Juni 14, 2021
Von InfoRiot
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In der Corona-Pandemie hat der Anteil von Straftaten im Zusammenhang mit hÀuslicher Gewalt in Brandenburg deutlich zugenommen. Ihre Zahl stieg laut Polizeilicher Kriminalstatistik des Innenministeriums von 4.371 im Jahr 2019 auf 5.235 im vergangenen Jahr. Rund drei Viertel der Tatpersonen waren mÀnnlich, die meisten der 5.073 Opfer hingegen weiblich, nÀmlich 71,8 Prozent.

Arbeit mit TĂ€tern

Seit eineinhalb Jahren setzt Brandenburg mit dem Projekt „TĂ€terarbeit“ bereits ein starkes Zeichen gegen hĂ€usliche Gewalt. Das vom Sozialministerium geförderte soziale Trainingsprogramm der Fachstelle GewaltprĂ€vention Brandenburg in TrĂ€gerschaft des Berliner Zentrums fĂŒr GewaltprĂ€vention e.V. richtet sich an Menschen, die in der Familie oder der Partnerschaft gewalttĂ€tig geworden sind, Problemeinsicht zeigen und bereit sind, aktiv an einer Änderung ihres Verhaltens zu arbeiten. ZusĂ€tzlich zu diesem Gruppenprogramm unterstĂŒtzt das Ministerium nun auch ein Einzelprogramm fĂŒr TĂ€terinnen und TĂ€ter und stellt dafĂŒr 41.069 Euro aus Lottomitteln bereit.

Sozialministerin Ursula Nonnemacher: „WĂ€hrend der Pandemie hat hĂ€usliche Gewalt in Brandenburg leider in erschreckendem Maße zugenommen. Im Sinne des Opferschutzes mĂŒssen wir auch dafĂŒr sorgen, dass TĂ€ter – es sind vor allem MĂ€nner – ihr Verhalten Ă€ndern, damit sie nicht wieder rĂŒckfĂ€llig werden. Das neue Programm ist dafĂŒr ein wichtiger Baustein und ergĂ€nzt somit das im Herbst 2019 gestartete Gruppenangebot ,TĂ€terarbeit‘.“

Die Fachstelle GewaltprĂ€vention Brandenburg betont: „Mit dem neuen TĂ€ter*innenprogramm ,HĂ€usliche Gewalt im Einzelsetting/Mobile Beratung‘ können wir auch GewaltausĂŒbende in Partnerschaften und Familien erreichen, die nicht fĂŒr ein Gruppenprogramm geeignet sind. GrĂŒnde dafĂŒr können zum Beispiel sprachliche Barrieren sein. Damit wird das Angebot qualitativ und quantitativ deutlich verbessert.“

Einzelberatungen

Die Einzelberatungen werden von zwei eigens geschulten Mitarbeitern in Oranienburg und Potsdam durchgefĂŒhrt, sollen allerdings bei Bedarf auch mobil, insbesondere in lĂ€ndlichen Randregionen, stattfinden. Wie auch beim Gruppenprogramm sollen die TĂ€terinnen und TĂ€ter lernen, ihr bisheriges Verhalten kritisch zu reflektieren, sich die Konsequenzen klar zu machen und Konflikte kĂŒnftig gewaltfrei zu lösen. Das Angebot umfasst drei VorgesprĂ€che, 12 bis 15 jeweils einstĂŒndige Beratungen im Zwei-Wochen-Rhythmus sowie ein NachgesprĂ€ch. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ziel des Projekts ist es außerdem, die Öffentlichkeitsarbeit fĂŒr das TĂ€ter*innenprogramm auszuweiten und die Koordinationsarbeit zum Schutz der von Gewalt betroffenen Menschen weiter auszubauen.

Sozialministerin Nonnemacher: „Diese erschreckenden Zahlen zeigen, welch hohe Bedeutung der prĂ€ventiven Arbeit im Kampf gegen hĂ€usliche Gewalt zukommt. Der Beratungsbedarf ist enorm, deswegen ist die Förderung fĂŒr das Programm gut angelegtes Geld.“

Internet: www.fachstelle-gewaltprÀvention-brandenburg.de

Telefon der Fachstelle: (0331) 281 281 27




Quelle: Inforiot.de