Januar 15, 2021
Von Indymedia
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Uns fiel auf, dass die Kritik an den Corona-Maßnahmen zum großen Teil einer konservativ bis neonazistischen und von Verschwörungstheoretiker*innen geprĂ€gten Bewegung ĂŒberlassen wird, obwohl wichtige und berechtigte Kritikpunkte vorgebracht werden mĂŒssen.

Im Zine besprechen wir die Rolle des Staates in der Pandemie und wir betrachten das Gesundheitssystem, das bereits vor Corona durch ein neoliberales Wirtschaften geprĂ€gt war. Es gibt mehr Fragen als Antworten, wie elterliche FĂŒrsorge in Zeiten von Corona funktionieren soll. FĂŒrsorge sollte ein systemrelevanter Aspekt sein. Die Debatte um systemrelevante Berufe ist alles andere als wertschĂ€tzend, wie wir in einem Interview mit einer Altenpflegerin erfahren. 

Persönlich wird es, wenn wir die Corona-Kritiker*innen in der eigenen Familie treffen, die Kritik an Punkten teilen, aber trotzdem auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ganz grundsÀtzlich stellt sich die Frage, wann es legitim ist, auf die Strasse zu gehen und warum es doch problematisch ist, wenn das Demonstrationsrecht eingeschrÀnkt wird und dieses von tausenden Cops durchgesetzt wird.

Die Debatte ist aufgeheizt und durchdrungen von mehr oder weniger umkĂ€mpften Begriffen. Wir wollten dann aber doch noch mal einige Begriffe richtig stellen oder euch unsere Perspektive darauf mitteilen – das mit der Wahrheit ist ja immer so eine Sache!

Die Pandemie kam ĂŒberraschend. Gleich zu Beginn gab es Verweise auf die spanische Grippe, die vor 100 Jahren die Welt in Atem hielt. Wir mĂŒssen allerdings nicht so weit zurĂŒck schauen, denn eine der letzten Pandemien globalen Ausmaßes ist die des HI-Virus. Als sie in den frĂŒhen 80er Jahren ausbrach, starben insbesondere Menschen aus queeren Communities an
AIDS. Es war nicht ungewöhnlich, dass ganze Freund*innenkreise zu Grabe
gebracht worden und selbstverwaltete oder szeneinterne Orte „leerstarben“ – zurĂŒck blieb eine traumatisierte Generation und eine Mehrheitsgesellschaft, die sich dessen in diesem Ausmaß nicht bewusst war. HIV, die Krankheit AIDS und die davon betroffenen Gruppen wurden und werden stigmatisiert. Dabei ist AIDS eine weltweit verbreitete Krankheit, die heutzutage bei medikamentöser Behandlung unansteckend ist und fast komplett heruntergeregelt werden kann. Dass nachwievor Menschen an ihr sterben, liegt an ungleich verteilten ZugĂ€ngen zum Gesundheitswesen und betrifft vor allem prekĂ€re LebensumstĂ€nde.

Rassismus und Antisemitismus haben sowohl historisch als auch in der Gegenwart Anteil an den Auswirkungen einer Pandemie. Nicht nur in der Frage der Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen spielen postkoloniale Strukturen eine Rolle, sonder immer auch in der Frage der Schuld.     konstruierten Schuldfrage.

Doch genauso wie HIV, ist auch Corona eine Zoonose. Und damit sind wir bei der Frage des Ursprungs dieser ganzen Pandemie. Wo kommt Corona eigentlich her? Um solche Pandemien zukĂŒnftig zu verhindern, hat das BĂŒndnis fĂŒr gesellschaftliche Tierbefreiung einen Forderungskatalog aufgestellt.

WĂ€hrend wir die Möglichkeit haben, uns auszutauschen, zu informieren und uns zu schĂŒtzen, ist das nicht allen in dieser Gesellschaft vorbehalten. Wir werfen einen Blick hinter die Mauern! Wie ist die Situation in Knast und Abschiebehaft in Zeiten von Corona.

Es gibt noch viele weitere Aspekte, Gedanken, Perspektiven auf dieses Thema, aber wir schließen an dieser Stelle mit einem eher philosophischen Ausblick. 

Wir freuen uns ĂŒber Feedback und weitere Diskussionen.
Schreibt uns gerne an and[at]notraces.net

Druckt das Zine gerne aus und verteilt es weiter.

Wir wĂŒnschen euch viel Mut, Zuversicht und Kraft.
Bleibt aktiv!
Mit anarchistischen GrĂŒĂŸen – euer Anarchistisches Netzwerk Dresden
Januar 2021




Quelle: De.indymedia.org