Januar 25, 2021
Von ZĂŒndlumpen
189 ansichten


Ich beneide die Wilden. Und ich rufe ihnen mit lauter Stimme zu: »Rette sich wer kann, die Zivilisation kommt« // SelbstverstĂ€ndlich: Unsere liebe Zivilisation, auf die wir so stolz sind. Wir haben das freie und glĂŒckliche Leben in den WĂ€ldern aufgegeben fĂŒr diese grauenhafte moralische und körperliche Sklaverei. Und wir sind Wahnsinnige, Nervenschwache und Selbstmörder. // Warum sollte es mich interessieren, dass die Zivilisation der Menschheit FlĂŒgel verliehen hat, damit diese StĂ€dte bombadieren kann, warum sollte ich Interesse daran haben, jeden Stern am Himmel und jeden Fluss auf der Erde zu kennen? // [
] // All diese Philosophen, all diese Wissenschaftler, was treiben sie? // Welche neuen Verbrechen planen sie gegen die Menschheit? Ich interessiere mich einen Scheiß fĂŒr ihren Fortschritt, ich will leben und ich will genießen.

– Bruno Filippi –

Editorial:

Der*dem Einen oder Anderen mag es vielleicht schon einmal positiv oder negativ aufgefallen sein: Hier beim ZĂŒndlumpen ist man offenbar gegen die Zivilisation. Was? Nein, wollt ihr etwa zurĂŒck in die Steinzeit? Solche und andere Fragen und Unterstellungen, etwa die, „gendernde Sozialdarwinist*innen“ zu sein, hat man hier oft als Antwort auf gelegentlich auftretende, antizivilisatorische Äußerungen vernommen. Und nur allzu oft hat einer*m das nur ein mĂŒdes LĂ€cheln abgerungen; Jaja, wer gegen die Zivilisation ist, die*der muss ja Primitivist*in sein (und als solche*r zurĂŒck in die Steinzeit wollen) und Sozialdarwinist*in und Ableist*in sowieso. Man hat ja gar nichts anderes erwartet, warum sich also ĂŒberhaupt mit solchen Unterstellungen auseinandersetzen?

Aber warum denn eigentlich nicht? Und wenn uns auch die direkte Auseinandersetzung mit VorwĂŒrfen wie denen des Ableismus und des Sozialdarwinismus – an dieser Stelle – durchaus zu blöd ist, so kann es ja doch nichts schaden, wenn irgendwer dann doch einmal auf Deutsch erklĂ€rt, was es mit dieser ganzen Zivilisationskritik eigentlich so auf sich hat.

Aber wenn schon, dann auch richtig 
 Und so hĂ€ltst du nun eine – nicht mehr ganz – kleine Textsammlung zu antizivilisatorischem anarchistischen Denken in deinen HĂ€nden. Mit Texten ĂŒber Landwirtschaft, Arbeit und Arbeitsteilung, Patriarchat und Geschlecht, Sprache, Zeit und Zahl, ĂŒber Wissenschaft, den Untergang Roms und nicht zuletzt auch ĂŒber primitivistisches Denken. Vieles davon erstmals ins Deutsche ĂŒbersetzt, anderes vielleicht altbekannt aber doch vergessen oder unbeachtet? Jedenfalls soll nun keine*r mehr sagen können, wir hĂ€tten nicht wenigstens einmal in aller AusfĂŒhrlichkeit erklĂ€rt, was wir mit Domestizierung, Zivilisation und ihrer Zerstörung gemeint hĂ€tten.

Inhalt:

Download:




Quelle: Zuendlumpen.noblogs.org