Februar 13, 2021
Von Emrawi
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Am zwölften Februar morgens um acht, nach einer schwer durchwachten Nacht stand fest der Entschluß: «Nicht mehr Gewehr bei Fuß. Auf zum Gefechte, Um die letzten Arbeiterrechte!»

Meldungen auf allen Strecken: «Alle Waffen aus den Verstecken!» Kein kleineres Übel, kein Zaudern mehr, «In jede Arbeiterfaust ein Gewehr!»

Am zwölften Februar morgens um acht, Da haben die ersten Salven gekracht. Die BĂŒrger frugen mit bleichem Gesicht: Es schießt? Wer schießt?

Ein Arbeiter schrie seinen Kameraden: «Der Schutzbund steht auf den Barrikaden!» Es war wie ein Fanfarenstoß: «Es geht los, es geht los!»

Leute begannen zu hasten, zu jagen, Jeder wußte etwas zu sagen. «Hotel Schiff ist polizeibesetzt», »Das Bundesheer wird eingesetzt», «Es wird gekĂ€mpft am JĂ€germayer!»

«In Wien ist Aufruhr und in Steyr!»

Es schießt! Es schießt, die Stadt wird leer nur die faschistische Heimwehr macht sich breit Und nĂŒtzt die Zeit. Sie geht der Bourgeoisie zur Hand, stellt SchutzbundmĂ€nner an die Wand.

Ist gegen den roten Feind mit Polizei und Bundesheer vereint. Sie legten Arbeiterheime in Schutt und schossen Arbeiterviertel kaputt wo mit der Waffe in der Hand der Sozialist, der Kommunist im Kampfe stand.

Einheitlicher Gedanken: «DurchhaltenmĂŒssen» Bis zur letzten Patrone: «Schießen, schießen!» Tag und Nacht, Nacht und Tag Dumpfer Kanonenschlag. GewehrschĂŒsse knattern, Maschinengewehre rattern. Es wird geschossen auf uns’re Genossen. Jede Stunde eine tiefe Schicksalswunde.

Minute um Minute stĂ€ndiges Verbluten. Und bitt’res Wissen: «Unter liegen mĂŒssen». Zu spĂ€t bereit, Zu wenig Schlagkraft und Einigkeit. Großes Weinen in Arbeiterherzen, Blutige, wilde Verzweiflungsschmerzen. Kampf verloren, Alles verloren!

Jetzt höhnt der Faschismus nach all den Schrecken. LĂ€ĂŸt ArbeiterfĂŒhrer ins Zuchthaus stecken. In aller Eile Todesurteile. Galgen recken sich hoch. Und drĂŒckendes Joch wird auf Arbeiterschultern gelegt. Man hĂ€ngt und schlĂ€gt.




Quelle: Emrawi.org