November 25, 2021
Von Indymedia
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 Heute am Tag gegen patriarchale Gewalt wird wieder einmal klar, dass sexualisierte, patriarchale Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, was nicht einfach verschwindet, dadurch dass wir darum wissen. Gesamtgesellschaftliches Problem bedeutet, dass wir auch innerhalb einer radikalen Linken mit Gewalt und sexualisierter Gewalt gegenĂŒber FLINTA* zu tun haben und dieses Problem anerkennen und angehen mĂŒssen. Personen können dabei aufgrund ihrer Positionierung und gesellschaftlichen Zuschreibung ganz unterschiedlich dieser Gewalt ausgesetzt sein: Sei es weil eine Frau, die kein cis-Passing hat, tĂ€glich auf der Straße mit Blicken, Kommentaren, Übergriffen zu rechnen hat, oder weil eine Person, die keine Lust auf Sex hat, von ihrer Partner*in trotzdem dazu ĂŒberredet wird. Es ist positiv zu vermerken, dass die Debatten um sexualisierte Gewalt und TĂ€ter*innenschutz auf Seiten wie indymedia, barrikade, kontrapolis, etc. mehr Raum einnehmen, aber von kollektiver VerantwortungsĂŒbernahme, funktionierenden Awarenesskonzepten und Ähnlichem sind wir meist noch weit entfernt.

Wir arbeiten mitlerweile nun schon ĂŒber ein Jahr in Freiburg im Breisgau (DE) FĂ€lle sexualisierter Gewalt auf, welche durch eine gewaltausĂŒbende Person verĂŒbt wurden. Wir möchten uns jedoch auch damit auseinander setzen, warum wir mit Transformativer Gerechtigkeit (TG) arbeiten und was das Konzept dahinter ist und zugĂ€nglich machen, wie wir dies konkret umsetzen und mit was fĂŒr weiteren Fragestellungen und Auseinandersetzungen wir uns bei der Arbeit mit TG konfrontiert sehen. Wir, die Menschen, die diese Arbeit dabei gerade machen, beschreibt dabei etwa ein Dutzend Menschen aus feministischen, emanzipatorischen Kreisen in der Stadt und vor allem den sich ĂŒberschneidenden Umfeldern von betroffenen Personen und der gewaltausĂŒbenden Person.

Wir möchten uns jedoch nicht nur in unseren kleinen Kreisen damit auseinandersetzen, sondern zu einem szeneĂŒbergreifenden Diskurs beitragen, weshalb wir in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Texte veröffentlichen und haben daraus hervorgehend nun ein kleines Zine herausgebracht, welches ihr unter folgendem Link lesen, herunterladen, drucken und weiterverbreiten könnt: https://archive.org/details/TG_Freiburg_1.1

Es ist ein langer Weg, wenn wir patriarchale Gewalt ĂŒberwinden wollen. Aber es ist nicht zu versuchen, oder dem Staat zu ĂŒberlassen, bedeutet Kompliz*innenschaft mit einem patriarchalen und rassistischen System. Wir wollen handeln und verantwortungsvollere Gemeinschaften aufbauen, macht mit!




Quelle: De.indymedia.org