firmenkonsortium? Wer bewacht das alles?

Der Markt ist stĂ€ndig in Bewegung, große Firmen schlucken ihre Konkurrenten, verbergen sich hinter anderen Namen, lagern bestimmte TĂ€tigkeiten aus. Sie sammeln unsere Daten und begegnen uns mit ihren Logos ĂŒberall in der Stadt, die sie als ihr Eigentum betrachten.

Weil es uns nicht reichen sollte, die um die Welt gehenden Wellen der AufstĂ€nde aus der Ferne zu verfolgen und dafĂŒr jedes mal neu nach geeigneten SolidaritĂ€tsaktionen zu suchen, schlagen wir vor, Informationen ĂŒber die Feinde der Freiheit zu sammeln und so zu verbreiten, dass sie ĂŒberall bekannt werden. Damit ist gemeint, nicht nur die Publikationen der militanten Szene sondern alle Mittel, wie z.B. Graffiti, Plakate, Videokundgebungen und andere zugĂ€ngliche Medien zu nutzen, um diese Akteure der kapitalistischen Barbarei anzuprangern.

Um sie dann weltweit anzugreifen, sei es in Kampagnen oder aus heiterem Himmel und ohne erkennbaren Anlass. So könnte ausprobiert werden, ob Unternehmen bestimmte Regionen oder bestimmte AuftrĂ€ge meiden, weil der Schaden zu groß wird. Das wĂ€re eine strategische Linie, die bereits in europaweiten Sabotagehandlungen gegen das Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen Shell Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre entwickelt wurde und sich dadurch u.a. mit dem Widerstand der Ogoni in Nigeria solidarisierte.

Oder wenn das BedĂŒrfnis entsteht etwas gegen die Justiz in einem bestimmten Land zu unternehmen und festgestellt wird, das entsprechende Einrichtungen schwer zu treffen sind, warum nicht den privaten Knastbetreiber Sodexo angreifen, auch dort wo er sich hinter dem Namen GA Tec versteckt?

Mit einer gesteigerten KontinuitĂ€t unserer Interventionen und der Fokussierung auf die Global Player könnten ab einem gewissen Grad die Reaktionszeiten von Behörden und die Lieferzeiten von Waren und Informationen verlĂ€ngert werden. Wodurch sich neue RĂ€ume fĂŒr andere Angriffe ergeben werden. Dieser Vorschlag soll nicht als Ersatz fĂŒr die Beteiligung an oder Provokation von Krawallen verstanden werden, und er spricht sich nicht gegen den spontanen und chaotischen Angriff auf andere Ziele aus.

Dieses Heft enthĂ€lt ErklĂ€rungen zu Angriffen, die diesen Kriterien entsprechen. Um an allen Orten in jeden Konflikt eingreifen zu können, verbreiten sie Anregungen ĂŒber Ziele und die Verantwortlichen, die diese Welt unter sich aufgeteilt haben. Im Anhang findet ihr einen Organisierungsvorschlag zu revolutionĂ€rer Gewalt aus Griechenland.

zum Lesen oder download https://list.noblogs.org/files/2021/07/FINALTARGETS-1.pdf

Also dann, Feuer frei auf die Feinde der Freiheit!

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Quelle: Schwarzerpfeil.de